07 | Feelings

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Mittlerweile befinden wir uns mitten in Barbados, wo uns der Truck hingebracht hat. Wir konnten erfolgreich von Singh und seinen Männern flüchten – aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie anfangen nach uns zu suchen. Deshalb müssen wir so schnell wie möglich von dieser Insel weg.

,,Kommt, mein Boot ist da vorne", sagt Rafe, nachdem wir vom Truck gestiegen sind. Er bewegt sich Richtung Hafen. JJ und ich folgen ihm, aber mit einem gewissen Abstand.

,,JJ, was ist der Plan? Wir hauen nicht ohne die anderen ab", sage ich leise.

,,Nein, wir werden sie finden. Aber dafür brauchen wir sein Boot", flüstert er.

Langsam fange ich an zu verstehen, was er vorhat. Aber ich habe keine Ahnung, wie er das hinbringen will.

Als wir über den Steg laufen, sichte ich ein grosses Boot. Und Rafe läuft direkt auf darauf zu.

,,Zieht bitte eure Schuhe aus", sagt er, währenddessen er beim Gehen seine Schuhe auszieht. Dann steigt er aufs Boot.

,,Der will mich doch verarschen", kommt es von JJ. Er mustert das Boot. ,,Eine Lagoon 620, zwei 150er-Volvos?"

Ich will ihn darauf hinweisen, dass es gerade überhaupt nicht relevant ist, was für ein Boot Rafe hat – aber ich muss zugeben: Das Ding ist beeindruckend.

,,Nicht schlecht, Cameron", zischt er. Jedoch so leise, dass es Rafe vom Boot aus nicht hören kann.

,,Okay, wir sollten genug Saft haben, um nach Saint Lucia zu kommen." Er macht die Bugleine los, als er bemerkt, dass JJ und ich uns nicht vom Fleck rühren. ,,Hey, los, kommt an Board", sagt er und geht zum Steuer.

Ich schaue JJ mit einem unsicheren Blick an, weil wir immer noch keinen Plan haben.

,,Wir müssen ihn vom Boot kriegen", flüstert er.

,,Leute!", kommt es von Rafe.

Mein Blick huscht zu ihm.

,,Und du ziehst doch nicht irgendwas ab, wenn wir an Board kommen?", frage ich und schaue ihn ernst an.

Rafe schaut fassungslos zur Seite, dann wieder zu mir. ,,Nein, ich zieh' nichts ab, okay? Ich versuch' gerade euch einen Gefallen zu tun. Wärt ihr lieber wieder bei Singh oder doch irgendwo, wo es sicher ist?"

JJ und ich schauen ihn stumm an.

,,Helft ihr mir jetzt bitte mit der Bugleine?", fragt er.

JJ schaut zu mir, als er zur Seite nickt. Ich seufze, ehe ich meine Schuhe ausziehe. Er macht mir nach, dann steigen wir aufs Boot.

,,Danke", kommt es vom Kook, als er sich wieder dem Steuer wendet.

Als ich zum Deck laufe, um die Bugleine loszumachen, hält mich JJ am Arm fest. Verwirrt sehe ich ihn an.

,,Ich hab einen Plan. Tu einfach so, als würdest du's nicht hinkriegen. Sobald er dir zur Hilfe kommt, übernehme ich den Rest", sagt er leise.

Mein Blick huscht zu seiner Hand, wo ich sehe, wie er die Waffe in seiner Hose griffbereit richtet.

,,JJ, lass die verdammte Waffe aus dem Spiel!", zische ich.

Nothing To Lose | OBX3Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt