5. Kapitel

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Marcels Sicht:

Lauras Reaktion beschäftigte mich noch lange an diesem Abend. Doch schließlich musste ich mir eingestehen, dass ich zu keinem Entschluss kam und ich redete mir ein, dass ich es hoffentlich morgen herausfinden konnte.

Der Wecker riss mich aus meinem entspannten Schlaf. Mir fiel die Bergtour mit Laura ein und war sofort hellwach. Bester Laune schwang ich mich aus dem Bett.

Ich war bereits um 7:50 Uhr am vereinbarten Treffpunkt und wartete ungeduldig auf Laura. (Geduld war noch nie meine Stärke)
Zwei Minuten später war auch sie schon angekommen.

,,Hallo! Gut, dass du schon da bist!", begrüßte sie mich mit ihrem unverwechselbar schönen Lächeln.

Ich ließ ihr den Vortritt und so marschierten wir einige Zeit schweigend hintereinander. Wie immer, wenn ich in der Natur war, genoss ich die stille Eintracht um mich herum.
Ich musste mir eingestehen, dass ich nicht gedacht hätte, dass Laura so ein flottes Tempo drauf hatte!
Als der Weg etwas breiter wurde konnten wir nebeneinander gehen.

,,Warst du schon oft hier oben?", fragte ich Laura.

,,Ja schon, aber das letzte Mal ist schon eine Weile her", antwortete sie.

Lauras Sicht:

Ich war schon den ganzen Morgen nervös, aber ich freute mich auch. Marcel wartete bereits auf mich. Das kam nicht oft vor, dass jemand pünktlicher war als ich. Wir marschierten schweigend los.

Nach zwei Stunden Gehzeit kamen wir am Gipfel an. Schmerz, Trauer und Sehnsucht stiegen in mir auf. Ich dachte nicht, dass es nach so langer Zeit noch immer so aufwühlend sein würde hier herauf zu gehen.

Zwei Jahre ist es nun her, als mein Freund hier abstürzte. Er war mit Freunden unterwegs, einer von ihnen rutschte im steilen Gelände aus. Julian wollte ihm nur helfen und dabei verunglückte er selbst tödlich.

Plötzlich wollte ich nicht mehr auf diesem Berg sein.

,,Können wir vielleicht wieder hinunter gehen?", fragte ich mit erstickter Stimme.

Marcel sah mich fragend an, aber ich erzählte ihm nichts und er fragte auch nicht, worüber ich ihm sehr dankbar war. Ich würde gerne mit jemanden über all das reden, aber ich schaff es einfach nicht. Außer mit meiner besten Freundin hab ich noch nie wirklich mit jemandem darüber geredet. Zumindest nicht was ich dabei fühlte und wie ich den Tod meines Freundes verkraftete. Ich weiß nicht ob ich das jemals getan habe.

Nach einer laaangen Pause kommt endlich wieder ein neues Kapitel, ich hoffe ihr habt noch immer Interresse daran!😁💖
Ich hab übrigens in den vorherigen Kapiteln ein bisschen was verändert, falls ihr euch nicht mehr auskennt.😉

Marcel&Laura  Eine geheimnisvolle LiebeWo Geschichten leben. Entdecke jetzt