Handzahm

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Einen Tag später:

Ich überlege immer noch darüber nach... Wie er es geschafft hat, mich so dermaßen wütend zu machen. Irgendwie bin sofort auf seine schlechte Stimmung eingegangen und hatte keine professionelle Distanz zu ihm.

Ich glaube es ist besser so, das ich gerade mit den anderen Therapeuten an einem Tisch sitze und überlege, welche die geeignete Therapeutin für ihn ist... Und vorallem wer überhaupt Zeit hat.

Letztendlich fällt die Wahl auf Anneliese, sie ist sehr gut mit Verhaltensauffälligen und psychischen Patienten.

Ich finde sie ist eine gute Wahl... Anneliese wird bestimmt gut mit ihm klar kommen. Oder jedenfalls besser als ich es vermag.

Anschließend rufe ich bei Herrn Styles an, um Ihn mitzuteilen das er ab sofort bei der Frau Meinert therapiert wird.

Er ist sehr still und schreibt sich auf einen Zettel den Namen auf.

Mir ist es immer noch unangenehm, das ich ihm die Tür vor der Nase zu geschlagen habe. Aber andererseits hat er es wirklich nicht anders verdient.

Trotzdem sollte ich ein wenig klüger sein, als so ein Großmaul und Angeber, wie er es ist...

"Das was ich gestern morgen gemacht habe mit der Tür....", ich komme ins stocken. Eigentlich sehe ich es überhaupt nicht ein diese Geste zurück zu nehmen. "Das tut mir...", will ich weiter machen und entscheide mich um. "Nein eigentlich tut es mir kein bisschen leid. Und dafür schäme ich mich...", gebe ich ehrlich zu.

"Mit der Frau Meinert werden sie bestimmt gut zur Recht kommen.... Auf Wiederhören.", antworte ich schnell und legte auf bevor er auch nur ein einziges Wort dazu abgeben kann.

Puh innerlich atme ich aus... Ich habe ihm ehrlich es erklärt und war trotzdem echt... Denn mich dafür entschuldigen kann ich nicht.

Soll er doch wütend sein auf mich... Ich werde das nicht so ohne weiteres zurück nehmen, auch wenn das kindisch und total nicht albern ist.

"Hey Schatz wo bist du mit deinen Gedanken?", fragt mich plötzlich Julian. Der mich wieder in die Realität zurück holt.

So langsam kommen die Erinnerung wieder... Ich bin schon zu Hause und sitze mit meinen Freund am Essenstisch.

Wo immer meine Gedanken in letzter Zeit hinschweifen? Manchmal ertappe ich mich wie ich mit der Anneliese leide.

Sie tut mir total leid... So einen Arschloch, als Patienten therapieren zu müssen.

Langsam stecke ich mir eine von den mittlerweile eher lauwarmen Spirellis in den Mund.

Sie schmecken echt sehr gut zu dem selbstgemachtem Pesto.

Und trotzdem habe ich nicht so viel Hunger...

Ich sehne mich nach meinem Bett...

Mein Blick schweift durch den Raum. Erst jetzt fange ich an aktiv meinen Freund zu beobachten. Er sitzt sehr angespannt am Tisch und seine Augen sehen er irgendwie enttäuscht zu mir rüber. Nach ein paar Sekunden hält er meinen Blick nicht mehr stand und sieht bedrückt nach unten. Ich wende nicht meine Augen von ihm, weil ich wissen möchte was ihn bedrückt.

Das Problem Harry Styles!Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt