Lambert zerrte mich zurück nach Kaer Morhen, obwohl ich mich gegen seinen Griff wehrte. ,, Hör aufzubeißen!'' ,, Nein, erst wenn du mich loslässt!'' ,, Geralt ist mit Ciri zurück.'' ,, Und!?'' ,, Sie will dich sehen.'' ,, Ich verzischte.'' ,, Du hast Angst, sie zu treffen.'' ,, Nein, aber ich habe einfach keine Lust. Zudem sind es mir zu viele Leute da.'' ,, Stell dich nicht so an.'' ,, Stell dich nicht so an.'', äffte ich den Hexer nach, der seinen Griff daraufhin verstärkte. Für einen kurzen Moment zischte ich auf und spürte danach zum Glück, wie er seinen Griff wieder lockerte. Darüber war ich sehr dankbar, da ich auf blaue Flecken verzichten konnte. ,, Wann habt ihr eigentlich bemerkt, dass ich mich davon geschlichen hatte?'' ,, Nachdem Geralt und Ciri aufgetaucht sind. Mache das nicht noch einmal.'' ,, Ich wollte nur meine Ruhe haben und gerade ist in Kaer Morhen viel los.'' ,, Dann ziehe dich in dein Zimmer zurück, statt Ausflüge zu unternehmen.'' ,, Vielleicht, mal sehen. Was ist eigentlich mit Star und Meckerfritze? Wir haben sie zurückgelassen?'', stellte ich die Frage und wusste, das der Ältere versuchte ruhig zu bleiben. Zwar war mir bewusst, dass bei uns allen die Nerven blank waren, trotzdem konnte ich es nicht lassen. Still schweigend liefen wir den Rest zur Hexerfestung, wo die Anderen uns schon erwarteten. Ich hasste es gemustert zu werden, vor allem, von so vielen Augenpaaren. ,, Könnt ihr das bitte lassen! Mir ist das mehr als nur unangenehm!'', erklärte ich ihnen und keinen Augenblick später stand Ciri vor mir. ,, Ciri.'' ,, Katharina.'', und damit schüttelte ich ihre Hand, die sie mir hinhielt. ,, Du stammst aus einer anderen Welt? Aus welcher?'' ,, Nun ja, es ist schwer zu erklären. Eure Zeit ist unser Mittelalter gewesen, nur ohne Monster und Hexer, geschweige Magie. Zudem habe wir das Jahr 2020 geschrieben und wir haben Technologie. Wie Handys, PC und so weiter. Wie gesagt, ist es schwer zu erklären.'', erzählte ich in alle Ruhe. Obwohl wir dafür keine Zeit hätten, jeden Moment könnte die wilde Jagd erscheinen. ,, Klingt nach einer friedlichen Welt.'' ,, Teilweise.''
In der Nacht suchte mich Eskel auf und erklärte mir, dass er mich zum Kräuter sammeln begleiten sollte. Zwar war ich skeptisch gewesen, doch dies legte sich wieder, als hörte, dass Vesemir die Pflanzen brauchte. ,, Kalt.'', murmelte ich vor mich hin, als wir zu den Pferden liefen. Die standen gesattelt da, während sie Heu fraßen. Ein ungutes Gefühl machte sich in mir breit, etwas stimmte an der ganzen Sache nicht. Oder täuschte ich mich etwa, weil die Schlacht bald anbrechen würde? Um ehrlich zu sein hatte ich Angst, furchtbare Angst. ,, Du musst dich beruhigen.'' ,, Versuche ich doch, aber ich habe Angst.'' ,, Das haben alle.'' ,, Wo müssen wir eigentlich hin? Normalerweise reiten wir doch ins Tal.'' ,, Die Kräuter wo Vesemir benötigt wachsen nur in Höhlen.'' ,, Verstehe.'' ,, Es nicht weit.'', damit trat Eksel seinem Hengst in die Flanken. Im Galopp ritten wir einen Pfad entlang, bis wir an einer kleinen Höhle ankamen. ,, Eskel, warum ist da ein Lagerfeuer?'', stellte ich dem Braunhaarigen die Frage, nachdem wir die Höhle betraten. Neben dem Lagerfeuer war ein Pfahl in dem Boden gerammt worden. Dann geschah alles so plötzlich, der Hexer packte mich und zerrte mich zum Pfahl. Ich schrie, trat und versuchte mich aus seinem Griff zu befreien, aber es war zwecklos. Der Ältere war zu stark und zu kampferfahren. ,, Lass mich los!'' ,, Sei still!'' ,, Du tust mir weh!'', zischte ich, als ich am Holzstück festgebunden wurde. Was geschah hier? Wollten die Hexer mich loswerden, weil sie mich nicht mehr brauchten? Hatten sie alles nur gespielt? ,, ESKEL!'', schrie ich, als dieser mich zurückließ. Dann herrschte Stille, nur das Knistern des Feuers war zu hören. Schmerzlich wurde mir bewusst, das die Kräutersuche nur ein Vorwand gewesen war, um mich in die Höhle zu locken. Am liebsten hätte ich mir die Seele aus dem Leib geschrien, doch dies würde Monster anlocken. Ein Wiehern riss mich aus den Gedanken und ich sah wie die Schimmelstute auf mich zulief. Warum hatte der Braunhaarige sie hier zurückgelassen? Hexer brauchten immer Pferde, egal für was. Zum Glück waren Pferde aber treue Tiere, daran konnte niemand etwas ändern. Da ich nicht kampflos aufgeben wollte, zerrte ich an den Fesseln, versuchte mich zu befreien. Aber alle Versuche waren zum Scheitern verurteilt. Ich verfluchte mich selbst, dass ich mir nicht angewöhnt hatte, ein kleines Jagdmesser bei mir zu treffen. Mit diesem hätte ich mich befreien können. Suchend sah ich mich in der kleinen Höhle um, wenn das Glück auf meiner Seite stände, würde ich etwas finden, mit dem ich die Fesseln zerschneiden könnte. ,, Ach verdammt.'', meinte ich, während ich einen Stein wegkickte. Tränen bahnten sich ihren Weg über meine Wangen, tropften auf meinem Pullover. Schon wieder wurde ich von Menschen verrate, die sich meine Freunde nannten. Vielleicht stimmte es wirklich, was alle sagten, Hexer waren gefühllos. Es würde eine lange Nacht für mich werden, eine sehr lange Nacht.
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Hexer, Monster & ich
AventuraDas ein ganz normaler Waldspaziergang mein ganzes Leben verändern würde, hätte ich niemals gedacht. Nun befand ich mich in einer Welt voller Gefahren und Monstern, sodass ich ums Überleben kämpfen muss.
