VI - Von Zombies und Skeletten

629 22 2
                                    

"Dann lass ich allein. Ich schaff das auch so.", schrie ich ihn an, während ich mit meiner Spitzhacke weiterhin den Obsidian abbaute. "Du hilfst nicht mit sondern rennst einfach nur umher. Wir brauchen die Ressourcen wenn wir in den Nether wollen." Es nervte mich einfach, dass Max immer was anderes machte, als wir uns eigentlich vorgenommen hatten. Wir wollten Obsidian holen und dann zurück das Netherportal bauen. Wir hatten alles was wir brauchten, gute Rüstung, ein starkes verzaubertes Schwert und viel Erfahrung. Die Höhlen der Oberwelt waren einfache Sache. Wir brauchten Diamanten, Redstone oder Obsidian? Ab in unsere 'private' Höhle unter unserem Haus. Aber anstatt mir hier beim Abbauen zu helfen, läuft er einfach nur durch die Schlucht und macht sonst was.

"Aber ich helfe dir doch.", antwortete er von weiter weg. "Ich...", doch ich unterbrach ihn. Es interessierte mich nicht, was er gerade so wichtiges zu tun hat. "Mein Inventar ist voll, und du hast die Endertruhe. Kannst du sie bitte aufstellen, damit ich etwas Zeugs weglegen kann. Außerdem könntest du auch noch ein paar Stacks mitnehmen. Ich muss wieder alles schleppen." Genervt kam er aus irgendeinem Seitengang der angrenzenden Miene. Er stellte die Endertruhe auf und ging dann wieder los. Ich schaute ihm noch einmal nach, als er wieder in dem Gang verschwand. "Hast du denn wenigstens etwas gefunden, dass wir brauchen könnten? Sattel, Leinen, Namensschilder?", doch es kam keine Antwort. Toll, jetzt ist er schon so weit weg, dass er mich nicht mal mehr hört. Ich konzentrierte mich wieder auf den Obsidian. Unter mir war schließlich immer noch ein Lavasee.

Nach einer Weile hörte ich Schritte auf der anderen Seite des restlichen Lavasees. Ich schaute rüber und konnte Max erkennen. "Was machst du da?", rief ich ihm zu. "Ich hab einen Durchgang gefunden zur anderen Seite. Er ist da drüben in der Miene.", antwortete er während er auf einen kleinen Eingang an der rechten Wand zeigte. "Ah, ist gut. Es wäre sinnvoller wenn du mir hier helfen würdest, dann wären wir schon längst fertig und könnten wieder an die Oberfläche." Den letzten Teil hörte er nicht mehr, da ich ihn fast nur für mich sagte. Nach wenigen Sekunden kam er aus dem Mienengang gelaufen. "So, da bin ich wieder.", sagte er ein wenig erschöpft. "Bist du fertig?"

Ob ich fertig bin? "Ob ich fertig bin?", fragte ich ihn halblaut. Eigentlich wollte ich keine Antwort. "Ja bin ich. Mit den Nerven. Ich baue hier seit Minuten diesen beschissenen Obsidian ab, und du rennst hier einfach durch die Gegend? Anstatt mir zu helfen, dass wir schneller fertig werden?" Er schaute auf den Boden. Jetzt tut er wieder auf beleidigt. Aber es war mir egal. "Ich bin es einfach Leid hier immer alles zu machen. Und ich brauche auch deine Hilfe nicht. Oder besser gesagt, deine Nichtsnutze kannst du wo anders ausleben. Dann geh in die Mienen und such da. Ich bin hier eh fertig und geh jetzt wieder nach Hause." Beleidigt packte ich meine Sachen zusammen und nahm die restliche Kohle aus dem Ofen mit. Zwanzig Fackeln hatte ich noch. Aber das würde reichen. Es ist eh nur die Treppe hier nach oben und dann die obere Miene entlang. Soll er doch hier unten seine Zeit verbringen. Ich ging zur Treppe und warf ihm einen letzten Blick zu. Er bewegte sich nicht von der Stelle. Soll er doch da stehen bleiben. Ob er nun mitkommt oder nicht, eine Hilfe ist er nicht.

An einer Weile kam ich am Ende der oberen Miene an. Nur wenige hundert Blöcke bis zur Oberfläche. Ich folgte den Fackeln auf der rechten Seite. Doch irgendwie kam ich nicht weiter nach oben. Es ging immer nur gerade aus. Der Weg kam mir nie so lang vor. Plötzlich entdeckte ich eine kleine Holztür in der Wand. Ich kann mich nicht erinnern, hier etwas gebaut zu haben. Ich öffnete sie und fand einen Eingang zu einer Miene. Ein Schild an der Wand verriet mir, dass sie leer war. Also schloss ich die Tür und ging weiter. Aber der Gedanke ließ mich nicht los, hier noch nie gewesen zu sein. Vielleicht hat Max hier etwas gebaut und ich weiß davon nichts. Nur weil unsere eigentlichen Spieler offline gehen, heißt das nicht, dass wir auf den Servern nicht weiterspielen.

Wie dem auch sei. Ich ging weiter und folgte der Höhle. Eigentlich sollte der Ausgang schon längst gewesen sein. Der Gang schien unendlich lang zu sein. Doch etwas aus Holz erregte meine Aufmerksamkeit. Es sind die Leitern zurück an die Oberfläche. Ich bin bestimmt irgendwo falsch abgebogen. Doch als ich dichter kam, war es nur eine Holztür. Schon wieder eine? Was hat Max den hier alles gebaut? Ich öffnete auch diese vorsichtig, denn man weiß nie was hinter einer Tür ist, und musste aber erschrocken feststellen, dass es genau die gleiche ist. Ich bin im Kreis gelaufen. Ich schaute vor Schreck um mich. Das konnte nicht sein. Ich kann nicht falsch abgebogen sein. Die Fackeln waren immer rechts.

MauzthingsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt