1. Advent 2019 - Vertrauen in Gott

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Vertrauen in Gott?

Psalm 56,2-14:
"Sei mir gnädig, Gott, denn Menschen stellten mir nach, Tag für Tag bedrängen mich meine Feinde.
Den ganzen Tag stellten meine Gegner mir nach, ja, es sind viele, die mich voll Hochmut bekämpften.
An dem Tag, da ich mich fürchte, setzte ich auf dich mein Vertrauen.
Auf Gott, dessen Wort ich lobe, auf Gott vertraue ich, ich fürchte mich nicht. Was kann ein Fleisch mir antun?
Tag für Tag verdrehen sie meine Worte, auf mein Verderben geht ihr ganzes Sinnen.
Sie lauern und spähen, sie beobachten meine Schritte, denn sie trachteten mir nach dem Leben.
Wegen des Unrechts sollen sie Rettung erfahren? Im Zorn, Gott, wirf nieder die Völker!
Die Wege meines Elends hast du gezählt. In deinem Schlauch sammle meine Tränen! Steht nicht alles in deinem Buche?
Dann weichen die Feinde zurück, am Tag, da ich rufe. Ich habe erkannt: Mir steht Gott zur Seite.
Auf Gott, dessen Wort ich lobe, auf den HERRN, dessen Wort ich lobe,
auf Gott setzte ich mein Vertrauen, ich fürchte mich nicht. Was kann ein Mensch mir antun?
Ich schulde dir, Gott, was ich gelobte, Dankopfer will ich dir weihen.
Ja, du hast mein Leben dem Tod entrissen. Hast du nicht meine Füße vor dem Straucheln bewahrt? So gehe ich meinen Weg vor Gott, im Licht des Lebens."

Vertrauen in Gott?
Wie soll ich Gott vertrauen?

Was bedeutet es überhaupt in Gott zu vertrauen?
Dafür sollte man einiges zuerst verstehen.

Vertrauen - Was ist das eigentlich?

Laut Google Definition bezeichnet Vertrauen die subjektive Überzeugung von der Richtigkeit / Wahrheit von Handlungen, Einsichten und Aussagen beziehungsweise der Redlichkeit von Personen und Vertrauen kann sich auf jemand anderen oder sich selbst (Selbstvertrauen) beziehen.
Gut, das sagt Google zu Vertrauen. Aber ich weiß nicht, das ist mir etwas zu kompliziert. Ich gebe der Definition in einigen Dingen zwar recht, aber dennoch kann man das einfacher formulieren.
Der Duden sagt zum Thema Vertrauen, dass es das feste Überzeugtsein von der Verlässlichkeit und Zuverlässigkeit einer Person oder Sache ist.
Aus diesen beiden Definitionen habe ich mir eine perfekte gemacht: "Vertrauen bedeutet fest davon überzeugt zu sein, das eine Person oder eine Sache verlässlich und zuverlässig ist, wobei Vertrauen etwas subjektives ist und auf sich selbst (Selbstvertrauen) oder jemand anderen (Vertrauen in eine Person oder Sache) beziehen kann."
Ich finde, die Definition ist verständlich und hat alles drin, was ich unter vertrauen verstehe.
Aus dieser Definition nehme ich, dass man, wenn man in Gott vertraut, in Gottes Handlungen vertraut, da man von seiner Zuverlässigkeit und Verlässlichkeit überzeugt ist.

Aber wie kann man in Gott vertrauen, wenn man sich anschaut, was auf unserer Welt passiert?
Wenn Gott doch nur gutes tut, warum herrschen dann Kriege?
Warum gibt es dann so viel Leid und Schmerz auf der Welt?
Warum sagt Gott, das er uns nie alleine lässt, wenn er dann doch zulässt, dass wir Schmerzen haben und leiden?

Genau diese Fragen hat Mack sich in dem Film "Die Hütte - ein Wochenende mit Gott" auch gestellt. Mack wurde als Kind geschlagen, bis er sich in der Kirche Hilfe suchte. Als er dann selbst Vater von drei Kindern ist, wird seine jüngste Tochter in dem Augenblick entführt, in dem er seine beiden älteren Kinder vor dem Ertrinken retten wollte. Er verliert das Vertrauen in Gott, denn seine Tochter wird nie wieder gefunden. Er begreift nicht, warum Gott es zulässt, dass so jemand unschuldiges sterben musste.
Mack versinkt immer weiter in seiner Trauer, bis er eines Tages einen Brief bekommt, indem er zu einem Wochenende in eben dieser Hütte eingeladen wird, wo das Kleid seiner Tochter gefunden wurde. Der Brief wurde nur mit "Papa" unterschrieben. Mack will wissen von wem dieser Brief ist und lässt sich deshalb auf den Brief ein. Mack stellt sich viele Fragen über Gott und sich selbst und kann zu dem immer noch nicht glauben, dass seine Tochter gestorben ist. An dem Wochenende erlebt er dann ein Wochenende mit Gott.
Ich bin der Meinung, dass Mack ein perfektes Beispiel für einen Kritiker ist, der sein Vertrauen in Gott wiederfindet.
Aber Mack ist nicht der einzige, der sein Vertrauen in Gott in Frage stellt. Mir zum Beispiel ist das auch schon total häufig passiert. Ich frage mich so oft, warum Gott etwas zulässt.
Warum lässt Gott zu, dass Kinder sterben?
Warum lässt Gott zu, dass es unheilbare Krankheiten gibt?
Warum lässt Gott zu, dass Menschen Suizid begehen?
Warum?
Warum gibt es diesen ganzen Schmerz?
Warum lässt er das zu???
So oft wie ich mir diese Fragen gestellt habe, habe ich auch nach einer Antwort gesucht. Ich habe aber immer noch keine gefunden. Das einzige was ich immer wieder gefunden habe, ist mein Vertrauen in Gott.
"Mein Gott, neig mir dein Ohr zu und höre mich; öffne deine Augen und sieh auf die Trümmer, auf unsere Stadt, über der dein Name ausgerufen ist! Nicht im Vertrauen auf unsere guten Taten legen wir dir unsere Bitten vor, sondern im Vertrauen auf dein großes Erbarmen." (Dan 9,18)
Ich glaube, dass es Gott zum Teil darum geht, dass wir erkennen, das wir zu oft selbst richten ohne das Große ganze zu sehen.
Sofort wenn wir jemanden sehen, haben wir etwas im Kopf, was wir mit seinem Auftreten verbinden. Aber wir kennen ihn doch gar nicht.
Zu oft bilden Menschen sich Vorurteile nur aufgrund des äußeren.
Zu oft Vertrauen Menschen nicht in Gott.
Sie zweifeln Gott an.
Sie verurteilen Gott ohne ihn wirklich zu kennen.

Meiner Meinung nach kann Vertrauen in Gott das Leben vereinfachen. Wenn man ihm vertraut, ihm der alles beobachtet, ihm der immer da ist, dann kann man ruhiger durchs Leben gehen. Mir sichert das Vertrauen in Gott, Gewissheit darüber das ich nicht alleine bin, nie.

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