Kapitel 7

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Plötzlich war ich da, wo ich nie wieder sein wollte. Und ich sah die Person, welche ich mit meiner ganzen leiblichen Familie am meisten hasste. Darf ich euch jemanden vorstellen?

Angelina Crimson. Bei dieser Frau war ich im Bauch. Genauso wie mein kleiner Bruder Jonah, und meine große Schwester Sydney.

,,Ich will sie nicht sehen"

Mit verschränkten Armen lehnte ich mich zurück, als ich das sagte. Die Frau vor mir sah mich an. Wir waren beim Jugendamt.

,,Warum nicht?" fragte sie.

,,Weil ich sie hasse" murrte ich.

,,Mel" flüsterte Emmy, welche neben mir saß.

,,Bist du dir ganz sicher, dass du deine Mutter nicht sehen möchtest?" fragte die Frau nochmal vorsichtig.

,,Ich war mir nie sicherer. Ich will nur meinen Bruder sehen" fauchte ich.

,,Warum möchtest du deine Mutter denn nicht sehen?" ließ die Frau nicht locker.

,,Sie hat sich nicht um uns gekümmert. Den ganzen Tag war sie weg, hat Drogen genommen und meinen...Stiefvater auf uns gehetzt. Sie hat uns unsere ganze Kindheit lang misshandelt. Und das noch vor einer Woche"

Die Frau nickte, und stand wieder auf. Sie ging aus dem Raum raus. Emmy kam ebenfalls mit ihr, da sie noch was besprechen musste.

In den letzten Tagen fing ich an, mich nicht mehr taub zu fühlen. Denn ich spürte doch etwas. So langsam kamen einige Gefühle hoch.

Jedoch nur pure Wut und purer Hass

Ich wartete. Nach einigen Minuten ging endlich wieder die Tür auf. Ich drehte mich um.

,,Jonah!" fing ich sofort an und lächelte los. Ich setzte mich auf den Boden.

Jonah kam in den Raum gelaufen. Mittlerweile war er einige Monate alt. Er sah mich, und tapste sofort zu mir.

Ich breitete meine Arme nach ihm aus. Als er nah genug bei mir war, nahm ich ihn an mich. Ich strich über seine blonden Haare.

,,Hallo, mein Schatz..." flüsterte ich lächelnd.

Da Angelina sich nie um Jonah, Sydney oder mich gekümmert hatte, war Jonah eigentlich immer nur bei mir. Oder halt bei Sydney. Aber...ich wollte gerade nicht über sie reden.

Die Frau vom Jugendamt kam wieder rein. Sie lächelte, und lehnte sich an den Türrahmen. Ich sah zu ihr hoch.

,,Dankeschön" flüsterte ich zu ihr.

,,Mel, es ist so, dass...deine Mutter dich trotzdem sehen möchte"

Im nächsten Moment kam eine weitere Frau rein. Und diese erkannte ich sofort. Ich blickte zu ihr.

Sie hatte ihre braunen Haare in einen Dutt gesteckt. Ihre blauen Augen schauten mich geschockt an. Langsam kniete sie sich zu uns runter.

Mir wurde übel. Ich schaute sie mit so viel...Hass an. Für einige Sekunden war es still.

,,Melorie..."

Und es war das erste Mal, dass sie meinen Namen erwähnte.

...

removed || aidan gallagherWo Geschichten leben. Entdecke jetzt