Daddy?

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Hermiones Pov:

Zittrig öffnete ich die Tür, womit ich in das Zimmer gelang. Ich schaute mich um und erkannte eine Person, die in einem Bett lag. In schnellem Schritt eilte ich dorthin und ließ mich auf der Bettkante nieder.

,,Hermine?", flüsterte der junge Mann und öffnete seine Augen.

,,Draco", sagte ich und strich ihm über die Wange.

,,Wie geht's dir", sprach ich direkt weiter.

,,Ein wenig besser", murmelte er.

Er rückte ein bisschen beiseite, damit ich mich neben ihn legen konnte.

,,Ich habe so Angst um dich", hauchte ich.

,,Es wird alles gut", fisperte er.

,,Und wenn nicht?", fragte ich nach.

,,Ihr seid die wichtigsten Personen in meinem Leben und ich werde euch immer lieben, egal was jetzt kommen wird", antwortete er und strich zart über meinen kugelrunden Bauch.

,,Hast du gehört Prinzessin? Pass gut auf deine Mummy auf", sagte er lächelnd und schaute mir in die Augen.

Sei Blick war so unglaublich liebevoll und in dem einen winzig kleinen Moment sah es aus, als ob jeglicher Schmerz weg wäre, doch bereits im nächsten Augenblick sah man ihm die Qual an. Wir schwiegen eine Weile, in der ich ihm durch die Haare strich und er mir über den Bauch fuhr. Ich wollte es mir nicht eingestehen, aber das Hier und Jetzt war die schönste und zugleich allerschlimmste Minute, die ich mir vorstellen konnten. Kurz darauf hatte ich das Gefühl, dass der Blonde neben mir eingeschlafen war.

,,Draco", fragte ich vorsichtig nach.

Keine Antwort.

,,Draco?", rief ich anschließend etwas lauter.

Ich nahm seine eiskalte Hand in meine und versuchte irgendwo seinen Puls zu ertasten, doch ich nahm nichts wahr.

,,Bitte, Draco. WACH AUF!", brüllte ich.

Panisch und geschockt suchte ich nach einem Lebenszeichen. Sei Atem ging nicht und auch sein Herzschlag war nicht spürbar.
Weinend sprang ich vom Bett auf, rannte zur Tür und riss diese direkt auf um auf den Flur zu gelangen.

,,HILFE, bitte helfen sie mir!", schrie ich und schaute mich nach jemandem um.

Sofort kam ein Heiler und zwei Krankenschwestern auf mich zu. Mit Tränen in den Augen zeigte ich auf die offene Tür, womit die Personen direkt zu meinem Mann eilten. Ich folgten ihnen, sah wie mindestens 4 weitere Leute in den Raum gestürmt kamen. Allein als ich sein blasses Gesicht erkannte, brach für mich eine Welt zusammen, wie ein Glas, dass von der einen Sekunde auf die andere zerbrach.

In diesem Zeitpunkt konnte ich nicht mehr reden, nichts mehr sehen, nichts mehr hören. Es fühlte sich an, als ob ich den Boden unter den Füßen verloren hätte. Dass ich tausende Meter ins Schwarze fiel, ohne den Weg nach draußen zu kenne. Ich vergaß meine Umgebung, wollte nichts anderes, als diesen schrecklichen Gedanken und den Schmerz loswerden.
Das einzige was ich sah, war das Hochstellen seines Bettes, womit zwei Männer, die in weiß gekleidet waren, den ehemaligen Slytherin aus dem Raum schoben.

,,DRACO? WAS IST LOS? NEIN, BITTE", schrie ich schluchzend.

Eine ältere Frau nahm mich an der Schulter und zog mich aus dem Zimmer in einen Wartesaal, indem sie mir erst ein Glas Wasser in die Hand drückte. Erschöpft ließ ich mich auf einen Stuhl fallen. Es vergingen mindestens 2 Stunden, in denen ich schweigend und weinend in dem Raum saß und keinen klaren Gedanken fassen konnte.

,,Mrs. Malfoy?", fragte ein Heiler.

Ich riss den Kopf hoch und schaute in die braunen Augen des Mannes.

,,Warten sie, ich setzte mich mal zu ihnen", teilte er mir  vorsichtig mit.

,,Ich weiß, dass das unglaublich schwer für sie ist. Dazu erwarten sie noch ein Kind, was die Sache nicht leichter macht. Wir haben alles Mögliche getan, aber er hat es leider nicht überlebt", überbrang mir der Heiler die Nachricht.

Ich nahm seine Worte kaum wahr.
Das einzige was ich sah, war das Schwarze Etwas, was sich vor meinen Augen ausbreitete

~~~~~~

3 Jahre später

Die junge Frau, die nun ein fast 3 Jahre altes blondhaariges Mädchen an der Hand hielt, spazierte über die Wiesen über den Gehweg bis zu einem Grab.
Das kleine Mädchen schaute siech neugierig um und zeigte mit ihrem kleinen Finger auf einen Stein.

,,Mummy, warum steht da Draco? Papa heißt auch Draco", fragte Rosè nach.

Hermine nahm die Kleine auf den Arm, damit sie einen besseren Augenkontakt zu ihrer Tochter halten konnte.
Als sie nur einen winzigen Teil ihrer Pupille sah, kamen Erinnerungen in ihr hoch, da das Mädchen die grauen Augen ihres Vaters geerbt hatte.

,,Das ist Papas Grabstein, mein Schatz", erklärte sie ihrer Tochter.

,,Papa tot?"

Die Brünettenickte und strich ihrer Tochter über die, in einem rosafarbenen Ton angelaufene, Wange.

,,Warum?", hackte die Kleine erneut mit großen Augen nach.

,,Das erzähle ich dir, wenn du ein bisschen älter bist, Prinzessin", waren ihre letzten Worte, bevor sie die Blumen an den Grabstein legte und mit Rose auf dem Arm den Friedhof verließ.

Dramione~ OneshotWo Geschichten leben. Entdecke jetzt