Ich stand da. Mit offenem Mund. Für genau 17 Sekunden. Solange brauchte ich, um zu realisieren, dass das wirklich meine Brüder waren, die mir da gerade gegenüber standen. "Valy du bist es wirklich oder?", nun war es Noah der sprach. Sie kamen näher zu mir und standen jetzt nur ein paar Zentimeter entfernt. Ich nickte und merkte, wie sich die Tränen in meinen Augen sammelten. Ich hatte mir genau das erhofft. Meine Brüder zu treffen. Sie wieder zu sehen. Doch ich hätte mir nie träumen lassen, dass dies so schnell geschehen würde. Ich konnte gar nichts sagen, deshalb überwand ich einfach den minimalen Abstand, der sich zwischen uns befand und schloss meine Brüder in die Arme. Lucas hob mich sofort hoch und drückte mich so fest an sich, dass ich kaum noch Luft bekam. "Man Luc, wir wollen auch mal", hörte ich die Stimme von Levi und wurde an diesen überreicht, der mich so fest drückte, als würde sein Leben an mir hängen. Ich heulte einfach nur noch Wasserfälle und konnte mich kaum noch zusammen reißen. Ich ließ einfach alles raus, was sich die letzten Jahre angestaut hatte und heulte mir die Augen aus.
Als ich schlussendlich auch Noah überreicht wurde und dieser mich auch nochmal tot drückte, wurde ich auch wieder runtergelassen. "Alter habt ihr nichts besseres zu tun man. Gafft wen anderes an", hörte ich die laute Stimme von Caleb, der versuchte, die riesige Menschentraube um uns herum zu verscheuchen und damit sogar ziemlichen Erfolg hatte, da sich alle direkt umdrehten und so taten als würden sie sich anderen Dingen widmen.
Auch in den Augen meiner Brüder sah ich Tränen glitzern, die sie aber natürlich sofort peinlich berührt wegwischten. "Siehst du Zoey, ich hatte dir gestern noch gesagt, dass sie mir irgendwoher bekannt vorkam. Ich kannte sie von den Bildern, die mir die Jungs schon so oft gezeigt hatten und die blauen Augen sind auch unverkennbar", stellte Caleb fest. Zoey ging zu ihm und schlug ihm auf den Hinterkopf. "Man Caleb du zerstörst voll den Moment", sagte sie leise und selbst sie hatte Tränen in den Augen. Wir lachten alle und ich umarmte die Jungs nochmal. "So Valy, du erzählst uns jetzt die Kurzfassung und dann heute Nachmittag kommst du mit zu uns nach Hause und erzählst uns alles lang und breit", sagte Lucas "der Unterricht fängt nämlich in 10 Minuten an und ich glaube du solltest nochmal dein Gesicht abwaschen. Man könnte denken du hättest geheult". Ich lachte und begann zu erzählen: "Naja als ihr weg wart haben Mom und Dad angefangen mich teilweise noch schlimmer zu behandeln, als euch. Ich war manchmal tagelang in meinem Zimmer eingesperrt, wurde geschlagen und beleidigt oder irgendwelche anderen Dinge. Ich habe immer alles Oma Ana erzählt und sie hat mir auch andauernd angeboten zu ihr zu ziehen. Nach zwei Jahren hab ich dieses Angebot dann tatsächlich mal angenommen und naja... Jetzt bin ich hier"
"Maaaaan warum hab ich denn keine wasserfeste Wimperntusche genommen", sagte ich schon zum 1000. Mal. Mittlerweile war ich mit Zoey auf der Toilette und versuchte mich etwas ansehnlicher zu machen. Ich hatte es nun endlich geschafft meine Wimperntusche wieder zu erneuern, als mich Zoey auch schon aus dem Raum scheuchte. Draußen warteten die Jungs. "Komm hopp hopp, wir müssen in den Unterricht", sagte Zoey und zappelte etwas. "Bekommen wir noch en Umarmung?", fragte Lucas. Ich nickte und umarmte alle. Selbst Caleb, der es nicht lassen konnte mit seinen Händen gefährlich tief nach unten zu rutschen, woraufhin ich ihm auf die Hände schlug. Zoey umarmte, rot wie eine Tomate, auch nochmal alle meine Brüder und natürlich auch ihren. Dnan liefen wie beide kichernd, wie zwei Grundschulmädchen in unseren Raum.
Wir hatten Geschichte. Ich hasste Geschichte. Warum sollte ich mich für Menschen interessieren, die seit 5 Jahrhunderten tot waren? Wenigstens war ich um die peinliche Situation, mich vor allen Schülern vorzustellen herumgekommen, aber dies war wahrscheinlich eh nicht mehr nötig, da durch die Situation im Gang sowieso jeder wusste wer ich war.
Wir hatten gerade das Thema Französische Revolution und die Lehrerin namens Mrs Heller hielt gerade einen ellenlangen Vortrag über die Gefühle der Menschen zu dieser Zeit. Man sah das Interesse am Unterricht in den Gesichtern von allen Schülern. Die einen waren am Handy. Die anderen schliefen. Oder manche malten auch in ihren Heftern herum.
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Brothers- after two years
Fiksi RemajaNeue Freunde. Neue Feinde. Liebe. Probleme. Glück. Trauer. Nicht all diese Dinge hatte sich Valerie gewünscht, als sie zu ihrer Oma und ihren Brüdern nach Florida zog. Ihr Leben verändert sich komplett, genauso wie ihr Umfeld und ihr Charakter. Lest...
