Jasmin POV:
Der kalte Wind wehte wie wild durch mein langes blondes Haar,als ich eilig durch den Wald lief.
Ich wollte so schnell wie möglich an meinen Lieblingsplatz,mein Geheimversteck!
Es dauerte nicht lange,da verlangsamte sich mein Schritt und ich sah mich suchend um.
Das tolle an meinem Geheimversteck war,dass der Eingang richtig schwer zu finden war. Sogar ich hatte meine Probleme...
Aber nach ein paar Minuten fand ich ihn zwischen den Büschen und Bäumchen.
Der Platz war von einer Art Hecke umzeunt, was diesen Platz so geheimnisvoll macht,da diese Hecke nicht von Menschenhand angepflanzt wurde.
Hier,inmitten des Platzes war ein See und vereinzelte Baumgruppen umrahmten ihn.
Als ich mich wie immer an der einen Fichte nahegelegen am klaren Wasser nieder ließ holte ich meine Tasche hervor.
Ich legte vor mir ein Meppchen,einen Block und eine Brotdose hin.
Wenn es ging kam ich jeden Tag hier her,um bei dieser wohligen Atmosphäre zu zeichnen.
Hoffentlich würde man zu Hause nichts von meinem Verschwinden bemerken.
Während ich so zeichnete machte ich mir immer mehr Sorgen.
"Was ist,wenn Mum und Dad wieder schimpfen? Was ist wenn sie mir alles wegnehmen und wegschmeißen,so wie letztes Mal?",fragte ich mich selbst und starrte dabei meine fast vollendete Skizze vom See an.
Es war nicht so, dass meine Eltern meine Bilder hassten.
Für meine elf Jahre konnte ich das zugegebener Maßen sehr gut, aber meine Eltern wollten,dass ich nicht meine Zeit mit so unwichtigen Nebensächlichkeiten vertrödelte.
Also packte ich alles wieder zusammen und sah auf meine Armbanduhr.
"War ich wirklich eine ganze Stunde hier gewesen?",wunderte ich mich und schwang mir meine Tasche über die Schulter.
Also lief ich wieder nach zurück Hause anstatt gemütlich spazieren zu gehen.
Trotz das man hier schnell die Orientierung verlieren konnte,kannte ich mich im Groundforest besonders gut aus.
Unsere Familie ist mit Sicherheit die Einzige,die in diesem Wald wohnt.Zu Hause angekommen warf ich meine Tasche auf den Flurboden und zog mir Schuhe und Jacke aus.
Es war ausergewöhnlich kalt diesen Sommer,dass spürte man auch gerade in unserer Wohnung,da meine Ma heute lüftete.
Ein eisiger Luftzug wehte mir auf den Weg in mein Zimmer entgegen.
Schnell schloss ich meine Tür und genoss die Wärme,die in meinem Zimmer zum Glück geblieben war.
Ich warf mich auf mein Bett und ruhte mich kurz aus.
Nach einer viertel Stunde wurde mir das ganze aber zu langweilig.
Ich hatte eine besondere Schwäche für Liebesromane,deswegen schnappte ich mir einen aus meinem Bücherregal und fing an die Seiten durch zu blättern."Jasmin? Wo bist du jetzt schon wieder!",hörte ich die Stimme meiner Mutter. Dumpfe Schritte waren auf dem Flur vor meiner Tür zu hören und ich zuckte leicht zusammen,als diese mit einem Ruck aufgerissen wurde.
"Da bist du ja mein Engel. Wie oft soll ich es dir noch sagen: Es sind zwar Sommerferien,a-"
"Aber du sollst auch was Sinnvolles mit der Zeit anfangen,ich weiß!",fiel ich ihr ins Wort.
Meine Mutter sah mich lächelnd an,man wusste aber sofort das es nicht echt war:"Gut mein Schatz. Wenn du ja weißt was zu tun ist,dann kannst du ja auch im Haushalt helfen. Komm mal mit Fräulein."
Augenrollend stand ich auf und legte mein Buch zurück ins Regal,bevor ich meiner Mutter nach draußen folgte.
Hinter unserem Haus war ein alter Schuppen,den wir als Einziges nicht renoviert hatten.
Ich fand ihn gruselig,aber auch mysteriös und das weckte wiederum meine Neugierde.
"Uuuuund was soll ich hier tun? Sag bloß den Schuppen erneuern!",fragte ich mit leichtem Entsetzen.
Meine Mutter lachte:"Nein. Um Himmelswillen, so etwas verlangt man doch nicht von seinem Kind! Ich will das du den Schuppen hier nur ausräumst. Dann können dein Vater und ich überlegen,was auf den Flohmarkt kommen soll."
Ja,jetzt fällt es mir wieder ein. Wir wollten dieses Wochenende auf den Flohmarkt von Groundderry.
Ihr fragt euch jetzt sicher warum unser Wald und die Stadt beide mit Ground- anfangen.
Ganz simpel: Der Städtegründer hat diesen Wald mitgekauft.
Ich kenne ihn sogar,denn es ist niemand anderes als mein Vater.
Deswegen hat er auch so wenig Zeit.
Als Bürgermeister hat man so richtig viele Aufgaben im Namen der Bewohner seiner Stadt zu erledigen.
Und nicht nur er kämpft um Wohlstand für seine Leute,sondern auch meine Ma. Sie ist Ärztin,hat sich aber die ersten zwei Wochen der Ferien freigenommen,damit wir noch etwas "zusammen" machen können.Ich starrte auf den Schuppen und seufzte.Besser,ich fange jetzt schonmal an,damit ich bis heute Abend hoffentlich schon fertig werde...
Doch je mehr Kram ich raustrug,umso mehr verlor ich an Entschlossenheit.
Irgendwann,so nach drei Stunden lag ich unmotiviert auf der Wiese und verschnaufte für ein paar Minuten,dann sah ich hinauf zum Himmel.
Manchmal beruhigte mich der Gedanke,dass Grandma irgendwo da oben war,hinunter sah zu uns und uns wahrscheinlich bei allem was wir tun begleitete.
Mehrere Bilder von meiner Oma und mir spulten sich in meinem Gedächtnis ab.
Soe war so ein liebevoller Mensch,warum musste die Krankheit ausgerechnet sie treffen.
Schande!
Schande an die,die da oben das sagen haben.
Hätten sie mal lieber jemand anderen im Visier gehabt,dann könnte mir Grandma vielleicht noch bei der ganzen Arbeit hier helfen...Ich setzte mich auf und starrte den Haufen an Krempel neben mir an.
Grummelnd begab ich mich wieder in den Schuppen.
Der Betonboden war an einigen Stellen durch den Klimaumschwung aufgeschlagen,an den Wänden hingen mehr Spinnen dran,als ich zählen könnte und auch von Staub hatte man hier genug.
Ein kurzes Husten brachte mich aus meinem Selbstmitleid und mit neuer Energie packte ich das alte Fahrrad meines Vaters und trug es behutsam nach draußen.
Nun musste ich nur noch die paar Werkzeugkisten abstellen und ein paar andere Gartengeräte raustragen und schon war ih fertig mit meiner Arbeit.Zufrieden mit dem,was ich für heute erreicht hatte ging ich zurück ins Haus und würde auch nicht mehr rausgehen,da ich erstmal genug von jeglicher Körperbetätigung hatte.
"Oh! Schon so schnell fertig mein Mäuschen?",kam es aus der Küche.
Ich ging zu meiner Mum und lächelte sie leicht gereizt an:"Ja! Es ging schneller als erwartet. Wenigstens bekomme ich das Abendbrot mit! Und nenn mich nie wieder Mäuschen!"
Meine Mutter lachte nur,man merkte ihr trotzdem die Nervosität an.
Warum eigentlich?
Ich bin ja jetzt nicht soo gefährlich.
Eigentlich war ich ein sehr friedlicher und freundlicher Mensch,aber ab und zu konnte mein Geduldsfaden auch platzen und da hatten selbst meine Eltern keine Chance mehr *grins*.
Doch jetzt wollte ich keinen unnötigen Streit anfangen,denn ich wollte nicht umsonst zum Abendbrot fertig sein,da ich einen mortz Hunger hatte.
Erstmal begab ich mich wieder in mein Zimmer.
Ich fragte mich eigentlich,wo sich mein Bruder die ganze Zeit rumtrieb.
Seufzend setzte ich mich an meinen Schreibtisch und starrte alte Fotos an,die ich mal im Urlaub geschossen hatte.
Es war wunderschön gewesen,aber leider war es der erste und auch letzte Urlaub gewesen,den ich mit meiner ganzen Familie unternehmen durfte.
Ich schaute weiter auf die Bilder und hätte schwören können,das sich mein Bruder vewegt hatte.
Leicht neugierig schaute ich mir das Bild genauer an.
Es war am Strand geschossen worden.
Ich war gerade dabei in die Wellen zu springen und mein Bruder holte gerade eine Taucherbrille.
Meine Eltern saßen beide auf einer Strandbank und sonnten sich ein wenig.
Doch als ich weider zu meinem Bruder und mir sah,bemerkte ich,dass Darren seine Taucherbrille schon aufgesetzt hatte.
Ich stand schon bis zu den Hüften im dunkelblauen Meer.
Verwundert kratzte ich mich am Kopf.
Habe ich mir vielleicht beim Schuppen irgendwo den Kopf gestoßen? Meine Hände und Beine waren voll mit kleinen Kratzern,da ich schwere Gegenstände nicht so einfach transportieren konnte.
Kann schon sein,dass ich mir dann mal den Kopf irgendwo geprellt habe...hoffentlich....
Dieser Tag ist jetzt schon ein paar Jahre her. Ich kann mich nur noch so gut daran erinnern,da es der erste Tag war an dem ich dieses merkwürdige Ereignis erlebt habe.
An diesem Tag hatte ich auch erfahren,dass mein älterer Bruder sich nach einer Wohnung erkundigt hat.
Er ist etwa fünf Jahre älter als ich,heißt also,dass er zu dem Zeitpunkt 16 war.
Also würde er bald ausziehen,da er dann volljährig wäre.
Obwohl ich finde,dass er sich immer wie ein kleines Kind verhält und auch auch verhalten wird!
Jedenfalls dauerte es nur zwei Jahre und glücklicherweise hatte er genug Geld für die Wohnung zusammengekratzt.
Meine Eltern meinten,es wäre besser für mich,wenn ich zu meinem Bruder ziehen würde,da sie selbst nicht jeden Tag für mich da sein könnten.
Schwerenherzens nahm ich das Angebot an und zog schon mit 13 Jahren aus meinem Elternhaus.
Es war schwer,sich an die Stadt zu gewöhnen.
Trotzdem hatte ich dort schon Freunde in meiner Schule,die mir halfen,mein Stadtleben leichter zu akzeptieren.
Doch es wurde nicht nur leichter,sondern auch verrückter dort zu leben.
Dieser Zwischenfall vor zwei Jahren kam immer häufiger vor.
Ich wusste nicht was es war,aber es machte mir Angst.
Nach ein paar Monaten der Ankunft beschloss mein Bruder mich zu einer Psychologin zu bringen.
Sie hieß Frau Dr. Dien und war sehr freundlich zu mir.
Währe ja auch eine Überraschung wenn nicht.
Allerdings konnte sie nicht wirklich etwas an meinem Problem ändern.
Es war zum verzweifeln,nicht nur für Frau Dien.
Ich hoffte nur das es so schnell wie möglich verschwand,da es vielleicht in naher Zukunft alles ruinieren konnte...
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Dreamworld
FantasyHay,freut mich das ihr auf mein Buch gegangen seid. ʕ•̫͡•ʔ In diesem Buch werdet ihr Jasmin kennenlernen,ein Mädchen welches seid ihrer Geburt das Familiengeheimnis nicht gewusst hat und plötzlich mit Dingen konfrontiert wird,die ihr das Leben zur H...