Ich musste erneut eingeschlafen sein, denn das nächste was ich mitbekam war die Landung. Es rappelte und das ganze Flugzeug schien zu vibrieren. Dann würde alles wieder ruhig und langsam kam der riesige Flieger zum stehen. Die Stewardessen baten die Passagiere noch auf den Plätzen zu bleiben und alle verhielten sich ruhig. Als wir endlich von Bord gehen durften und unsere Taschen hatten ließ ich mich auf eine der harten Metallbänke vor dem Flughafen fallen.
"Kommen Sie Madison, wir müssen weiter. Unser Taxi steht hier schon irgendwo.", ermutigend zwinkerte mir Mr. Johnson zu und ich stand stöhnend wieder auf.
Sobald ich wieder zuhause war, was zweifellos nicht allzu weit entfernt schien, würde ich wieder anfangen regelmäßig Sport zu treiben. Nicht nur, dass ich mir plötzlich dieses Bäuchlein wegwünschte, sondern auf weil meine Kondition ziemlich am Ende war.
Zielstrebig lotste mich Mr. Johnson zu einer riesigen schwarzen Stretchlimousine, die ich bisher immer nur in Filmen gesehen hatte. Der Fahrer stieg aus und öffnete mir galant die Tür.
"Dankeschön.", murmelte ich und wurde prompt rot.
Als auch Mr. Johnson in der riesigen Limo Platz genommen hatte stöhnte ich leise.
"Alles okay, Madison?", fragte er mich besorgt.
"Ja ja. Ich bin nur total erschöpft, wahrscheinlich hätte ich regelmäßiger Sport treiben sollen.", ich schnitt eine Grimasse und grinste schief. Dann legte ich eine Hand auf meinen Bauch:" Aber wir haben ja erstmal... Drei Tage Pause, oder?"
Mein Aufpasser oder Abholer oder wie auch immer man ihn nennen sollte nickte:" Ja, in der Zeit könnt ihr eure Konkurrentinnen kennenlernen und euch in der Villa zurecht finden. Außerdem muss ich ja noch die anderen Kandidatinnen abholen."
"Bekommen wir jeder ein Schlafzimmer, also alleine?", fragte ich.
"Ja, jeder hat drei eigene Räume, ein Badezimmer, ein Schlafzimmer und ein Wohnzimmer oder Aufenthaltsraum.", er lächelte mich an.
Die Villa, die ich mir in Gedanken immer vorgestellt hatte wuchs rasant an und ich bezweifelte, dass ich mich jemals darin zurecht finden würde.
"Keine Sorge, die Zimmer werden jeweils durch das Schlafzimmer betreten, also hast du nicht allzu viele Türen auf den Fluren."
"Okay.", sagte ich lahm und schaute dann durch die getönten Scheiben nach draußen. Zu meinem Erstaunen sah ich keine großen Städte oder Strände, schließlich war es ja eine Sommerresidenz, sondern nur Dünen, bewachsen mit langem Gras und Lavendel.
Ein bewunderndes Seufzen entfuhr mir:" Wow, es ist ja wunderschön hier!"
Mr. Johnson lachte:" Da hast du recht, Madison."
"Wie viele Frauen haben Sie schon abgeholt?", wollte ich wissen und riss meinen Blick mühsam von den lila Flächen los.
"Du bist eine der letzten. 16 habe ich schon abgeholt. Die erste ist nun schon seit 2 Wochen in der Villa."
"Und wie sind die anderen Mädchen?", fragte ich weiter.
"Tja, ich glaube, dass solltest du lieber selbst herausfinden. Willst du etwas trinken? Die Fahrt dauert noch eine Weile."
Dankend nahm ich sein Angebot an und er schenkte mir ein Glas Champagner ein.
Noch nie in meinem Leben habe ich Champagner getrunken und als wir anstoßen sagte Mr. Johnson feierlich:" Auf die Liebe und auf das Glück."
Ich lächelte, obwohl ich seine Anspielung nicht verstand. Dann führte ich mein Glas zum Mund und kostete. Es schmeckte köstlich. So köstlich, dass ich das Glas in einem Mal runter kippte und nach mehr verlangte.
"Na na, Madison! Wir wollen ja nicht, dass sie sich betrinken.", murmelte er, als ich enttäuscht drein schaute, weil er mir noch mehr verwehrte.
"In den nächsten Monaten wirst du noch genug Champagner bekommen, keine Sorge.", lächelte er und klopfte mir auf die Schulter.Ungefähr drei Stunden später waren wir da. Der Fahrer machte die Tür auf der Seite von Mr. Johnson auf und ich rutschte durch, um auszusteigen.
Jetzt bereute ich es, dass ich nicht aus dem Fenster geschaut, sondern nur über meine Konkurrentinnen nach gedacht hatte. So wusste ich jetzt gar nicht, wo ich mich befand.
"Herzlich Willkommen in der Villa Paradiso!", verkündete ein Butler, der bereit stand, sobald wir die Limousine verließen. Unwillkürlich dachte ich darüber nach, ob er wohl mein Diener war, doch ich traute mich nicht, die Frage laut auszusprechen.
"Komm mit Madison, ich werde dir mal dein Zimmer und die ganze Anlage zeigen.", fröhlich schiebt mich Mr. Johnson von der Limousine weg, in Richtung der riesigen Villa, die ungefähr zweihundert Meter von uns entfernt steht. Mir ist klar, warum die Limo nicht bis vor die Tür gefahren ist, sondern hier angehalten hat.
"Puh... Muss das wirklich alles heute sein? Können wir das nicht verschieben?", frage ich müde.
Mr Johnson nickt:" Natürlich, allerdings werde ich das dann nicht machen, sondern deine Bedienstete. Deine Tasche wird gleich auf dein Zimmer gebracht. Alles weitere steht hier drin und wird sie dir dann auch erklären."
Er übergab mir einen riesigen Ordner, von dem ich schon jetzt wusste, dass ich ihn mir nie im Leben durchlesen würde.
Ich schnaube:" Dankeschön. Bringen Sie mich dann auf mein Zimmer?"
Wieder nickte mein Begleiter und ging mit schnellen Schritten über den Kiesweg auf die riesige, fast schlossartige Villa zu.
Als wir gerade auf der obersten Stufe standen wurde die Tür schon geöffnet. Mein Blick glitt durch den riesigen Saal, der nun zum Vorschein kam. Es war eine Eingangshalle, wie mir Mr Johnson erklärte. An der hohen Decke hing ein riesiger Kronleuchter. Als wir über die Türschwelle traten kam eine junge Frau auf uns zu:" Hallo! Sie müssen Ms Madison Shepherd sein! Herzlich Willkommen in der Villa Paradiso."
Lächelnd bedankte ich mich bei ihr und ließ mich von Mr Johnson auf mein Zimmer führen. Ich begleitete ihn durch tausende, so kam es mir jedenfalls vor, lange Gänge, die mit sehr teuer aussehenden golden verzierten Tapeten und großen Fenstern gesäumt wurden. Alles sah so aus, als wäre eine Königsfamilie erst gestern ausgezogen, doch trotzdem war es seltsam modern. Ich könnte nicht genau definieren, was es war, doch dieser Stil war so ungewöhnlich und neu, dass ich mich zugleich willkommen und ausgeschlossen fühlte. Ein seltsames Prickeln durchlief meinem ganzen Körper, als ich die Treppen empor stieg. Erst später begriff ich, dass in diesem Moment die Aufregung begann.
In meinem Zimmer dann erinnerte nichts mehr an ein Schloss, alles war neu renoviert und super modern, aber vor allem sehr luxuriös eingerichtet. Ein junges Mädchen, etwa zwei Jahre älter als ich kam direkt auf uns zu und begrüßte mich mit zwei Küsschen.
"Das ist Hazel, deine Zofe.", stellte mir Mr Johnson vor, bevor er selber sich verabschiedete.
Obwohl er sehr nett und sympathisch war trauerte ich ihm keine Sekunde nach. Dafür war alles viel zu neu und aufregend. Die riesige Villa, die schönen Kleider die in den Schränken hingen, Hazel, meine Zofe.
"Hallo, ich bin Madison.", stellte ich mich vor und umarmte sie kurz. Es war irgendwie seltsam eine fremde Person zu umarmen, doch da wir viel Zeit miteinander verbringen werden hielt ich es für eine gute Idee.
"Ich weiß. Ich bin Hazel.", sie grinste schief.
Hazel war eine sehr zierliche Gestalt, tatsächlich war sie mindestens 5 cm kleiner als ich, was schon was heißen könnte, denn ich war nur 1,64m.

DU LIEST GERADE
Lovebattle
RomanceGeld oder Familie? "Vor wenigen Stunden kam eine neue Meldung rein! Mr. und Ms. Edison suchen tatsächlich eine Frau für ihren Sohn Dayton. In drei Monaten werden 20 Frauen in die Sommerresidenz kommen. Die Gewinnerin kann sich am Ende zwischen Dayt...