Kyla drehte sich weg, sie konnte diesem Mann einfach nicht weiter in die Augen sehen. Seine Augen sagten wohl genauso viel wie ihre, nur dass seine Geschichte sicherlich eine ganz andere war. Doch was war mit ihm passiert? Was hatte ihn zu dem gemacht was er heute war? Sie wusste es nicht genau und sie war sich sicher, dass sie das so schnell auch nicht erfahren würde. Doch wollte Kyla nicht über sich reden, sie wollte nicht über die 12 Jahre ihres Lebens reden, die fast ihren Willen gebrochen hatten. Aber ihn schien es zu interessieren, doch weswegen? Wollte er sich lustig machen? Was genau wollte er von ihr? Sie wusste es nicht, sie konnte diesen Mann nicht verstehen, seine Aura schien immer die gleiche zu bleiben. Ruhig und besonnen, normal konnte sie durch die Auren gut erkennen wie jemand war, doch so war es ihr nicht wirklich möglich. Konnte er sowas vielleicht verstecken?
Law bemerkte, dass sie ihren Blick abwandte und er fragte sich, ob sie jetzt die ganze Zeit schweigen wollte, oder ob sie reden würde. Anderseits konnte er es verstehen, wenn es wirklich so schrecklich gewesen war, dann wollte man wohl darüber nicht reden. Er wollte ja schließlich auch nicht über seine Vergangenheit reden. Aber dieses Gefühl, dieses Mädchen zu kennen, das machte das Ganze nicht einfacher.
„Vergiss es einfach,“ meinte er dann und Kyla sah ihn wieder an. Vergessen? Sollte sie jetzt seine Frage vergessen? Sie wusste es nicht genau, daher nickte sie nur. Er schien jedoch nicht mehr nachzufragen. Sie wusste sowieso nicht, wie es für sie weitergehen würde. Würde sie gefangen werden, würde sie zurück gehen können und Aimi retten können? Alles Sachen die für sie noch offen standen. Was würde sie tun, wenn ihre Wunden verheilt waren? Hier bleiben? Konnte sie hier bleiben? Sie hatte nicht das Gefühl das man sie hier wirklich haben wollte. Sie wusste ja nicht mal weswegen er sie gerettet hatte. „Weswegen hast du mich eigentlich gerettet? Du siehst nicht wie ein liebevoller Samariter aus,“ meinte sie und Law sah nun auch wieder zu ihr und zuckte seine Schultern. „Ich wollte es einfach.“ Er konnte ihre Frage eigentlich nicht wirklich beantworten weswegen er das getan hatte, da passte seine Antwort wohl eigentlich recht gut, wenn er sagte das er es einfach wollte. Kyla legte den Kopf schief. „Ach so und was du willst, das machst du auch?“ Er ballte seine Hände zu Fäuste, irgendwie hatte es dieses Mädchen drauf ihn zu provozieren und er fragte sich langsam ob sie das mit Absicht tat. „Dies ist immer noch mein Schiff, falls du das schon vergessen haben solltest.“ Sie seufzte. „Nein, du erinnerst mich ja auch oft genug daran,“ grummelte sie nur leicht gereizt. Dann herrschte wieder schweigen. Kyla hasste das schweigen, ihn schien das jedoch nicht zu stören. Sie seufzte innerlich, sie könnte ja was sagen, doch glaubte sie nicht das dies was bringen würde.
Doch gerade als dieses Schweigen ihr wirklich zu viel wurde, kam Bepo wieder rein. „Captain das Essen ist fertig,“ meinte dieser und Kyla sah ihn an, seine Aura war immer noch die gleiche und er wurde rot als er ihren Blick bemerkte. //Er ist wirklich süß,// dachte sie in diesem Moment nur, auch wenn sie sich fragte wie das sein konnte das er sprechen kann. Law sah nun Kyla wieder an. „Kannst du laufen oder willst du, dass man dir was zu essen bringt?“ Kyla war in Gedanken gewesen wegen des Bären und sah Law nun an. „Wie bitte?“ Er seufzte. „Ich wiederhole mich ungerne, da du aber laufen kannst, kannst du auch mitkommen.“ Sie grinste schief. „Wer hat den gesagt das er mir meine Beine abschneiden würde, würde ich wieder laufen.“ Er zuckte nur die Schultern und ging. Kyla stand auf, es zog etwas an ihren Nähten, aber dennoch ging sie weiter und folgte ihm. Da sie nicht wirklich verstanden hatte was er wollte, weil ihre Gedanken ja woanders gewesen waren, war sie umso überraschter als sie in einen Raum kam der aussah wie ein Speisesaal, nur in kleinem Format.
Law hatte sich schon gesetzt, er musste ja jetzt nicht noch ihren Babysitter spielen, sie konnte sich setzen oder es eben sein lassen. Bepo sah die junge Frau an. „Setz dich, du musst essen um gesund zu werden.“ Doch im nächsten Moment entschuldigte er sich auch schon wieder. Kyla setzte sich neben Law und sah auf den Tisch, wo nicht wenig essen stand. Auf der Insel hatten die Kinder um jedes Essen am Tag kämpfen müssen, die Wärter hatten sich einen Spaß daraus gemacht die Kinder zu quälen. Wer überleben wollte musste hart sein. Law bemerkte das sie ihre Gedanken woanders hatte und seufzte. „Du solltest wirklich was essen.“ Kyla sah zu ihm, lächelte und nickte. „Ja, vielen Dank,“ meinte sie. Sie begann zu essen und es schmeckte wirklich gut, ihre Gedanken an die Insel wollte sie verdrängen, doch mit allem was geschah wurde sie daran erinnert, wie es eben auf der Insel gewesen war. Es war schwer das zu verdrängen und so zu tun als hätte das alles nicht stattgefunden. Doch das konnte man nicht, denn diese Insel hatte 12 Jahre ihres Lebens genommen. Das war nichts was man einfach so vergessen konnte.
Drei Tage vergingen und Kyla ruhte sich in der Zeit aus, die Drohung von Law, dass er ihr sonst die Beine nehmen würde, nahm sie ziemlich ernst. Law wusste jedoch auch, dass sie noch nicht wusste, wie er das eigentlich gemeint hatte. Nun saß er wieder in dem Zimmer, in welchem Kyla momentan war, was eigentlich dafür verwendet wurde, wenn er jemanden operieren musste. „Deine Wunden heilen gut,“ meinte er kurz und knapp und sie nickte. Sie hatte auf der Insel gehört wie ihre Knochen brachen und irgendwann schien sich der Körper wohl daran gewöhnt zu haben, das Wunden schneller heilten. Ob es sowas gab? Das wusste sie nicht wirklich. „Wir werden in ca. zwei Tagen eine Insel erreichen, du kannst da über Bord gehen und dann tun was du gerne willst,“ meinte er und sie nickte. Law stand auf und verließ das Zimmer und ließ Kyla alleine, alleine mit ihren Gedanken. Was sollte sie den eigentlich tun? Wie sollte es weitergehen? Sollte sie zurück gehen, um Aimi zu befreien? Könnte sie das überhaupt schaffen? Vorsichtig zog sei ihre Beine an ihren Körper und legte ihren Kopf auf ihre Knie. Was sollte sie nur machen?
Law lehnte sich kurz gegen die geschlossene Tür, das Gefühl, das er sie irgendwo her kannte, war in den zwei, drei Tagen mehr geworden, doch er konnte sich einfach nicht daran erinnern und eigentlich konnte es ihm ja auch egal sein. In zwei Tagen würde sie sein Schiff verlassen und dann würden sie sich sowieso niemals wieder sehen. Aber wieso sträubte sich sein Körper so dagegen sie gehen zu lassen? Er wusste es nicht. Vielleicht das Wissen, das er wusste das sie diese Insel aufsuchen würde um ihre Schwester zu retten, doch er wusste genau das sie sicherlich keine Chance haben würde. Doch wieso machte er sich darum Gedanken? Eigentlich konnte es ihn doch egal sein, sie war alt genug und wusste doch selber besser war gut für sie war und was eben nicht. Doch ein wenig erinnerte ihn ihre Art, mit dem Kopf durch die Wand, an den Strohhut. Sie schien genauso zu sein, niemand der lange über seinen nächsten Schritt nachdachte. Doch gerade machte das, zum Beispiel, den Strohhut zu was besonderem, er war immer für seine Freunde da und vielleicht erinnerte Kyla ihn deswegen an Luffy, den sie wollte schließlich auch ihre Schwester retten, obwohl sie wusste das sie vielleicht keine Chance hatte. Er stieß sich von der Tür ab und ging den Gang entlang in sein Zimmer, er hatte gerade keine Lust bei den anderen zu sein und brauchte etwas Zeit für sich.
Als zwei weitere Tage vergangen waren, stand Kyla draußen an der Reling gelehnt und sah auf das Meer, nicht mehr lange und sie würden eine Insel erreichen. Nicht mehr lange und sie könnte zurück um Aimi zu befreien, doch das wissen, dass sie das wohl alleine nicht schaffen würde, das nagte immer noch an ihr. Law gesellte sich zu ihr und sah sie an. „Was wirst du tun, wenn du das Schiff verlassen hast?“ Kylas Blick traf seinen. „Ich denke, dass du das weißt,“ meinte sie dazu nur. In den letzten Tagen hatte sie sich kaum mit ihm unterhalten, sie hatte festgestellt, das er jemand war, der anscheinend nicht gerne und viel redete. Law seufzte ein wenig. „Ja ich denke auch,“ meinte er dann. „Aber denkst du das ist richtig? Du wagst dich in die Höhle des Löwen,“ sagte er und Kyla sah ihn überrascht an. „Machst du dir etwa Sorgen?“ Sie grinste und er zuckte nur die Schultern. „Nein, nicht wirklich, aber wenn du das vor hast, hätte ich dich auch in dem Boot lassen können, denn du rennst ja auch so in den sicheren Tod.“ Kyla sah ihn nicht an. „Mir ist schon klar was du davon hälst,“ meinte sie nach einer Weile. „Ich weiß auch das du mir nicht vertraust.“ Er lachte freudlos. „Ich vertraue niemandem, außer meiner Crew.“ Und mal davon abgesehen, hatte selbst das lange gedauert bis es soweit gewesen war. „Dann solltest du dich nicht in meine Angelegenheit einmischen,“ meinte sie nur und schwieg dann. Law ballte seine Hände zu Fäusten und wollte gerade was sagen als er unterbrochen wurde. „Die Insel, da vorne ist die Insel,“ meinte Bepo und Law sah ihn an. „Tschuldigung,“ meinte er leise und Kyla musste lachen. „Ich glaube dich werde ich am meisten vermissen.“ Dies ließ Bepo sofort wieder erröten, was Kyla dazu veranlasste, noch mehr zu Lachen.

DU LIEST GERADE
Die Liebe zum Meer die uns verbindet! [One Piece FF ]
Fiksi PenggemarKyla hatte es bisher nicht leicht in ihrem Leben. Dadurch dass sie eine Gabe besitzt beginnen die Eltern sich vor ihr zu fürchten, den ihre Gabe ist es die Auren der Menschen zu sehen. Aus Angst vor ihrem Kind verkaufen sie das Mädchen an eine Insel...