9. Kapitel

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Der Tag zog sich weiter und ich sehnte mich endlich nach den drei magischen Worte...
"Wir sind fertig!"
Menschen wuselten  vor meinen Augen und räumten zusammen. Die Jungs standen etwas abseits und redeten mit paar Crew Mitglieder, bevor sie sich von diesen verabschiedeten. Der Manager kam an meine Seite.
"Was kommt jetzt?"
"Wir fahren zurück zum Entertainment, wir müssen noch einige Sachen regeln"
Sachen, die mich nichts angehen... Das heißt so viel, dass ich entweder in einem abgeschotteten Raum warten bis Vixx Zeit hat... oder Dean. Oder ich werde zu Deans Wohnung gebracht, weil diese Besprechung mich gar nichts angeht...
"...Wirklich?" Kens Stimme riss mich aus meinen Gedankenwirrwarr. "Was ist?" fragte ich ihn neugierig. "Paar Fans haben mitbekommen, das wir hier filmen und stehen nun vor dem Gebäude" antwortete N nachdenklich. "Wir können dich nicht mitnehmen..." setzte der Manager wieder an. Unverständlich schaute ich die anderen an. "Wenn wir zusammen gesehen werden könnten Gerüchte auftauchen" Wonshiks Blick senkte sich. Bitte was?! "Und was soll ich jetzt machen?" aufgebracht stand ich von meinem Stuhl auf und nahm meine Sachen. "Man könnte ihr ein Taxi rufen..." hörte ich Hongbin zum Manager. "Zu auffällig" meinte Hakyeon, worauf ihr Manager abwesend mit dem Kopf nickt. Ist klar, ein Taxi rufen ist heutzutage sehr auffällig - es fahren ja auch wenige in der Stadt herum... besonders in Seoul. Angesäuert blieb ich stehen "Ganz einfach, ich laufe zur nächsten Haltestelle und fahr' dann mit dem Bus weiter". Daraufhin schüttelt jeder mit dem Kopf. Einer murmelte irgendwas mit "... viel zu weit..." und "... können wir nicht zulassen... ", aber ich lief schon Richtung Notausgang - eine kleine Stahltür auf der gegenüberliegenden Seite des eigentlichen Eingangs.

Ich wusste ja, dass diese Situation verzwickt war, doch man hätte vorher schon einmal darüber nachdenken können. Denn Fakt ist, manche Fans sind einfach Freaks und wissen ganz genau wo sich ihre Idols befinden...

Als ich hinaus lief wurde ich sofort mit vielen kleinen Regentropfen begrüßt. Wenn, dann läuft alles schief. Ich atmete tief durch und schlang meine Arme um meinen Körper. Regentropfen liefen mir über mein Gesicht und dringen tiefer in meine Kleidung. Ich lief los, nur um dann paar Meter stehen zu bleiben, weil mich jemand an der Schulter festhielt und zog mir eine Jacke über die Schultern. Irritiert drehte ich mich um. Wonshik schaute mich erst nicht an, sondern richtete die Jacke und zog mir die Kapuze über den Kopf. Regungslos stand ich vor ihm. Als - seiner Meinung nach - alles perfekt saß sah er mich an.

Meine Sinne waren betäubt von dem Geruch seiner Jacke.

"Sie schützt dich wenigstens etwas vom Regen."
"Es ist alles in Ordnung."
"Du solltest nicht den ganzen Weg im Regen laufen."

Und mein Herz blieb stehen.

Auf der anderen Seite ist es wirklich lächerlich, ich meine wir stehen im Regen und starren uns gegenseitig tot... wie in einem schlechten Drama - fehlt nur noch die hoffnungslose Musik im Hintergrund und eine einsame Träne auf dem Gesicht der Protagonistin alias Ich.

"Du solltest lieber reingehen."

Ich ließ in stehen und wenige Minuten später hörte ich zahlreiche Fans wie sie schreiend ihre Idols begrüßten. Ich steckte meine eiskalten Hände in die Jackentasche. Meine linke Hand erfasste darin etwas und ich zog es neugierig heraus. Es war ein zerknüllter Notizzettel.

서러웠지
You were sad huh  
이리와 내 품에 기대
Come here lie in my arms  
버거웠지
It was tough huh

Ich wusste nicht genau für was diese Worte standen, doch ich konnte mir vorstellen, dass es zu einen seiner Songs gehörte.

Der Regen wurde allmählich stärker, sodass meine nackten Beine anfingen zu zittern. Ich zog die Kapuze weiter herunter, um mich vor den Regentropfen zu schützen. Neben mir zogen einige Autos vorbei und ich wünschte mir sehnlich, dass eines davon - wie durch ein Wunder - anhielt und ich ins Warme ansteigen konnte...
Die Bushalte war weiter entfernt als gedacht und als ich sie erreicht hatte war ich nur mäßig glücklich darüber. Denn unter den Wartehäuschen quetschten sich Leute, die Schutz  vor dem Regen suchten. Zusätzlich musste ich wenig später feststellen, dass ich über eine Stunde warten musste bis mein Bus kommen würde. Meine Laune sank immer weiter runter.
Ich stellte mich am Rand und beobachtete die vorbei fahrenden Autos. Beim kleinsten Husten der anderen Menschen zuckte ich jedes Mal zusammen. Ich hasste mich dafür.
Durch die ausgestrahlte Wärme die sich hinter mir in dem kleinen Häuschen bildete klebte meine Kleidung klamm an meinem Körper. Meine Beine zitterten immer noch und ich merkte wie eine Erkältung meinen Körper empor stieg.

Plötzlich sah ich einen schwarzen Van an der Haltestelle und ich könnte schwören, dass ich hinter den getönten Scheiben WonShiks Gesicht erkannte. Doch schon im nächsten Moment verdeckte mir der Linienbus die Sicht. Schnell quetschte ich mich an der Menschenmassen, die sich sich vor der schmalen Tür gebildet hatte vorbei und setzte mich in die hintere Reihe. Ich wollte nur noch in Deans Wohnung, eine heiße Dusche nehmen und diesen Tag so schnell wie möglich vergessen.

Da ich völlig abwesend aus dem Fenster starrte merkte ich nicht die Gruppe von Jungs, die sich ebenfalls sich in der letzten Reihe gesetzt hatten. Erst als ich einen Ellenbogen in meine Seite bekam zuckte ich zusammen und sah meinen Sitznachbarn verdutzt an.

"Sorry!" Er grinste mich hämisch an, genauso wie seine drei Begleiter. Ohne mich eine weitere Sekunde mit ihm zu beschäftigen zog ich meine Kopfhörer aus meiner Hosentasche heraus und steckte sie mir entnervt in die Ohren.

Merkt man nicht, dass ich einfach meine Ruhe haben will?

Ich richtete meine.. nein, WonShiks Jacke und nahm wieder seinen Duft war. Sie könnte auch einer der Jungs sein und Ravi war einfach nur der Trottel, der sie dir geben musste..

Mein Handy vibriert kurz, bevor eine Nachricht auf meinem Display auftauchte.

Wo bist du?

Ich schrieb Dean, dass ich auf dem Weg zu seiner Wohnung war und versicherte ihm, dass alles gut ist. Die Jungs hatten ihm anscheinend erzählt, was passiert war.

Als ich aus dem Bus stieg hatte der Himmel ein warmes rot angenommen und es hatte das Regnen aufgehört. Ich schlenderte noch den restlichen Weg zur Wohnung und war überglücklich, als ich vor der Wohnungstür stand.

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⏰ Letzte Aktualisierung: Feb 02, 2017 ⏰

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Choreograf (KPOP FF)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt