Als er im Hotelzimmer ankam fühlte Samu sich viel zu aufgedreht um zu Schlafen. Er war auf eine sonderbare Art gleichzeitig müde und hellwach. Er ging also nicht gleich ins Bett sondern setzte sich aufs Sofa und zappte ein bisschen durch das TV-Programm. Es lief aber nichts, dass ihn interessierte. Er schaltete den Fernseher wieder aus und griff nach seinem Handy. Nur eine neue Nachricht. Die Plattenfirma hatte die ersten Termine für die Promo-Tour zum Best Of Album geschickt. Er überflog sie kurz. Nichts besonderes. Ein paar Radiointerviews, ein paar Fernsehauftritte. Gelangweilt scrollte er durch seinen Facebook-Feed. Immer wieder schweiften seine Gedanken ab. Erstaunlich häufig kreisten sie um Rea.
Er sah sein Gesicht vor sich, konnte ihn, wenn er sich konzentrierte noch riechen. Es war ein wirklich schöner Abend gewesen, sie hatten Spaß und haben viel gelacht. Rea war unglaublich gut darin, Geschichten zu erzählen, viel besser als er selbst. Wenn Rea erzählte, war es, als würde alles andere um die herum ausgeblendet. Seine Worte zogen ihn jedes mal in ihren Bann.
Sein eigenes lautes Gähnen riss Samu aus seinen Gedanken. Er sah auf die Uhr und entschloss sich, ins Bett zu gehen.
Obwohl er eigentlich müde war, schlief er nicht sofort ein, sondern lag noch eine ganze Weile wach. Er dachte nach über das Best Of Album, über The Voice und alle möglichen anderen Dinge. Als er nach über einer halben Stunde endlich langsam wegdämmerte, sah er plötzlich, als würde er schon träumen, sich und Rea vor sich. Sie waren am Meer und gingen nebeneinander, Rea hatte seinen Arm um Samu gelegt, er konnte ganz deutlich den leichten Druck und die Wärme, die von Reas starkem Arm ausgingen, und sogar ein bisschen den kalten Sand unter seinen Füßen spüren.
Samu stutzte und schlug die Augen auf. Was war das denn gewesen? Warum hatte er an sich und einen seiner besten Freunde Arm in Arm bei Sonnenuntergang am Strand, so wie in einem dieser kitschigen Liebesfilme, gedacht? Normalerweise dachte er so höchstens an Frauen in die er verliebt war und das auch nicht immer. Aber Rea war doch keine Frau, und verliebt war er auch nicht in ihn (das kleine "oder?", das ihn in diesem Moment beschlich, fegte er beiseite). Er hätte den Alkohol verantwortlich gemacht, aber er hatte nur zwei Bier getrunken und war nun wirklich nicht betrunken. "Wahrscheinlich war das einfach nur ein merkwürdiger Traum", sagte er sich, schließlich hatte er schon halbwegs geschlafen, "Sowas kommt vor." Es musste so gewesen sein, alles andere war zu absurd und kam nicht in Frage. Aber ein kleines Fragezeichen blieb, denn so ganz wusste Samu nicht, was er davon halten sollte.
DU LIEST GERADE
Follow your heart
Fanfic[Rea Garvey x Samu Haber] Eigentlich sind sie nur Kollegen, als Juroren bei The Voice of Germany. Oder höchstens platonische Freunde. Denn eigentlich stehen sie beide nur auf Frauen. Eigentlich...
