Kurz vorab:
Ich hatte irgendwie keine Lust mehr in der Ich-Perspektive zu schreiben. Außerdem nervt mich die Gegenwart auch irgendwie, deswegen jetzt so. :)
Enjoy!Mein Gott, wie hast du das nur angestellt?!", fragte Jasmine geschockt. In Sekundenschnelle war ihr ausdrucksloser Gesichtszug zu einem sehr besorgtem übergegangen. Evelyn war nicht in der Lage zu antworten, so sehr sie es auch wollte.
Dracos Stimme hallte in ihrem Kopf herum. Die schrecklichen Dinge, die er sie genannt hatte. Armes kleines Schlammblut, wurde es in ihrem Kopf wiedergegeben. Wieder füllten sich ihre Augen mit Tränen.
Jasmine Davis, die bis eben noch wie versteinert Evelyn beobachtet hatte, kam ihr nun entgegen. Sie setzte sich langsam und vorsichtig neben Evelyn auf ihr Bett und strich ihr ganz langsam mit ihrer Hand über ihren Rücken.
Evelyn, die laut zu schluchzen begann, nahm Jasmines Gestalt nur verschwommen wahr.
Hey, alles ist gut", versuchte sie Evelyn zu beruhigen, jedoch vergebens. Ständig dachte sie an den Gesichtsausdruck Malfoys und seinen Freunden. Wie gefühllos und abwertend sie sie betrachteten, als wäre sie ein Stück Dreck.
Was auch immer passiert ist,", sagte sie, dass du so sehr weinst... Ich meine, das muss schon echt schlimm sein".
Evelyn verstummte; wie recht sie hatte, dachte sie sich, wenn sie doch nur wüsste.Den restlichen Abend verbrachten sie damit, sich gegenseitig kennenzulernen.
Vorerst jedoch verarztete Jasmine die Halbmondförmigen Wunden auf Evelyns Händen und wickelte schlussendlich eine Bandage und ihre Hände.
Evelyn erzählte ihr, ihre Eltern wären Muggel, also nicht-magische Menschen, und, dass Draco sie aufgrund dessen fertig machen würde. Jasmine erklärte ihr darauf ihre Familiengeschichte: Ihr Vater war einige Monate nach ihrer Geburt weggelaufen, ihre Mutter hatte sich, als Jasmine gerade mal sechs Jahre alt war, das Leben genommen und so blieb sie mit ihrem zehnjährigen Bruder zurück. Beide Weisen hatten dann Unterschlupf bei ihrer Tante, der Schwester von ihrer Mutter, Unterschlupf gefunden. Dort blieben sie dann, bis zuerst ihr Bruder und dann auch sie nach Hogwarts kamen.
Allmählich ging die Sonne unter. Tief in ihrem Gespräch vertieft bemerkten sie kaum, wie sich der Schlafsaal immer mehr füllte. Schließlich machten auch sie sich schlaffertig und gingen zu Bett.
Sonntag
Anders als sonst wachte Evelyn früher als die anderen auf. Ein schneller Blick auf die Uhr genügte ihr; es war erst um 5 uhr morgens, und sie lag hellwach in ihrem Bett. Sie versuchte wieder schlafen zu gehen, doch ihr Körper und vor allem ihr Kopf protestierten klipp und klar dagegen.
Also ging sie in den Gemeinschaftsraum. Erst jetzt bemerkte sie, wie groß der Raum eigentlich war, jetzt, wo niemand da war. Er wirkte viel gruseliger durch das grünliche Schimmern der Fackeln. Sie sehen wirklich sehr interessant aus, dachte sich Evelyn. In der Muggelwelt hatte sie nie grünes Feuer zu sehen bekommen; so richtig fielen ihr die Fackeln nämlich jetzt erst auf.
Dann erinnerte sie sich an die Zeit bevor sie in Hogwarts ankam, doch es war komisch. Sie erinnerte sich bloß an den Wald, in dem sie zuletzt gewesen war, darauf folgte ein absoluter Filmriss und ihre Erinnerungen kamen erst bei der Einteilung in die Häuser wieder. Es war das erste Mal nach ihrer Ankunft, dass sie sich über ihre Ankunft Gedanken machte. Jasmine hatte ihr irgendetwas von einem Gleis zwischen dem neunten und dem zehnten erklärt und den Hogwartsexpress erwähnt. Doch an all das konnte Evelyn sich nicht erinnern, als wäre es nie passiert...
Plötzlich hörte sie Schritte von draußen; drei Personen, so konnte sie hören, liefen an den Kerkern und auch an dem Gemeinschaftsraum der Slytherins vorbei, als die dort stoppten. Sie konnte die gedämpften Stimmen von Gregory Goyle und Draco Malfoy hören, aber nicht erkennen, was sie sagten. Dennoch musste sie weg; in all der Panik hastete sie von dem kleinen Sofa, auf dem sie platzgenommen hatte, auf und schlich ungewohnt schnell im Raum umher, war jedoch nicht auf die Idee gekommen, in den Schlafsaal zurückzukehren. Das war's, es ist zu spät, dachte sie. Gerade als die Kerkertür geöffnet worden war entdeckte sie von der Ecke, wo sie sich hinter einer Statue versteckte, aus eine Wendeltreppe, die von der nun aufgehenden Sonne erleuchtet wurde. Schnell und lautlos huschte sie zum anderen Ende der Seite. Wie auch so viel anderes hatte sie diese Treppe noch nie gesehen. Sie hörte das Quietschen und Knarren der rostigen alten Tür während sie die Treppen hoch flüchtete. Am Ziel angekommen lehnte sie sich vorerst an die Wand neben der Treppe und atmete tief aus. Das hätte schief gehen können; dessen war sie sich bewusst.
Sie war auf einer Art Terrasse angekommen. Alles was sie von dort oben betrachtete schien einfach perfekt zu sein. Klar war dieser Ort perfekt; ihr kam es so vor, für diesen Moment von der Realität verschwunden zu sein. Das war genau das, was sie brauchte, dachte sie sich; ein wohliges Seufzen entwich ihrer Kehle.
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A Hogwarts story -Evelyn Willis-
FanfictionEvelyn Willis Kommt aus einem unbekannten Grund nach Hogwarts Und ihr Aufenthalt dort ist nicht so spaßig wie man es sich vorstellen mag