2. Neue Freunde

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Nach dem nicht besonders erfreulichem Frühstück bietet mit Harry an, mit ihnen in die Bibliothek zu gehen. Es ist zum Glück Samstag, so hab ich meine Freizeit und kann das Wochenende noch genießen, ohne dass Draco mich mit seinen finsteren Blicken erdolcht. Warum muss ich denn auch eine Slytherin sein? Mir scheint als würde mich das Schicksal hassen.
In der Bibliothek angekommen suchen wir uns vorerst einen ruhigen Platz,  an dem wir alle vier ungestört sind.
„Mach dir nichts draus", sagt das Mädchen, dessen Namen ich immer noch nicht weiß. „Ach so, Hermine Granger", sagt sie danach freundlich, als hätte sie meine Gedanken gelesen. Sie gibt mir ihre Hand und lächelt dabei, was ich erwidere. „Evelyn Willis", antworte ich, wie ich es bei Harry getan hatte. Dann fällt mir der rothaarige Junge auf, der bis jetzt noch nichts gesagt hat. „Und du bist?". Erwartungsvoll betrachte ich den Jungen, bis er mich anschaut. „Ron, also eigentlich Ronald Weasley, aber jeder nennt mich einfach nur Ron". Ein zögerliches Lächeln schleicht sich auf seine Lippen, woraufhin ich ihn ebenfalls anlächle.
Wer ist denn schon Draco, wenn ich mindestens drei andere wirklich nette Personen kenne?
Obwohl, wer ist dieser Junge denn eigentlich wirklich?
„Was hat dieser Draco für ein Problem?", frage ich belustigt aber gleichzeitig auch ernst in die Runde. Harry und Fon scheinen in ein Buch über Zaubertränke -Zwecke uns Verwendungen vertieft zu sein. Also nicht mir Hermine zu um meine Aufmerksamkeit zu bekommen. „Er ist eben Draco, dagegen kann man nichts unternehmen. Es müsste schon ein Wunder geschehen, damit er es auch bloß in Erwägung ziehen würde, etwas freundlicher zu sein".
Verständnisvoll sehe ich sie an, auch wenn ich nicht im geringsten verstehe, wie jemand ohne Grund so gemein und herzlos sein kann.
„Das wievielte Jahr seid ihr schon hier?", frage ich, um von dem Thema loszukommen. Ron schaut kurz auf und blickt mich an, kurz darauf antwortet er knapp mit: „Das zweite".
Wir unterhalten uns noch etwas über Malfoy und Hogwarts, bevor wir dann auch schon wieder in die große Halle zum Mittagessen gehen. Dort setzen sich die drei an den Gryffindor Tisch, während ich mich am Slytherin Tisch zu schaffen mache.
Die Stelle an der ich sitze wirkt ziemlich leer, was wahrscheinlich daran liegt, dass Draco und seine Freunde noch nicht da sind, was mich um ehrlich zu sein etwas beruhigt. Die Teller füllen sich mit Kartoffeln und Hühnerkeulen. Hastig nehmen sich alle um mich herum etwas zu essen und beginnen teilweise schon direkt aus der Hand zu essen. Auch ich nehme mir eine Hühnchenkeule und tue mir ein paar Kartoffeln auf, esse jedoch viel langsamer und vorsichtiger als die anderen, denn ich möchte weitere Peinlichkeiten vermeiden. Ich bin nicht wirklich selbstbewusst, was wahrscheinlich auch daran liegt dass ich erst seit einigen Tagen hier in Hogwarts bin und mich noch an so gut wie alles gewöhnen muss.  Ich kann es immer noch nicht ganz glauben.
Auch frage ich mich, wie es meinen Eltern geht und was sie tun, aber da sie Muggel sind mussten ihre Erinnerungen an mich gelöscht werden. Ihnen jetzt einen Brief zu schicken wäre etwas eigenartig für sie. Über Malfoy mache ich mir auch einige Gedanken. Ich bin erst seit kurzer Zeit hier und habe, ohne, dass ich irgendetwas angestellt habe, schon Malfoy und seine erbärmliche Clique am Hals. Was bitte hatte er gegen Muggel?
Die Vorstellung, dass dass Hermine das Gelaber schon länger über sich ergehen lassen muss,  macht mir irgendwie ein mulmiges Gefühl. Immerhin muss ich mir auch noch einen Gemeinschaftsraum mit dem teilen. Er muss mich ja nicht unbedingt mögen, aber es wäre schon um einiges besser wenn er mich nicht wie ein Stück Dreck behandeln würde.
Während mir diese Gedanken durch den Kopf schwirren esse ich die Kartoffeln auf meinem Teller auf und gehe auch schon wieder aus der Halle. Vorher aber verabschiede ich mich noch von Hermine, Harry und Ron, da sie nach dem Essen keine Zeit haben, sondern ein Projekt im Fach Verwandlungen bearbeiten müssen. Ich also gehe runter in den Gemeinschaftsraum meines Hauses.

A Hogwarts story     -Evelyn Willis-Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt