Kapitel 4

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Jasmin POV

Die Nacht über hatte ich einen ziemlich unruhigen Schlaf. Das erklärte dann auch die tiefen Augenringe am nächsten Morgen.
Beim Frühstück kam dann das erste besorgte Kommentar von Darren:"Alles okay Jasmin? Siehst nicht so aus als hättest du viel Schlaf abbekommen."
Soetwas erstaunte mich,da er eigentlich nie viel von meinen ganzen Problemen hielt.
"Nein,alles in Ordnung Bro.",gab ich so wach und gelassen rüber wie es nur ging und stürzte mich direkt auf das Toast.
"Wollen wir heute ein wenig in die Stadt? Ich muss noch ein paar besorgungen machen. Ich kann aber verstehen wenn du nicht willst. Es gibt ja heute mehrere Gründe.",sagte er und biss etwas von seinem Toastbrot ab.
Ich überlegte. Im Prinzip könnte ich in der Stadt vielleicht auch noch ein bischen shoppen gehen, aber ich war so müde das mir mein Schlaf zur Zeit wichtiger war.
Und dann gabs da auch noch die ganzen Werbeplakate...Nein ich bleibe lieber da Heim.
Ich schnappte mir eine Salamischeibe und belegte damit mein Toast. Dann knabberte ich so lange daran,bis es alle war.
Da ich nichts mit mir zu Anfangen wusste starrte ich minutenlang meinen Teller an, wurde jedoch abgelenkt als Darren fertig mit frühstücken war und aufstand.
Er nahm sein und sogar mein Geschirr und stellte es in die Spüle,bevor er dann sich an die Schuhe ranmachte und die Jacke anzog.
"Ich bin in einer bis zwei Stunden wieder da. Versuch nicht zu viel Blödsinn zu treiben,okay? Ist immerhin mein Haus!",sagte er.
Die Betonung lag auf mein,da er seinen Stolz-dass er ein eigenes Haus besitzt- mir gegenüber auslassen möchte. Und das tat er heute nicht zum ersten Mal!
Zum Abschied gähnte ich ihm freundlich zu und nickte dabei flüchtig,dann schloss er die Haustür und ich hörte noch wie das Auto aus der Ausfahrt fuhr.
Als ich sichergehen konnte,dass mein Bruder nun weg war stand ich auch auf und maschierte zurück in mein Zimmer.
In meinem Kleiderschrank lagen glücklicherweise viele T-Shirts,da es heute im gegensatz zu Gestern ziemlich warm war.
Ich nahm mir ein weiß-schwarz gestreiftes T-Shirt aus dem Fach und dazu noch eine kurze schwarze Hose.
Dann lief ich ins Bad und duschte mich erst mal,bevor ich mir die Klamotten anzog.
Als nächstes war Zähne putzen dran.
Kaum war meine tägliche Morgenroutine fertig,schmiss ich mich auf die Couch und machte den Fernseher an.
Wie jeden Morgen lief nur Schrott,deshalb schaltete ich um und versuchte etwas Nachrichten zu schauen.
Ich wollte gerade auf den nächsten Sender umschalten,als es plötzlich extrem Knallte und das Bild im Fernseher wackeln zu schien.
Die Moderatorin sah erst entsetzt in die Kamera und dann fing sie auch noch an sich zaghaft umzuschauen.
Ich bemerkte,dass diese Frau aus dem Zentrum unserer Stadt über irgendeine Veranstaltung zu moderieren versuchte.
Aber kaum dachte ich daran,dass doch auch mein Bruder dort einkaufen war,sah ich aus der Ferne hinter der Moderatorin einen kleinen Transportwagen.
Die Leute,die dort drin saßen und zum Teil aus dem Fenster rausschauten trugen allesamt Waffen.
Ein eiskalter Schauer lief mir den Rücken runter.
Und da fing auch schon das geballer an,welches ich direkt beim Anblick dieses Wagens erwartet hatte.
Erschrocken sprang ich auf und hielt mir den Kopf.
"Darren! Komm sofort...",während ich meine Gedanken laut ausrief suchte ich krampfhaft nach meinem Handy.
Als ich es dann entlich gefunden hatte tippte ich eilig Darrens Handynummer ein und schon begann mein Handy Darren anzuklingeln.
Eine Minute verstrich und ich hörte immernoch den Piepton,der mir sagte,dass mein verdammtes Handy immernoch am Wählen war.
Ich brach den Anruf ab und stöhnte etwas sauer.
Schließlich packte ich mir ein Herz und lief in den Flur um meine Schuhe an zu ziehen.
Hastig fummelte ich an den Schnürsenkeln.
Da ich es sehr eilig hatte sprang ich leider zu schnell auf und stolperte zur Tür.
Draußen zischte gerade ein Auto vorbei. Der Mann vorne am Lenkrad schaute mich verwirrt an,als er sah,dass ich super schnell an seinem Mercedes vorbei rannte und um die nächste Ecke huschte.
Ich war selbst erstaunt wie schnell ich laufen konnte,wenn ich in einer Notfallsituation war.
Mit der Geschwindigkeit müsste ich in weniger als zehn Minuten in der Stadtmitte ankommen.
Mit einem ergeizigen und leicht zornigem Lächeln sprintete ich durch die Gassen Groundderrys.
Als ich an meinem Ziel ankam war der Wagen mit den Terroristen schon abgezogen. Ein Glück,ich wollte nämlich nicht zwischen Schutt und Asche vergammeln,so wie die armen anderen Seelen in den zerbombten Häusern an denen ich zaghaft vorbeizog.
Warum auch ausgerechnet jetzt,dachte ich und beschleunigte meinen Gang etwas.
In der Ferne erkannte ich einen mir allzu bekannter Wagen.
Als ich das Nummernschild erkannte jubelte ich innerlich,war aber auch gleichzeitig etwas verzweifelt,da mein Bruder nirgens zu sehen war.
Vielleicht ist er ja davongekommen und auf dem Weg nach Hause,überlegte ich mit viel Optimismus.
Das Auto von ihm war etwas abgelegen vom Tatort,also bestand eine kleine Chance.
Ich schaute mich nochmal um und ging dann den Marktplatz entlang bis ich eine kleine Seitengasse entdeckte.
Sie war so schmal,dass ich sie erst als Gasse resignierte,da ich eine Bewegung im Schatten der Häuser war nahm.
Ich schlüpfte durch den dünnen Weg,welcher langsam breiter zu werden schien.
Bald kam ich an einer Kreuzung an.
Hätte ich nicht wieder so einen Schatten auf der linken Seite gesehen wäre ich vermutlich wieder zurückgegangen,aber stattdessen folgte ich der mysteriösen Person.
Meine Hoffnung bestand darin,dass dieser Schatten eventuel zu meinem Bruder gehörte.
Meine Schritte hallten durch die Gänge und schienen von den Hauswänden verschluckt zu werden. Und diese türmten sich wiederum neben mir so hoch,dass sie auf mich wie riesige hungrige Tiere wirkten,die mich heimlich anstarrten,wenn ich nicht hinsah.
Die ganze Umgebung begann dunkler und gruseliger zu werden und ich verspürte sogar eine zarte kühle Briese.
Als sich dann der Luftzug zu einem kleinen Wind auftat begann ich etwas schneller zu gehen.
Es fing an zu tropfen und schon bald spürte ich Regen auf meinen blosen Armen und Beinen.
Hätte ich mir doch nur eine Regenjacke mitgenommen,schimpfte ich mit mir selbst und begann zu rennen.
Kaum rannte ich an einer Abzweigung vorbei,vernahm ich aus dem Augenwinkel schonwieder eine schwache Bewegung.
Als ich zurück ging sah ich aber niemanden. Naja,zumindest keine Person,sondern einen Vogel.
Es war ein Vogel den ich noch nie gesehen hatte. Er hatte ein strahlend schneeweißes Federkleid,selbst sein Schnabel war fast weiß mit einem leichten Tatsch Rosa.
Seine schwarzen Perlenaugen sahen mich verzweifelt an und seine Flügel hingen schlass herunter.
Er konnte anscheinend nicht mehr Fliegen,da der mitlerweile starke Regen sein Federkleid nass und schwer gemacht hatte.
Als ich auf ihn zu kam scheute er sich nicht vor mir sondern schien sich heldfen zu lassen.
Vielleicht war ich jemand,der nei wirklich mit Tieren in Kontakt trat,aber trotzdem liebte ich die Tierwelt über alles.
Das kleine Tier war nun direkt vor meinen Füßen und schaute zu mir hoch. Ich musste bei diesem Anblick lächeln.
Kaum nahm ich es hoch,spürte ich seinen schneller werdenden Herzschlag und sein starkes Zittern.
"Keine Sorge,ich bringe dich in Sicherheit.",sprach ich ruhig auf den wundersamen Vogel ein.
Während ich ihn behutsam mit nach Hause trug beunruhigte mich aber immernoch mein Bruder. War Darren wirklich schon zu Hause?
Vielleicht liegt er auch hier irgendwo,schwer verletzt und braucht Hilfe.
Ein kribbelndes Gefühl an meinem Bauch brachte mich aus meinen Gedanken. Das Vögelchen schien eingeschlafen zu sein,da es seinen Kopf ins Gfieder gelegt hatte und an meinen Körper kuschelte.
Das war soo niedlich. Wenn ich Lucie davon erzähle wird sie ausrasten.
Aber erstamal muss ich diesen kleinen Fratz versorgen.
Zu Hause brannte kein Licht,dass Auto schien auch noch in der Stadt zu sein und als ich klingelte machte mir niemand auf.
Wenn es Probleme gegeben hätte hatte ich zur Vorsorge den Haustürschlüssel mitgenommen,mit dem ich jetzt die Haustür aufschloss.
Kaum war ich im Haus spürte ich wieder meine Arme und Beine.
Den Vogel setzte ich erstmal auf den Esstisch.
"Keine Sorge",sagte ich mit einem Grinsen im Gesicht," Ich will dich nicht essen."
Die großen Augen des Vogels,welche vorher überrascht herumgeschaut hatten beruhigten sich wieder.
Ich zog mir meine Schuhe aus und stellte sie zum Trocknen in den Heizungskeller.
Oben in der Wohnstube machte ich dann alle Fenster zu und holte einen provisorischen Käfig,doch der Vogel weigerte sich hineinzugehen sondern flog in den Gang der zu den Schlafzimmern führte.
Dort flog er geschickt durch den Spalt in Darrens Zimmer.
Lachend ging ich ins Zimmer und suchte nach dem Vogel,doch das einzige was ich fand war mein Bruder,der geschafft in seinem Bett lag.
Dann sah ich geschockt auf das offene Fenster über Darrens Bett und fragte schnell:"Hast du den Vogel gesehen? Ist er hier?"
"Danke mir gehts gut. Und dir?",sagte er genervt und setzte sich auf.
Ich sah zu Boden. Zum einen,weil ich beschämt war für mein plötzliches Verschwinden und Eintreffen,zum anderen sah ich weg,da Darren nackt zu schlafen schien und ich sowas nicht unbedingt sehen musste.
"Sorry. Ich wollte dich nicht stören.",sagte ich und wollte gehen,doch Darren sagte noch:"Nicht schlimm. Das nächste Mal bleibst du aber bitte hier und läufst keinen Vöheln hinterher,verstanden?"
Ich nickte langsam und verschwand dann in meinem Zimmer.
Armer Darren. Erst muss er sowas grauenvolles miterleben und dann führe ich mich auch noch so dumm auf und interresiere mich mehr für so einen behinderten Vo-

Ich brach ab,als ich das dachte. Warte mal. Woher konnte Darren eigentlich wissen,dass ich diesem Vogel gefolgt bin. Ich meine,ich hatte ihn erwähnt,aber nichts davon gesagt dass ich ihn gefunden habe.
Und wie kam Darren überhaupt hier her? Ich hatte geklingelt und mein Bruder würde mich dann nicht ignorieren und im Regen stehen lassen. Außerdem hätte er dann ja auch noch unser...sein Auto in der Stadt liegen gelassen.

Ich setzte mich an den Schreibtisch und tippte meine Fingerspitzen rythmisch gegeneinander.
Wenn mein Bro wieder fitt ist -und ich hoffe dass es schon bald so sein wird- werde ich ihn zur Rede stellen.
Solangsam hatte ich das gefühl dass er mir irgendetwas verheimlichte.
Vielleicht war in unserem Leben doch nicht alles so normal woe es scheint.
Erst dieses Problem mit den bewegenden Bildern,dann dieses komische Gothicmädchen und jetzt auch noch der fast komplet weiße Vogel der verschwunden war,als mein Bruder da war.
Ein breites Grinsen breitete sich auf meinem Gesicht aus:"Heute Abend werde ich mal der Psychologe sein und ein paar Fragen stellen."

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Ein großes Dankeschön an die die mein Buch lesen. (^u^)
Es freut mich wenn ihr ein paar Kommentare schreibt oder Feedback gebt. Hoffe euch gefällt die Geschichte bis hier hin und entschuldigung dafür das ich kein passendes Bild für den Vogel gefunden habe.
Er sollte eigentlich so ähnlich aussehen wie der den ihr am Anfang des Kapitels auf dem Bild sehen könnt,nur mit dem gewissen Unterschied das er komplett weiß ist
┐('_ゝ')┌
Sorry nochmal dafür.
Ich bringe jetzt demnächst mehrere Kapitel raus,da ich im Moment genug Zeit hab.
Und jetzt wünsche ich euch noch viel Spaß beim weiterlesen.

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