Evangelium:
Ist Christ sein nur Glaube?
Ist Glaube nicht auch Vertrauen?
Aber, was ist Vertrauen eigentlich?
Ist Vertrauen immer nur mit eigenen Augen sehen?
Ist Vertrauen nicht auch, wenn ich Gesagtes glaube?
Ist Vertrauen nicht auch, wenn ich unbewiesene Thesen glaube?
Ist Vertrauen nicht auch Glaube?
In der Geschichte haben die Menschen schon oft nicht geglaubt, weil sie nicht vertraut haben.
Aristoteles hat gesagt, dass die Erde keine Scheibe, sondern eine Kugel ist. Keiner hat ihm geglaubt.
Michel Angelo hat gesagt, dass man fliegen kann. Keiner hat ihm geglaubt.
Galileo hat gesagt, dass nicht die Erde der Mittelpunkt des Sonnensystems ist, sondern die Sonne. Keiner hat ihm geglaubt.
Im Laufe der Jahre wurden alle diese Thesen bewiesen.
Man weiß jetzt, dass die Erde eine Kugel ist.
Man weiß jetzt, dass man fliegen kann.
Man weiß jetzt, dass die Sonne der Mittelpunkt des Sonnensystems ist.
Und all das nur, weil Menschen es gesehen haben, sonst hätten sie nicht vertraut.
Aber nicht nur in der Geschichte gibt es so ein Nicht-Vertrauen. Auch die Bibel hat viele Beispiele, in denen Menschen nicht geglaubt haben, weil sie nicht vertraut und nicht gesehen haben.
Zum Beispiel Thomas.
Thomas, der als Ungläubiger bekannt ist.
Er, der Didymus - Zwilling - genannt wurde.
Er zweifelte an dem, was die Jünger zu ihm sagten.
Er zweifelte an dem "Wir haben den Herrn gesehen."
Er zweifelte, solange er nicht seine Finger in Jesu Wundmale legte.
Er zweifelte, solange er nicht seine Hand in Jesu Seite legte.
Er glaubte nicht, weil er nicht gesehen hatte.
Jesus wollte aber, dass Thomas glaubte.
Jesus kam erneut zu seinen Jüngern.
Jesus wendete sich an Thomas.
"Thomas, sei nicht ungläubig, sondern gläubig."
Thomas zweifelte nicht mehr, weil er seine Finger in Jesu Wundmale legte.
Thomas zweifelte nicht mehr, weil er seine Hand in Jesu Seite legte.
Thomas glaubte, weil er seinen Herrn und seine Gott gesehen hat.
"Thomas, du glaubst weil du gesehen hast. Selig sind die nicht sehen und doch glauben."
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Christ sein.
Was bedeutet das überhaupt?
Wenn mal darüber nachdenkt, kommt man schnell auf ein paar Standardanforderungen, die man wie in einer Checkliste abhaken kann.
Kirchenmitglied → ✔
Getauft → ✔
Glaubt an Gott → ✔
Ich würde behaupten, dass alle die oft in die Kirche gehen, das abhaken können. Aber das sind natürlich nur Basics. Die Frage "Was bedeutet Christ sein?" kann man verfeinern in "Was macht einen guten Christen aus?".
Das würde dann eher einem Anforderungsprofil wie bei der Ausbildungsplatzsuche entsprechen. Das kennt ihr bestimmt. Da steht dann sowas wie, was man alles mitbringen muss, um den Job zu bekommen:
Sie sind offen und ein guter Mensch?
Sie helfen anderen und setzen sich für Benachteiligte ein?
Sie lieben Ihren Nächsten so wie sich selbst?
Dann bewerben Sie sich hier zum guten Christen.
Da steht man dann da und liest sich die Anforderungen durch und denkt:
Offen? Ja schon.
Ein guter Mensch? Ja, ich bin schon immer recht freundlich und nett zu anderen.
Helfen? Naja, also jedem helfen ist da doch ein bisschen zu viel gesagt und sich für Benachteiligte einsetzen? Da habe ich als armer Schüler oder Student doch gar nicht die Möglichkeiten für.
Und seinen nächsten wie sich selbst lieben? Ich kann doch nicht alle Menschen lieben.
Und was, wenn ich mich nicht genug liebe, um andere zu lieben?
Das sind Zweifel. Jeder kennt sie. Vielleicht kennt ihr sie nicht in dieser Form, weil wann wird schon mal der perfekte Christ gesucht?
Aber kommen wir zurück zu der Ausbildungsplatz- oder Jobsuche. Wie fühlt man sich denn dann, wenn da steht:
Wir suchen jemanden mit abgeschlossener Berufsausbildung und/oder abgeschlossenem Studium und mit vier Jahren Berufserfahrung. Der zwei Fremdsprachen fließend spricht, eigenständig arbeitet und super offen zu Menschen ist. Außerdem soll er oder sie doch bitte noch unter 25 sein.
Und was macht man dann, wenn man so eine Anzeige liest? Man bewirbt sich nicht auf diese Stelle, weil wer erfüllt schon solche Kriterien?
Ich bestimmt nicht.
Selbstzweifel.
Das sind die wohl bekanntesten Zweifel.
Aber wenn es so wie jetzt, um die Kirche und das ganze drum herum geht, dann geht es um eine ganz andere Art von Zweifel.
Um Zweifel am Glauben.
Ja sogar um Unglauben. Und dann bin ich wieder bei meinem Ausgangsthema: Beim Christ sein.
Darf ein guter Christ zweifeln?
Wir haben die Geschichte vom ungläubigen Thomas gehört, der erst an Jesus Auferstehung glauben wollte, als er es gesehen hat. Ich denke, heutzutage, wo wir durch die wissenschaftlichen Möglichkeiten schon so viel beweisen, belegen und erklären können, kommt uns dieser Wunsch sehr bekannt vor.
Wir wollen auch Beweise. Dinge, die schwarz auf weiß irgendwo stehen. Und dabei vergessen wir, dass wir so etwas sogar haben. Wir haben die Bibel, in der schwarz auf weiß die Geschichte unseres Glaubens steht. Und wir haben den Protagonisten des Neuen Testaments. Richtig, ich spreche von Jesus.
Jesus, der sich für uns geopfert hat, der unseren Leben einen Sinn gibt, weil wir auf ein Leben nach dem Tod hoffen können.
Jesus, der zu seinen Jüngern zurückgekehrt ist. Zu Menschen wie Thomas, der gesagt hat: „Sorry, Jesus, wir waren zwar so lange zusammen unterwegs und ich habe immer an dich geglaubt, aber die Sache mit der Auferstehung? Das ist mir dann doch etwas zu viel! Das kann ich dir nicht glauben.“
Zu solchen Menschen ist Jesus zurückgekehrt und hat sich dennoch voller Liebe an sie gewendet. Er hat Thomas erlaubt, seine Finger in seine Wundmale zu legen, weil er will, dass wir glauben. Denn Jesus, Jesus Christus ist derjenige, der unseren Glauben ausmacht.
Wir nennen uns nicht umsonst Christen. Jesus Christus ist unser Vorbild. Der erste Christ, wenn man so will auch wenn er als Jude gelebt hat. Christus kommt aus dem griechischen und bedeutet der Gesalbte. Und auch wir sind gesalbt. Werden an unserer Taufe gesalbt und später auch an unserer Firmung. Weil wir Jesus nahe sein wollen.
Für mich bedeutet Christ sein: Jesus lieben, sich ihm zugehörig fühlen und ihm nachfolgen.
Denn gemeinsam mit Jesus sind die ganzen Anforderungen an uns Christen und die Selbstzweifel, die wir haben, nicht mehr so schlimm. Gemeinsam mit Jesus haben wir jemanden, der zu uns sagt: Hey, ich glaube an dich! Du packst das!
Und deswegen finde ich, dass wir die Checkliste vom Anfang vergessen sollten.
Ja, ein Christ ist getauft, aber nur um seine Verbundenheit zu Jesus zu zeigen.
Ja, wir Christen gehen in den Gottesdienst, aber auch außerhalb des Gottesdienstes können wir uns Jesus nahe fühlen, können wir versuchen in seinem Sinn zu handeln.
Und ja natürlich glauben wir Christen an Gott, aber wir glauben auch an uns selbst und, dass wir mit Jesus an unserer Seite alles schaffen können.
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Weihnachtswunder
SpiritualTräumen wir nicht alle von unserem kleinen eigenen Weihnachtswunder? Also wenn wir alle davon träumen, warum machen wir uns dann so viel Stress? Warum ist für viele die Advents- und Weihnachtszeit die stressigste? Ich möchte euch hier die Möglichk...
