Kapitel 27

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Sam

Ich darf sie nicht lieben. Ich darf sie nicht lieben. Ich darf sie nicht lieben...
Immer wieder wiederhole ich diese Worte, als wäre es ein Mantra.
ICH DARF SIE NICHT LIEBEN!
Sie kennt mich nicht. Sie weiß nicht wie ich aussehe. Sie weiß nicht was ich erlebt habe. Sie weiß gar nichts. Auf keinen Fall darf ich sie an mich ran lassen. Diese Umarmung war unser Abschied. Nie wieder werde ich zulassen das wir uns begegnen.
Es war ein Fehler zu glauben, dass ich Liebe in mein Leben lassen könnte. Der erste Versuch ist schon gescheitert.
Sie zu berühren, war ein Fehler.
Sie zu umarmen war ein Fehler.
Sie zu wollen ist ein Fehler.
Sie zu lieben ist ein Fehler.
Alles ein FEHLER!
Ich werde sie verletzen. Einen unschuldigen Menschen verletzen. Das kann ich nicht.

Atme...
Atme...
At...me...

Vor einigen Stunden, haben wir uns auf den Weg nach Hause begeben. Ich lag auf meinem Bett, als die Momente des Abends einzeln in meine Gedanken prasselten.
Alle Momente vor meine Augen erschienen. Mein Verstand, der erst neu verarbeitete, was das bedeutet, hat mich zu einer Panikattacke verleitet.

Die Angst vor der Liebe. Die Angst vor der Nähe zu einer Frau. Zu Emilia.

Aus dem Grund habe ich beschlossen alles zu beenden, bevor es überhaupt anfangen kann.
Sie hat mich sowieso über den restlichen Abend hin ignoriert. Sie will es nicht.
Auch sie hat mich so umarmt, als wäre es das letzte Mal.
Mit Sehnsucht und viel Leidenschaft.
Ihr Geruch nach Vanille werde ich nie vergessen.
Ich habe diesen Geruch so tief in mich gezogen, wie es möglich war. Der Gedanke es nie wieder riechen zu können, bringt mich um den Verstand.

Trotzdem packe ich meine Sachen und schreibe Finn, dass ich ins Ausland verreise, um mein Kopf frei zu kriegen.
Je länger ich über Emilia nachdenke, desto tiefer sinke ich, in diesen Schlamassel. Ich muss sie vergessen.
Und wenn sie auch nur annähernd so fühlt, wie ich, dann muss sie mich auch vergessen.

-

Inzwischen Sitze ich im Auto, auf dem Weg zum Flughafen.
Es ist drei Uhr morgens. Wo ich hin fliege, weiß ich noch immer nicht.
Milano...Barcelona...Madrid...
Ist ja egal. Hauptsache weg.

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Emilia

8 Stunden später

Jemand rüttelt mich aus meinem Schlaf. „Mhm..Was?".
„Emilia, wach endlich auf! Sam ist weggeflogen!", schreit mich meine Freundin an.
Sofort öffnen sich meine Augen und ich gucke sie fragend an.
„Wie Sam ist weggeflogen?"
„Finn hatte auch recht mit seiner Feststellung, dass dich Sam liebt. Jetzt ist er wohl in der Nacht einfach so ins Ausland und hat Finn per WhatsApp Bescheid gesagt."
„Aber wieso?"
„Es ist wohl eine komplizierte Geschichte, die Finn nicht erzählen kann, weil es Sam's Privatsphäre ist. Er sagt aber, dass du ihn unbedingt finden und mit ihm reden musst!"

Von meiner Müdigkeit ist nichts mehr übrig.
Gestern hatten wir noch bis spät in die Nacht über meine Gefühle und Ängste geredet.
Lara hatte mich nach langer Therapie dazu überredet, es mit Sam zu versuchen.
Sie vermutete, dass meine Wunde so besser heilen könnte.
Zuversichtlich war ich schlafen gegangen und wollte am nächsten Tag Kontakt zu ihm aufbauen.
Jetzt sagt mir Lara eiskalt, dass er weg ist.
Weg. Ein Stich durchfährt meine Brust.

Wenn es nicht ernst wäre, dann würde Finn nicht so reagieren. Es muss mehr als nur ein Flug ins Ausland sein.

„Wo ist er denn hin?", frage ich sie.
„Er versucht es gerade herauszufinden."
„Sag ihm bitte, dass er mir Sam's Nummer schicken soll. Die könnte ich gebrauchen."
Nickend tippt sie auf ihrem Handy und schickt es ab.

Wenige Minuten später habe ich seine Nummer, genauso konnte Finn herausfinden wohin er geflogen ist.
Nach Rom.

Ende des 27. Kapitels

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