Am nächsten Morgen wurde ich nicht wie gestern vom Lärm draußen geweckt – sondern von Skroy. Seine feuchte Zunge strich über mein Gesicht, während er mich erwartungsvoll anstarrte.
„Was ist los, Kleiner? Was willst du?" murmelte ich verschlafen.
Statt zu antworten, rannte er zur Balkontür und kratzte ungeduldig daran. Ich schleppte mich aus dem Bett und öffnete sie mit einem Gähnen. „Na los. Wenn du raus willst, halt dich nicht auf."
Ich beobachtete, wie sein rotbraunes Fell im Licht verschwand und er im dichten Wald untertauchte. Seufzend drehte ich mich um. Wo war eigentlich Loreen?
„Loreen?", rief ich in den leeren Raum. Keine Antwort.
Ein Blick aufs Handy ließ mich zusammenzucken. Halb neun. Ich war über eine halbe Stunde zu spät!
„Verdammt!" Ich sprang in die erstbesten Klamotten, ans Schminken war nicht zu denken. Mein Board schnappte ich mir im Laufen und raste in Richtung Klassenzimmer. Vor der Tür bremste ich abrupt, klopfte und wartete. Die Tür öffnete sich knarrend – aber da stand niemand.
Mr. Stinkler saß auf dem Lehrerpult, die Beine locker verschränkt, und beobachtete mich amüsiert.
„Du bist spät", sagte er, ohne aufzustehen.
„Hab wohl verschlafen", meinte ich achselzuckend und rollte mit den Augen. „Ich mein, come on – ich bin seit zwei Tagen hier. Das kann schon mal passieren."
„Zu spät kommen wird hier nicht geduldet", erwiderte er streng. Eine kleine Handbewegung – und im nächsten Moment stand ich direkt vor ihm, ohne selbst einen Schritt gemacht zu haben.
„Whoa!" Ich taumelte kurz. „Das kam... überraschend."
„Ich muss mir noch eine angemessene Strafe überlegen", sagte er und setzte sich auf einen Stuhl, die Hand ans Kinn gelegt. „In der Zwischenzeit wiederholst du die Aufgabe von gestern."
„Jawohl, Sir", grinste ich.
Sein Blick wurde kalt. Ich hob beschwichtigend die Hände. „Schon gut! War nur ein Scherz."
Ich setzte mich und fixierte den Stuhl vor mir. Gut, Konzentration. Ich stellte mir einen riesigen, grauen Elefanten vor. Wollte gerade Reformabit sagen, da—
„Warte!", brüllte plötzlich Hibblings. „Du wirst doch nicht ernsthaft... einen Elefanten herbeizaubern?!"
„Ähm... doch? Woher wussten Sie das?!"
„Nicht wichtig. Aber du zauberst hier gar nichts in Elefantengröße, verstanden?!"
Ich verschränkte trotzig die Arme. „Aber ich will einen Elefanten."
„Leonie. Ich bin dein Lehrer. Du machst, was ich dir sage."
Ich schaute demonstrativ auf meine Fingernägel. „Ich höre Sie, auch wenn ich hier stehen bleibe."
Er seufzte lang. „Gut. Ich habe eine Strafe: Du wirst ab morgen für eine Woche nachsitzen. Und dein Skateboard bleibt bei mir."
Ich riss erschrocken den Kopf hoch. „Mein Board?! Vergessen Sie's. Nur über meine Leiche!"
Ich hob es auf und presste es schützend an mich.
„Gib es mir", befahl er.
„Nö."
Ich drehte mich um und rannte zur Tür – doch er kam mir hinterher. In einem Impuls, ohne nachzudenken, murmelte ich den Zauberspruch – und im nächsten Moment stand da ein riesiger, trompetender Elefant, der genüsslich zwei Stühle zermalmte.
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Feen, Hexen? Was noch Einhörner?
FantasyWie würdest du dich fühlen, wenn du nach einem stressigen Schultag erfährst, dass du magische Kräfte besitzt? Leonie, ein selbstbewusstes Mädchen, das sich von niemandem etwas gefallen lässt, macht genau diese unglaubliche Entdeckung - und auch ihr...
