[3] Birthday

183 16 2
                                        

Das war wirklich merkwürdig, doch ab diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht auf wen ich dort getroffen war!
_____________________________
Jimin

"Tut mir wirklich leid, mein Schatz, dass wir heute nicht für dich da sein können. Ich hoffe trotzdem, dass du einen schönen Tag mit Luhan hast", hörte ich am Samstag morgen die Sprachnachricht meiner Mutter ab und seufzte.

"Wie immer", murmelte ich genervt und taumelte in die Küche, um mir etwas zu essen zu machen.

Ich öffnete die Tür zum Raum und entdeckte einen Fertigkuchen vom Supermarkt auf dem Esstisch.

"Ugh~", grummelte ich fast schon sauer und genervt über jeden Geburtstag von mir. Nie hatten meine Eltern wirklich Zeit für mich, selbst am Wochenende.

Niedergeschlagen ließ ich mich an den Küchentisch fallen und sah mir den Kuchen an.

'Happy Birthday', stand neben dem Kuchen auf einem mickrigen Zettel.

Dann klingelte es schließlich an der Tür.
Ich raffte mich auf und schluffte langsam zur Klingel, um die Tür zu öffnen.

Vor mir stand ein strahlender Luhan mit Geschenken in der einen Hand und mit Kuchen in der anderen.

"Der hier ist selbst gebacken", grinste er, hielt den Kuchen hoch und drängte sich an mir vorbei.

"Wenigstens du hattest so viel Zeit", murmelte ich und schloss die Tür.

Er lief mit mir in die Küche und stellte die Sachen auf dem Tisch ab.
"Ist das der Kuchen deiner Eltern!?", fragte er entsetzt.

"Jep. Ich hab das Gefühl, sie geben sich von Jahr zu Jahr weniger und weniger Mühe", schmollte ich.

"Ach Jiminie ~, sie haben eben viel zu tun", flüsterte Luhan und umarmte mich von hinten.
"Dafür bin ich heute für dich da", grinste er, um mich aufzubauen.

"Danke", lächelte ich.
Sofort stellte Luhan die mitgebrachten Geschenke auf den Küchentisch und zog mich aus der Küche in Wohnzimmer.

Wir hatten abgemacht für den Vormittag bis zu Abend einen Film Marathon zu starten und dann im Anschluss richtig schön feiern zu gehen.
-

"Hast du alles für die Party?", fragte mein bester Freund, der startbereit an der Tür stand und mir dabei zusah, wie ich mir die Jacke überzog.

"Ja, Sekunde noch", murmelte ich und griff nach meine Schlüssel.

Dann öffnete Luhan die Tür.
"Nach Ihnen, bitte", grinste er amüsiert und machte eine Handbewegung nach draußen ins Treppenhaus.

"Danke sehr, mein Herr", kicherte ich und ging an ihm vorbei.
Ich schloss noch die Tür ab und lief zu meinem Wagen.
Er wartete geduldig, bis ich das Auto geöffnet hatte und stieg dann ein.

Ich tat es ihm sofort gleich.

Nach wenigen Minuten kamen wir beiden an dem Club, den wir für meinen Geburtstag besuchen wollten, an und stiegen aus.

Ich sah sofort, wie unglaublich voll es dort war.

"Wow...", kicherte ich bei den Leuten, die sich auf der Tanzfläche knubbelten.
Der Barthresen war genauso voll, wie der ganze Saal.

"Ich hol uns was zu trinken", rief Luhan gegen die Musik an und lief zu dem Barkeeper.
Da ich nicht so allein dort stehen wollte, folgte ich ihm schnell und setzte mich.

Ich spürte eine leichte Anspannung in mir aufkommen, wegen der vielen Leute und sah mich immer wieder aufgeregt um.

Für mich waren große Menschenmassen nie beruhigen gewesen und werden sie wahrscheinlich auch nie sein...

"Alles okay?", fragte Luhan, der meine Anspannung sofort bemerkt hatte und sah mich leicht besorgt an.
Ich zuckte leicht auf und sah schnell in seine Augen.

"J-Ja... Alles gut... Die Leute sind mir nur etwas zu viel", rief ich gegen die Musik und zeigte hinter mich.
"Okay... Wir gehen gleich an einen ruhigeren Ort, wenn du willst", versprach Luhan mir und strich über meinen Rücken.

Ich nickte und bekam auch schon mein Getränk.
Tequila...

Auch Luhan hatte es sich bestellt und führte mich sofort aus der Masse, an einen etwas ruhigeren Platz.

Mein Blick schweife über den Club und blieb an einer Person am Thresen hängen. Es war ein Mann, dessen Statur und Kleidung mir irgendwie bekannt vorkam. Es war der Typ, in den ich hinein gerannt war, als ich nach Hause wollte.

Er war in schwarz gekleidet und hatte wieder seinen Mundschutz auf.
Seine Tattoos stachen auf seiner blassen Haut extrem heraus und auch seine schwarzen Haare sahen nun ohne Cap noch kräftiger aus.

Sein Blick war starr in sein Glas gerichtet, bevor er von einem anderen jungen Mann in die Realität zurück geholt wurde. Der andere stieß ihm mit dem Ellenbogen in die Seite.

Er war schätzungsweise etwas größer und hatte bräunliche, etwas längere Haare.
An seiner Unterlippe zierten zwei kupferfarbene Piercings und auch er trug mehrere Tattoos auf der Haut.

Der braunhaarige sprach etwas geduckter mit dem schwarzhaarigen und nickte mit dem Kopf plötzlich in meine Richtung.

Ich wurde leicht nervös und spürte, wie mein Herz kurz einen Satz machte und doppelt so schnell weiter schlug. Ich sah mich um, als Sicherheit, dass er wirklich mich meinte.

Dann sah ich wieder zu den beiden Typen und spürte nun auch den bohrenden und prüfenden Blick des schwarzhaarigen auf mir.

Ich schluckte nervös und versuchte den Blicken irgendwie stand zu halten, was sich als schwierig erwies.

Der schwarzhaarige nickte dann auf etwas, was der braunhaarige gesagt hatte und stand auf.
Immer noch mit dem Blick auf mir, trank er den letzten schluck aus seinem Glas und lief in die Menge.

Ich schluckte erneut aus Erleichterung und atmete auf.

Was war das gewesen?
Und was wollten die von mir?
Ich bemerkte, wie mein Körper anfing Panik zu schieben.
Ich durchlief in Gedanken die frühere Schulzeit. Vielleicht kannten sie mich ja von irgendwo her....

Ich wollte mich etwas beruhigen und erklärte meinem besten Freund, dass ich mal kurz auf die Toilette müsse.

Er hatte sich mit einigen Mädels aus dem Club verquatscht und nickte nur abwesend, nachdem ich ihm mein Getränk in die Hand gedrückt hatte.

Mit schnellen Schritten quetschte ich mich durch die Leute und wollte am Barthresen vorbei, doch genau im Moment, wo der Barkeeper sich umdrehte, packte mich jemand grob am Oberarm.

Kurz bevor ich einen laut von mir geben konnte, presste sich auch schon eine große Hand über meine Lippen.

Da es etwas dunkler war, konnte man mich ungestört aus dem Club schleppen.
Ich zappelte mit Händen und Füßen, versuchte mich irgendwie zu wehren, doch der Griff war einfach zu stark.
Langsam spürte ich die Tränen in meinen Augen und die Angst in meinen Adern.

"Pass auf das uns niemand sieht!", hörte ich eine raue Stimme hinter mir, bevor mir eine Augenbinde die Sicht versperrte und alles in Dunkelheit verschwand.

 catch me: the revenge | yoonminWo Geschichten leben. Entdecke jetzt