Emilia
Victor schaut mich nur an. Kein Wort verlässt seinen Mund.
„Du bist mein Vater, der Mann, der im Ausland studieren wollte, nur weil es seine Eltern verlangt haben. Der, der es nicht hinbekommen hat vernünftig zu verhüten, sodass ich entstanden bin, dann auch noch geheiratet hat, wodurch es keinen Sinn mehr machte ihn zu benachrichtigen. Jetzt rede gefälligst, damit ich auch dich nachvollziehen kann, wie ich es bei meiner Mutter konnte!", die Wut in mir steigt, wenn es für ihn so einfach war, zu erkennen, dass er ein Kind hat, auf was hat er all diese Jahre gewartet? Hat er nie von der Tochter von Melina gehört? Gab es keine gemeinsamen Freunde, die ihn informiert haben?
Es kann doch nicht sein, dass er so blind war!
Eine brüchige Stimme erklingt. „Ich hatte keine andere Wahl, als ins Ausland zu ziehen...", seine Stimme bricht ab, sodass er sich ein Moment nimmt und schluckt. „Melina war meine erste Liebe, ich habe nie einer anderen Frau sowas empfunden wie ihr. Meine Eltern ließen mir keine Wahl, wenn ich nicht eingewilligt hätte im Ausland zu studieren, dann hätten sie ihre Kontakte genutzt, damit nichts aus ihr wird, sie in jedem möglichen Unternehmen eine Absage kriegt. Sie wollten deine Mutter nicht und hätten zu allen dreckigen Dingen gegriffen, um ihr Ziel zu erreichen. Sie von mir zu trennen...", ich versuche alles zu verarbeiten.
Sind meine Großeltern wirklich so gefährlich?
„Und jetzt zu der Heirat: Ich habe nie geheiratet. Meine Eltern haben mich gezwungen, aber wir haben sie glauben lassen, dass wir geheiratet hätten."
Er hat nicht geheiratet! Meine Mutter hat ihm alles umsonst verheimlicht!
Wie einfach unnötig so viele gemeinsame Jahre verloren gegangen sind.
„Nathalie hatte selber einen Mann, den sie liebt. Auch sie war gezwungen worden zur Heirat, aus dem Grund ist sie zu mir geflogen und hat dort ihren Freund geheiratet. Meine Eltern lebten mit dem Wissen, dass sie keine Kinder kriegen kann, sodass kein Wort über Enkelkinder fiel und sind vorletztes Jahr bei einem Autounfall ums Leben gekommen, wodurch ich allein zurück nach Deutschland fliegen konnte."
In was für einem Film bin ich hier?! Psycho Großeltern, die Zwangsheirat bevorzugen, anstatt den Glück ihres Sohns und dann auch noch sterben, wodurch alles zu seiner Normalität zurückkehrt.
„Ich hatte wegen deinen scheiss Eltern eine beschissene Kindheit! Kannst du dir das einmal denken?!", meine Wut übermannt mich.
„Ich durfte keine Freunde haben, durfte meine Kindheit nicht erleben, später keine Beziehung haben, nicht Architektur studieren, war gezwungen eine Ausbildung zu machen. Ich muss meine Mutter anlügen, um meine Träume zu erfüllen!
All die Fehler meiner Mutter, sind die die sie mit ihrer Überfürsorge heute mir ersparen will. Die Fehler, die sie selbst begangen hat, mich aber dafür bestraft hat. Warum?! Weil meine Großeltern hochnäsig waren und keine andere Schicht wollten. In welchem Jahrhundert leben wir, dass es das Kastensystem noch gibt?!", ich bin kaum zu halten. Sie sind tot, ich sollte nicht so wütend sein, aber kann mich nicht zügeln. Meine Gefühle wiegen schwer auf meinem Herzen. Ich weiß nicht, wie ich mit all dem umgehen soll!
Unerwartet erhebt sich mein Vater vor mir und umarmt mich plötzlich.
„Tut mir leid, dass ich nicht vorher kam.Tut mir leid, dass ich nicht bei dir sein konnte, als du aufgewachsen bist. Tut mir leid, dass ich ein Weichei war... Bitte verzeih mir, damit ich meine Tochter nach 21 Jahren kennenlernen kann, ihr ein Vater sein kann."
Seine Worte bringen mir die Tränen in die Augen, sodass ich anfange stumm zu weinen. Es ist alles so schwer, alles so surreal.
Ich fühle mich als wäre ich in einem Film.
In einem tiefen Traum.
So viel ändert sich von heute auf morgen. In einem Moment suchst du verzweifelt nach deinem Vater, im nächsten findest du ihn zufällig und es läuft zu schön um wahr zu sein.
„Papa, ich war dir nie böse...", daraufhin ziehe ich ihn in eine noch festere Umarmung und genieße die väterliche Fürsorge.
Ende des 47. Kapitels
DU LIEST GERADE
In love with opposites +18
Любовные романыEr der größte Herzensbrecher und Fuckboy der Stadt... Sie die Unschuld in Person... Könnte es zwischen den beiden wirklich funktionieren? Könnte er sich wirklich verlieben? Wäre sie bereit ihn mit seiner Vergangenheit zu akzeptiere...
