Achtung dieser Text enthält Spoiler zu Nebelwaldjäger. Bitte nur lesen wenn du bis Kapitel 21 gelesen hast!
Da sin mer nu! Kapitel 22. Das Kapitel, das meine erste kleine Schreibblockade ausgelöst hat. Das Kapitel an dem ich schon seit 4 Wochen hänge. (Während ich parallel an anderen Stellen versucht hab weiterzumachen)
Eine Woche davon ohne Ergebnis jeden Abend ein trauriges Anstarren von digitalem Papier.
Zwei Wochen lang ein Vor und Zurück und plötzlich ganz Viel vor. Und immer mit einem gewissen "Das isses noch nicht"-Gefühl im Bauch.
Ein Tag mit der Erkenntnis, das ein Kapitel, das mich so wenig zufrieden stellt auch keine 4300 Wörter haben darf. Dann kam der Rotstift oder besser gesagt die Erase-Taste. Ich hab ordentlich eingekürzt und trotzdem fällt das kommende Kapitel lang aus und zäh, aber irgendwie wichtig.
Aber was ist eigentlich das Problem?
Ich fang mal woanders an. Denn Schreibblockaden haben sicher meist ganz woanders ihren Ursprung. Bestimmt, wenn es doch vorher flutschte:
Mir kam lange nie in den Sinn Schreiberling zu werden. Und das soll gar nix heißen, dazu mache ich mal einen anderen Eintrag denn: Ich hab ne Ausbildung genossen, die mir gerade verdammt gut in die Karten spielt. Weshalb "Es ist mein erstes Buch", sich auch ein wenig so anfühlt, als wäre ich eine Betrügerin. (Hallo Imposter da bist du ja wieder).
Es stimmt: Ich habe nie eine Geschichte oder einen Roman geschrieben, aber Storytelling ist mir alles andere als fremd. Und gerade deswegen: Plötzlich sind da Leser und plötzlich ist da ein Druck "Gefallen zu wollen". Easy, ich mach das doch in erster Linie für mich. Oder? ...oder?
Die ersten Kapitel waren aus dem Grund "einfacher", weil sie dem Tagtraum entsprungen sind, den ich eines Tages aus heiterem Himmel hatte. Ich hatte nie plötzlich schreiben wollen und dann überlegt, ob mir was dafür einfällt. Nein. Ich hatte urplötzlich eine Geschichte im Kopf und das dringende Bedürfnis, sie zu erzählen. Das Problem war nur: ACHTUNG Spoiler Kapitel 14 mein Tagtraum endete so ziemlich mit Riians Demaskierung und der Nebel hatte nicht mal eine Backstory. Wie oft endeten die Bilder in meinem Kopf immer und immer wieder an dieser Stelle.
Und noch lange bevor ich bei besagtem Kapitel ankam, war ich sicher, dass ich einen Plan brauchte. Also hab ich mich krampfhaft an die (eine oder vielleicht zwei) Vorlesung(en) bei meinem Filmprofessor Thomas Burnhauser Regisseur und Produzent vor fast 18 Jahren zu dem Thema Heldenreise im Film von Christopher Vogler erinnert und danach geplottet. (Nein ich habe nicht Film studiert aber dazu mal später mehr)
Plotoutlines, sind aber nur Outlines. Und dann kam besagtes Kapitel 22. Denkt man in Akten fängt jetzt der zweite Akt an. Denkt man an die Heldenreise ist es eine Mischung aus einem neuen Ruf des Abenteuers (ich halte mich nicht dogmatisch an die Heldenreise, da ich Stories inzwischen sonst zu vorhersehbar empfinde und Heldinnen sowieso nicht ganz so linear vorgehen, wie ihre männlichen Pandants) und der Anfang von vielen ersten Bewährungsproben.
Lange Rede überhaupt keinen Sinn: Wir sind bei einem Teil angekommen, den ich lange (noch) nicht selbst gespürt habe. Dessen Vibes ich nicht in mir hatte, dessen Handlung sich noch nicht in meinem Kopf abgespielt und weiterentwickeln wollte. Der Traum stoppte sehr lange in der Hütte und wollte einfach nicht weiter.
Achtung Spoiler Kapitel 21: De Übergang ins Schloss ist eine Transition, die ich scheinbar sehr lange selbst nicht bereit war zu gehen. Vielleicht, weil ich mir noch nicht sicher war in welche Richtung ich wollte und wie sich die Charaktere damit fühlen werden und wohin sich alles auf einer emotionalen Ebene entwickeln wird. Was der Konflikt zwischen den Protagonisten sein wird und ihre emotionalen Probleme, Ängste. War es doch an einem harmonischen Punkt angekommen, aber wie geht es denn nun damit weiter, wenn noch fast 2/3 vor uns liegt? Und warum wirkt Riian eigentlich so verdammt niedlich und gut? Und darf der das?
Ich habe für mich einen Weg ins Schloss gefunden, der zumindest jetzt für mich Sinn macht und mich plötzlich wieder zügiger in den Kapiteln vorankommen lässt. Langsam kehren auch wieder die Bilder im Kopf zurück. Langsam spüre ich und erkenne ich auch meine Charakter wieder und merke wo sie hinwollen und was sie motiviert. Es ist noch ein fragiles "Wiederankommen" in meine eigene Geschichte und doch darf ich nicht vergessen: Es ist nur das Manuskript.
Morgen geht es dann weiter! Wir packen unseren Koffer ziehen los mit unseren neuen Gefährten nach Mordor äh Entschuldigung Schloss Erlendor! Und ich bin ein bisschen aufgeregt. Denn wenn man lange Zweifel an etwas hatte, hängen die einem wie ein Schatten am Hacken. Morgen passiert nix wildes und doch ist es der Weg in einen neuen Abschnitt! Los geht's!
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Behind the Scenes eines Debuts
RandomIch schreib ein Buch! Ich schreib ein Buch? Möchtegernautorin! Hier schreibt eine Millennia in ihren Thirtysomethings: Zwischen ganz viel Wollen und sich nicht trauen und dann doch viel trauen aber im ewigen Dilemma, des Impostor-Syndroms feststecke...
