Ein schrilles Piepsen weckte mich aus einem tiefen, endlosen Schlaf. Ich konnte mich nicht bewegen, mein Körper war Taub und fühlte sich kein bisschen Lebendig an. Meine Augenlieder waren wie zugenäht und ließen sich nicht öffnen. Langsam wurde ich panisch und ich spürte, wie mein Herz anfingen zu rasen. Da hörte ich schnelle Schritte und eine zarte Frauenstimme die scheinbar jemandem etwas zurief. Doch ihre Worte kamen nur verzerrt bei mir an. Nur ein Wort konnte ich aufschnappen, bevor ich wieder bewusstlos wurde. Hirnblutung...
Nach und nach hörte ich wieder Stimmen. Noch immer war ich wie festgenagelt und konnte mich nicht bemerkbar machen, egal wie sehr ich es auch versuchte.
"Sie muss dringend in den OP. Ist ein Chirurg verfügbar?"
"Dr. Drew ist schon unterwegs."
Was hörte ich da? Allem Anschein nach lag ich in einem Krankenbett im Krankenhaus. Wie ich hier her gekommen war konnte ich mir nicht erklären. Mir ging es gut, ich war topfit, bis auf dieses kleine Problem mit meinem Körper, der nicht tun wollte was ich von ihm verlangte.
Die Stimmen der Ärtze und Krankenschwestern, die ich um mich herum vermutete machten mir angst. In so einer Situation wollte man nicht auch noch mitbekommen, das man in den nächsten Minuten operiert werden würde. Ich hörte Schritte um mich herum und das Öffnen von diversen Türen. Ab und zu hörte ich das Rattern und Quitschen von Rädern. Wahrscheinlich wurde ich mitsamt dem Bett zum OP gebracht.
"Schwester geben sie ihr zusätzlich Propofol, damit sie während der OP nicht aufwacht und schmerzen erleiden muss."
Was?! Hilfe, Hallo! Ich war doch wach. Ich kann alles hören. Zum Glück war mein Körper taub, doch im wachen Zustand wollte ich dennoch nicht aufgeschnitten werden. Ich konnte nur hoffen, dass dieses Narkotika auch wirkte und mich zurück in die Bewusstlosigkeit beförderte. Es dauerte nicht lange bis ich das Piepsen nur noch gedämpft wahrnahm und zurück in meinen Schlaf fiel.
"Hallo!?" hallte es. Wo ich war wusste ich nicht, doch um mich herum konnte ich dunkle, felsige Wände erkennen. Meine Stimme klang kläglich und leise. Vorsichtig ging ich den dunklen Tunnel entlang, der sich vor mir erstreckte. Ich war barfuß und spürte feuchten Sand und Kies unter meinen Füßen. Ich hoffte auf einen Ausgang oder zumindest auf eine Abzweiung, doch nichts von beidem konnte ich erkennen. Es war einfach nur dunkel und kalt. Nach endlosem voranschreiten weitete sich der schmale Gang. Rechts und links von mir gingen die Wände auseineander und ich stand verlassen in Mitten eines großen Kreises. "Ist da wer?" rief ich. Meine Stimme war von Angst erfüllt und ich konnte förmlich meinen Angstschweiß riechen. Der Gedanke daran brachte mich zum Lachen. Urplötzlich konnte ich nicht mehr an mich halten und fing lauthals damit an. Die schrillen Laute die aus meinem Mund kamen wurden von den Wänden wiedergehallt und ich hörte sie zweifach, dreifach, vierfach...
Mit meiner Hand auf dem Bauch lag ich glucksend auf dem harten, steinigen Boden. Mein Lachen war anscheinend ansteckend, denn hinter mir hörte ich eine weibliche Stimme. Schritte kamen auf mich zu. Durch den Hall klangen sie noch bedrohlicher.
Ruckartig drehte ich mich um, stand auf und klopfte den Staub von meiner Kleidung. Als ich den Kopf hob sah ich Jonah's Mutter, die vor mir stand und leicht gereitzt wirkte.
"Ella, was machst du denn hier? Wo sind wir?" platze es aus mir heraus.
Ich kannte Jonah's Eltern schon lange. Früher hatten wir immer zuhause bei ihm im Garten gespielt. Meistens blieb ich lange und aß gemeinsam mit ihnen zu Abend. Sein Vater war viel zu Hause und schraubte den ganzen Tag in der Werkstatt. Dort standen viele alte Motorräder, die er restaurierte. Oft roch es nach Benzin und Öl. Der Geruch, der einem so in der Nase beisst, aber dennoch nicht unangenehm war. Wir schwärmten immer davon mit der blauen Husaberg in die Kurven zu liegen und alles um uns herum zu vergessen. Als wir dann etwas älter waren erlaubte sein Vater uns auf eine kleinere Maschiene zu steigen und brachte uns das Motorradfahren bei. Nach einem riesen Krach mit unseren Müttern war es uns verboten auch nur in der Nähe eines Motorrads zu stehen. Sie waren der Meinung das es viel zu gefährlich für unser alter war und wir noch ein paar Jahre warten sollten.
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Am Leben
Hài hướcDas Schicksal kann manchmal ziemlich fies sein, genau das ist der Grund warum man sich nicht mit ihm anlegen sollte. Oder zumindest nicht, wenn so einiges auf dem Spiel steht. Dein Schulabschluss oder dein bester Freund zum Beispiel. Denn nur eine K...