Als Yunho am nächsten Morgen die Augen aufschlug, waren zottelige rote Haare das Erste, das er sah. Behutsam strich er durch sie hindurch. Seinen Gast nach dem gestrigen Abend nun so ruhig schlafen zu sehen, zauberte ihm ein Lächeln ins Gesicht. Zum Glück wirkten die Medikamente, die San ihnen gebracht hatte. Darum bemüht Hongjoong nicht zu wecken, drehte Yunho sich auf die Seite.
Eine Weile betrachtete er ihn und fuhr immer wieder sanft durch dessen Strähnen, bis Hongjoong sich schließlich streckte. "Guten Morgen, Schlafmütze", begrüßte Yunho ihn leise. "Geht es dir besser?"
"Mmhhhh…" Einen Arm über dem Kopf ausgestreckt blieb Hongjoong liegen und wandte sein Gesicht Yunho zu. Verschlafen blinzelte er ihn an, ehe auch seine Lippen ein kleines Lächeln zierte. "Viel besser, danke."
Mit seiner anderen Hand wickelte Hongjoong eine von Yunhos Strähnen um seine Finger und drehte sie zwischen ihnen. "Bei Gelegenheit sollten wir deine Haare nachfärben", merkte er an und entlockte Yunho damit ein Kichern.
"Ernsthaft? Gestern kotzt du dir die Seele aus dem Leib und heute ist meine Haarfarbe deine erste Sorge?"
Nun musste auch Hongjoong kichern. "Natürlich! Die ist total ausgewaschen und verblichen! Nicht mehr das strahlende Blau, das du dir gewünscht hast. Das stand dir echt gut."
Yunho schüttelte bloß den Kopf. "Du bist bescheuert! Aber mal im Ernst… bitte was hattest du gestern plötzlich?"
"Migräne." Hongjoong wandte den Blick ab und zuckte mit den Schultern. "Meistens geht es ganz gut. Dann wiederum… du hast es ja gesehen."
"Oh. Hättest du was gesagt, ich hätte dir Schmerztabletten ge-"
Der Rotschopf schüttelte den Kopf, sodass Yunho sich selbst unterbrach.
"So leicht ist das nicht. Leider. Normale Schmerztabletten helfen nicht. Ich muss spezielle Tabletten dagegen nehmen. Und die nicht unbegrenzt. Sonst werden die Kopfschmerzen schlimmer statt besser."
Gedanklich machte Yunho sich eine Notiz in Zukunft immer ein paar von Hongjoongs Medikamenten vorrätig zu haben - sofern diese freiverkäuflich waren. "Kann man denn sonst echt nichts tun?" Vielleicht sollte er sich bei Gelegenheit mal in das Thema einlesen, wenn er jetzt mehr Zeit mit Hongjoong verbrachte.
"Koffein kann helfen, tut es aber nicht unbedingt jedes Mal. Botox. Oder prophylaktisch Antiepileptika oder Antidepressiva nehmen. Wie bei allem anderen auch - kann helfen, muss aber nicht. Außerdem will ich das nicht, dafür ist es mir nicht schlimm genug. Ansonsten Dunkelheit und reizarme Umgebung, schlafen. Regelmäßiger Tagesablauf, Magnesiumtabletten, wobei das auch kein Allheilmittel ist." Erneut zuckte Hongjoong mit den Schultern. "Genug davon. Hast du Frühstück? Ich sterbe vor Hunger!"
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Der erste Eindruck failt - YunJoong
FanfictionWie der Zufall es will begegnet Yunho einem seiner Kunden aus dem Supermarkt auch privat. Einem äußerst seltsamen Kunden. Noch während er rätselt was es mit diesem auf sich hat, muss er erkennen, dass die Wahrheit nicht immer so einfach ist wie sie...
