Kapitel 15

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Sam

„Wie lief dein Arzttermin?"

Mein Kopf war so voll, dass ich die Erlösung bei meinem besten Freund gefunden habe.

„Er sagt die Liebe heile alle Wunden. Laut ihm soll ich nicht weiter abweisend gegenüber der Liebe sein und mir erlauben mein Leben auszuleben ohne meine Gefühle zu verdrängen."

Genervt atme ich aus und lege mich aufs Sofa.

„Bruder, er hat recht. Sieh dir mich an, ich suche seit meinem 20. Lebensjahr nach einer ernsten Beziehung. Also man findet es schon nicht so leicht und dann kommt so einer wie du, der etwas was schon schwer genug zu finden ist auch noch abweist."

Sieh mal an, wer mir Tipps gibt.

„Finn, du bist auch nicht besser was One-Night-Stands betrifft."

„Was soll ich machen? Ich suche ja nach was Ernstem, soll ich bis dahin nichts machen oder was?! Sorry, aber Handarbeit bringt irgendwann auch nichts mehr."

Meine miese Laune verpufft mit jeder weiteren Aussage meines Freundes und ich beginne laut zu lachen. Die Art wie er es gesagt hat und sein Blick dazu ist unbezahlbar.

„Jungeeee!" Ich boxe ihm, zwischen meinem Lachen, gegen die Schulter.

„Was denn? Stimmt doch."

„Ja, ja da ist bestimmt was dran." füge ich lachend hinzu.

„Ey Finn."

„Ja?"

„Danke."

„Für was?"

„Dafür, dass du mich unterstützt. Du bist die Familie, die ich nicht mehr habe und der Bruder, den ich nie hatte."

Warum bin ich auf einmal so emotional?! Was los hier?

Finn gibt auf meine Aussage einen festen Handschlag und lächelt.

„Da gibt es nichts zu danken. Erinnere dich mal daran, was du für mich getan hast. Was ich mache, ist da nicht mal der Rede wert."

Er redet von früher...

Wir hatten uns damals im Jugendarrest kennengelernt.

Finn war mit 16 das Auto seines Vaters im betrunkenen Zustand gefahren und hatte einen Fahrradfahrer schwer verletzt, neben der Geldstrafe musste er aufgrund von Diebstahl auch noch ein Jahr in Arrest. Ich hingegen war wegen meiner Straftat gegen meinen Vater schon mit 13 vor Gericht gekommen und wurde für fünf Jahre Arrest verurteilt, weil es als Mordversuch galt.

Daher war ich als Finn dazu kam, schon längst bekannt und hatte auch gewissen Respekt erlangt. Er wurde aber im Gegensatz zu mir gemobbt und geschlagen.

An einem Tag hatten einige Jungs ihn auf der Toilette in die Ecke gedrängt und schlugen auf ihn ein, als ich antraf. Schnell habe ich eingegriffen und ihn beschützt.

Kein Mensch hat Schläge ohne Grund verdient und das lasse ich vor meinen Augen auch nicht zu.

So wurden wir dann gute Freunde, was dann auch bis heute gehalten hat.

„Bist du immer noch bei der Geschichte von vor fast sieben Jahren oder was?" frage ich ihn.

„Hä? Ja natürlich, niemand sonst hätte mir an dem Tag sonst geholfen."

„Blöff doch nicht."

„Junge ist doch kein Blöff!"

„Ja, ja bestimmt."

„Sam halt's Maul!"

Mit einem letzten gemeinsamen lächeln, belassen wir es dabei und entscheiden uns noch was zu trinken, bevor ich nach Hause fahre um mich auszuruhen.


Ende des 15. Kapitels ;)

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