Ein Reinfall

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Amy Miller Position

Ich stehe mitten auf der Tanzfläche, direkt vor Dae. Die Musik dröhnt um uns herum, aber ich konzentriere mich nur auf ihn. „Es geht um Kitty", sage ich ernst. Dae seufzt schwer, als hätte er genau das befürchtet. „Natürlich... Kitty", murmelt er und fährt sich mit der Hand durch die Haare. „Weißt du, ich bin nur auf dieser queeren Party, um genau sie zu vergessen." Ich schlucke. Das tut irgendwie weh, obwohl es nicht mal um mich geht. „Vergessen?", wiederhole ich leise, mehr zu mir selbst. Er schaut mich an, die Stirn leicht gerunzelt. „Warum bist du überhaupt hier, Amy? Bist du...?" Seine Frage kommt ohne Vorwurf, eher aus Neugier. Ich schüttele schnell den Kopf. „Nein, nein. Ich liebe einfach Partys", sage ich mit einem kleinen Lächeln. „Die Musik, die Lichter, die Stimmung... alles. Es ist der perfekte Ort, um mal nicht an alles denken zu müssen." Er nickt langsam. Für einen Moment ist da Stille zwischen uns - na ja, so still, wie es auf einer Party eben sein kann. Ich lächle schwach. „Ich glaube... Kitty mag dich noch", sage ich, obwohl meine Stimme fast untergeht zwischen dem Beat der Musik und meinem eigenen Herzklopfen. Innerlich fühle ich mich wie ein zusammengeknülltes Blatt Papier. Verunsichert. Gestresst. Wie sollen wir das bloß schaffen? Henry, Riley und ich - wir sind in einer Netflix-Serie gelandet und unsere einzige Hoffnung, nach Hause zu kommen, ist es, zwei Menschen zu verkuppeln, die sich gerade lieber aus dem Weg gehen würden. Ich atme tief durch und versuche, mir nichts anmerken zu lassen. Schließlich muss irgendjemand hier den Überblick behalten. Dae steht vor mir, seine Augen jedoch wandern an mir vorbei - nicht auf mich gerichtet, sondern auf etwas oder jemanden hinter mir. Irritiert drehe ich mich um. Und da sehe ich es. Kitty. Und Praveena. Die beiden tanzen zusammen. Eng. Lachend. Als wäre niemand sonst auf dieser Party. Ich spüre, wie mein Herz schwer wird. Noch bevor ich etwas sagen kann, blickt Dae wieder zu mir. Seine Augen wirken leer, resigniert. „Da musst du dich irren", murmelt er, schüttelt leicht den Kopf und dreht sich um. Dann verschwindet er in der Menge. Ich schlucke hart. Ich fühle mich plötzlich wie das fünfte Rad am Wagen - total fehl am Platz. Und ganz ehrlich? Auch ein bisschen mies. Was machen wir hier eigentlich? Wo ist Riley? Sie sollte doch eigentlich genau das verhindern - dass Kitty sich zu sehr an Praveena bindet. Riley hatte gesagt, sie behält sie im Blick... Doch von ihr fehlt jede Spur. Ich bahne mir den Weg durch die tanzende Menge, die Lichter flackern wild, und die Musik hämmert in meinen Ohren. Da sehe ich ihn - Henry. Er lehnt an der Wand, wirkt ganz in Gedanken. Erleichtert laufe ich auf ihn zu. „Henry..." will ich gerade sagen, als ich merke, dass er nicht allein ist. Ein Typ steht neben ihm. Ziemlich dicht sogar. Oh. Ich bleibe abrupt stehen. Der Typ sieht irgendwie betrunken oder zumindest... beschädigt aus. Ich verziehe genervt das Gesicht, rolle die Augen und drehe mich um. Super. Ohne ein weiteres Wort verlasse ich die Party. Draußen ist es deutlich ruhiger, die frische Luft tut gut. Da sehe ich sie. Riley. Sie hockt auf dem Boden, die Arme um den Bauch geschlungen. „Riley?" rufe ich und laufe zu ihr. „Wo warst du? Du solltest doch bei Kitty bleiben!"
Keine Antwort. „Hey, ist alles okay?" frage ich besorgt, doch da beugt sie sich plötzlich vor - und übergibt sich. Ich zucke leicht zusammen, wende mich halb ab. „Ugh..."
„Ich glaub, ich hab was Falsches gegessen... War vielleicht Himbeere im Kuchen, den patreena mir vorhin gegeben hat? Du weißt, Himbeere vertrage ich nicht..." murmelt sie matt. ,,Kuchen auf Partys? W-Wieso hatte sie Kuchen mit dabei?" Ich seufze, ziehe ein paar Taschentücher aus meiner Tasche und reiche sie ihr. „Komm, wir gehen", sage ich ruhig und helfe ihr auf. Ich stütze sie, während wir langsam in die Nacht hinauslaufen. Während wir durch die dunklen Straßen laufen, nur das entfernte Wummern der Musik noch im Hintergrund, seufzt Riley plötzlich neben mir. „Es schien mir so, als ob Kitty noch starke Gefühle für Yuri hat, bevor ich rausgegangen bin und gekotzt habe", sagt sie leise, fast nachdenklich. Ich bleibe kurz stehen und sehe sie an. Dann senke ich den Blick und laufe weiter. In meinem Kopf rattert es. Hat sie etwa heimlich zu Yuri rübergeschaut? Ich beiße mir auf die Lippe. Was sollen wir nur tun? Je mehr Zeit vergeht, desto aussichtsloser fühlt sich alles an. Wir sind hier, um Kitty und Dae zusammenzubringen... aber alles scheint in die völlig falsche Richtung zu laufen. Ich denke nach. War das in Staffel 2 auch so? Hatte Kitty da auch noch Gefühle für Yuri?
Oder... wurde einfach alles durcheinandergebracht, weil ich, Riley und Henry plötzlich Teil dieser Welt sind? Haben wir mit unserer Anwesenheit vielleicht alles verändert? Der Gedanke lässt mich nicht los. Was, wenn wir gar nicht helfen... sondern alles nur noch komplizierter machen? Als wir endlich die KISS erreichen, hängt Riley halb schlafend an mir. Ihre Augen sind schon fast zu, während ich sie weiter stütze. „Wir sind gleich da", flüstere ich, mehr zu mir selbst als zu ihr. Und dann sehe ich es. Auf der Wiese, direkt vor dem Eingang. Min Ho. Und Stella.
Sie stehen da. Und... küssen sich.
Mein Herz bleibt stehen.
W-Was zum...? Hat er sie nicht noch vor kurzem nervig gefunden? Ich schlucke hart. Etwas in mir reißt.
Ein feiner, kaum hörbarer Riss in meinem Herzen... aber ich spüre ihn. Deutlich. Wieso tut es nur so weh? Ich zwinge mich wegzuschauen. Doch das Bild brennt sich in meine Gedanken.
Und ich weiß: Ab jetzt wird nichts mehr so sein wie zuvor.

Hallo meine lieben. Ich hoffe euch hat der Teil gefallen bis bald. ♡♡♡

In der Welt von XO, KITTYGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt