Sandwiches
Als Jane mit ihrem halb aufgegessenen Sandwich zurück zum Kino kam, stand der Mercedes noch da. Sie atmete erleichtert auf und fühlte sich für einen kurzen Moment sogar gut. Aber auch nur solange, bis sie realisierte dass sie nun alleine in dieses, wie hatte Salem es nochmal genannt? Sanktuary for Magical Kreatures musste. Und da zeigte sich auch schon das erste Hindernis. Sie hatte keine Ahnung wie Salem diese Holzbretter einfach so verschwinden ließ. Sie wollte gerade schon ausflippen, da öffnete sich die Tür. Jane betete dass es Salem war, wurde jedoch von einem Gesicht enttäuscht, das sie viel besser kannte. Aber eben auch eines, dass sie weitaus weniger sehen wollte. Vor ihr stand Chloe. Trotz dem Kampf, den sie erst vor etwa zwei Stunden bestritten hatte, sah sie so aus wie immer. Ihre kurzen Haare trug sie wie immer einfach zerzaust. Jane dachte sich schon immer, dass ein Junge schon fast genau die gleiche Frisur tragen könnte und es würde nicht schlecht aussehen. Zumindest nicht sehr schlecht. Aber darüber dachte Jane gar nicht wirklich nach. Alles was sie wollte, war diesem Mädchen ins Gesicht hauen. Vor allem als sie nun das selbe "Wieso muss die jetzt hier sein" Gesicht aufsetzte wie Jane es hatte. "Hey.", begrüßte sie Chloe. Diese schenkte ihr nur einen unangenehmen, fast schon ängstlichen Gesichtsausdruck. "Was, störe ich dich? Willst du mir den Arm absprengen wenn ich dich nicht durchlasse?", hakte sie nach. Chloe sah zur etwa zehn Zentimeter größeren Jane hoch. "Ich WOLLTE deine Mutter nicht angreifen, kapiert?", man merkte an ihrer Stimme wie sehr sie sich zusammen reißen musste. "Du wolltest sie nicht angreifen? Auch als du ihr den Arm abgesprengt hast?", Jane war diejenige die nun damit anfing zu schreien. "Sie hat versucht mich zu töten!", erwiderte Jane nun den wütenden Ton. "Willst du mich wirklich verarschen?". Chloe atmete nun tief die Luft ein und schwankte mit dem Kopf hin und her. Dann sah sie Jane tief in die Augen. In ihrem Blick schwank nun nicht mehr Angst, sondern pure Wut mit sich. "Okay. Du willst herumpissen? Pissen wir herum. Nerv mich nicht oder, ich meine es ernst, ich schlage dir die blöde verfickte Fresse ein. Also, ich habe zuhause einen sehr guten Freund, den ich nicht zu lange alleine lassen will.", drohte sie nun. Das letzte mal, als Chloe so etwas gesagt hatte, war im letzten Jahr der High School. Jane konnte sich noch genau an den Blick dieses Jungen erinnern, er hieß Jason Blake. Oder so ähnlich. Chloe hatte ihm im wahrsten Sinne des Wortes "Die Fresse eingeschlagen". Sie schlug ihm ins Gesicht und die Hälfte seiner Zähne brachen ab. Sie glaubte sich zu erinnern, dass sie ihm sogar den Kiefer gebrochen hatte. Aber das waren eher Gerüchte. Was sie also ganz genau wusste, war dass Chloe keine leeren Drohungen aussprach. Sie hatte nie ein Problem damit gehabt Leute zusammenzuschlagen. Weshalb Jane auch immer fand das sie und ihr "Junkie-Freund" Marius gut zusammen passten. Er war nicht ihr fester Freund, eher ihr Mitbewohner. Sie hatte von Anfang an auf die beiden eingeredet. Denn sie waren das perfekte, schlechte Team. Er hatte die Drogen. Sie die Langeweile. Sie hatte die Schlagfertigkeit. Und er das Großmaul. Es war Jane, die Chloe und Marius an eins der Heizungsrohre kettete, und sie von den harten Drogen abbrachte. Marius hasste sie dafür noch mehr als Chloe, aber mit der Zeit wurde auch das wieder okay. Aus dem Junkie war ein Stoner geworden. Aus Janes Sicht nicht perfekt, aber auf jeden Fall eine sehr gute Besserung. "Was ist jetzt?". Chloe musste sich nicht mal anstrengen um Jane mit ihrer Aggressiven Art aus ihren Gedanken zu reißen. Sie machte den Weg frei. "Ja, klar. Geh und fick deinen Junkie-Freund.", stachelte sie sie noch einmal an. Chloe hielt auf halbem Weg inne. Sie drehte sich zu Jane und zog die Augenbrauen hoch. "Du willst wohl eine auf's Maul.", drohte sie abermals. "Nein, ich will nur dass du und dein Mister-Meth euch amüsiert.". Nun hielt Chloe sich nicht mehr zurück. Sie konnte nicht. Mit einem ernsten Blick schlug sie ihr in die Magengrube. Jane sank zu Boden, und musste ihren Würgereiz überwinden. "Leg dich nicht mit mir an, Bitch. Vor allem nicht wenn ich High bin.", Knurrte sie und ging weiter. Wie war das? Sie war High? Jane's Wut brodelte, aber sie wusste, dass sie jetzt nicht angreifen sollte. High. Das bedeutete dass Chloe ihre Mutter zusammenschlug, weil sie auf Drogen war. Das war kein Trost. Das war nicht mal etwas ähnliches wie Trost. Es war wie ein zweiter Schlag in die Magengrube. Sie hatte Chloe und Marius von den Drogen weggebracht und jetzt? Jetzt war sie auf irgendetwas krassem. Nicht auf Marihuana, nein. Jane wusste nicht was es war, aber sie wusste dass es gefährlich war. Und sie wusste dass es Zeit war Marius dafür zur rede zu stellen. Spätestens wenn Chloe nicht mehr zuhause wäre.
"Oh mein Gott, Liv!", Nick war wütend. Nicht wütend im aggressiven Sinn. Oder vielleicht doch. Er schlug mit der Hand auf den Tresen der beinahe Leeren Bar. Es war ganz und gar nicht normal dass nichts los war. Nick selbst wusste nicht was los war. Musste er jedoch auch nicht. Wichtig war nur dass die Bar abgesehen von einigen besoffenen, die allesamt nun zu ihm herüberschauten, leer war. Liv zuckte mit den Schultern, während sie auf klischeehafte Weise eins der Gläser polierte. Sie tat das immer, um nicht nur dazustehen und zu reden. Außerdem sah sie generell viel zu viel Fern. Zumindest war nick der Ansicht. Er hasste es nun Konkurrenz zu haben. In seiner alten WG war er der einzige und der faulste. Doch nun hatte er durch Liv Konkurrenz bekommen. Mehr oder weniger. Denn er tat weitaus mehr als sie wenn sie Migräne hatte. Und das kam nicht gerade selten vor. Nick glaubte dass dies von ihren Geschärften Sinnen als Wehrwolf herrührte. Liv auch, sie wollte es nur nicht zugeben. Liv stellte das Glas weg und seufzte. "Nein, du bekommst nichts mehr zu Trinken. Ich werde dir nichts mehr verkaufen. Zumindest nicht heute. Reiß dich mal zusammen. Du musst dich doch nicht immer gleich abschießen wenn du mal ein bisschen was trinkst.", fuhr sie ihn an. "Ja, klar aber es würde auch keinen Sinn machen zu trinken, nicht wahr?", konterte er mit einem breiten lächeln. Sie sah ihn mit einem vernichtenden Blick an, sagte jedoch nichts und schenkte ihm noch einen Whiskey ein. "Da hast du.". "Danke." Er schenkte ihr ein zuckersüßes Lächeln. Als ein Mann eintrat wurde es plötzlich still. Er trug eine gebogene Kap, die er tief ins Gesicht gezogen hatte. Darüber eine Kapuze. Er setzte sich an den Tresen, zog die Kapuze ab und starrte auf den Tresen. Er machte sich nicht einmal die Mühe hoch zu sehen. "Einen Doppelten.", sagte er nur. Liv, die ihn jetzt schon nicht leiden konnte, tat wie ihr geheißen und stellte das Glas fest ab. "Der geht aufs Haus.", sagte er. Und sie wiederholte es einfach. "Der geht auf's Haus.". Sie wollte es nicht sagen, aber aus irgendeinem Grund hatte sie ihm den Drink gerade kostenlos gegeben. Nick, der nun genau so verwirrt, wie wütend war, mischte sich nun mit ein. "Jo, wieso willst du das nicht bezahlen?". Der Mann sah ihn auch nicht an. Er war es nicht wert. "Du bist jetzt still.", Antwortete er einfach. Und Nick war still. Er wollte noch etwas sagen, konnte dies jedoch einfach nicht mehr. Dann sah er hoch. Sein Gesicht war das einer ganz normalen Person. Er drehte sich zu Nick. "Du willst deinen Kopf so lange gegen den Tresen schlagen, bis du ohnmächtig wirst.". Nick zögerte noch nicht einmal. Sofort begann er damit, seinen Kopf mit voller Wucht auf den Tresen zu schlagen. Schon nach dem ersten Mal verteilten sich kleine rote Tropfen auf dem Holz. Beim zweiten mal kippte er dann einfach vom Stuhl und blieb liegen. Gerade als Liv dann etwas sagen wollte, hob er die Hand. "Du willst hier stehen bleiben bis ich hier draußen bin. Dann willst du einen Krankenwagen rufen und dann..." Er lächelte sie an. "... Dann wirst du Salem sagen dass ich wieder da bin.". Mit diesen Worten verließ er die Bar. In dem Moment als er seinen Fuß vor die Tür setzte, ging Liv zügig zum Telefon und rief den Notarzt.
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Hey, ich hab's sogar mal wieder geschafft meine sehr sehr lose "Deadline" einzuhalten XP
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Sins (alte Version)
ParanormalJane lernt die dunkle Seite der ganzen Fantasygeschichten kennen, als sie sich selbst in der brutalen, finsteren und mysteriösen Welt der Magie wiederfindet. Dass es nicht nur gut und böse gibt lernt sie schnell. Trotzdem muss sie sich entscheiden.