*Blooms pos.*
Sofort steht Valtor leise von seinem Bett auf und schreitet mit großen Schritten auf mein Bett zu. Etwas unbeholfen steht er vor meinem Bett. Ich setze mich hin und schaue ihn genauso unbeholfen an. ,,Setzt dich doch." flüster ich. Er kommt dieser Bitte nach und setzt sich neben mich.
So sitzen wir schweigend auf dem Bett und sagen kein Wort. Langsam drehe ich mich zu ihm und schaue schüchtern zu ihm. ,,Danke, dass du da warst, als ich nun ja....du weißt schon." ,,Keine Ursache, Prinzessin." Wieder schauen wir uns schweigend an. ,,Also, du hast öfters solche Alpträume?" Unsicher sehe ich ihn an. ,,Bloom, du kannst es mir sagen, ich weiß es sowieso" ,,Woher? Beobachtest du mich etwa?" frage ich und bin sofort angespannt und unbewusst auch kampfbereit. ,,Bloom, unsere Drachenfeuerverbindung, sie geht weiter, als du denkst, ich spüre es und ja ich habe dich öfters beobachtet, aber nicht so wie du denkst." ,,Wie soll ich denn sonst denken?" frage ich angesäuert und gleichzeitig auch interessiert. ,,Ich wollte einfach mehr über dich wissen und habe dich beim Training beobachtet, immer wenn du dich beobachtest gefühlt hast, habe ich dich auch beobachtet, du solltest öfters auf deinen Instinkt vertrauen." ,,Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich jetzt beruhigt bin, oder nicht." sage ich leicht lachend und auch er lacht leicht. ,,Das wir uns mal normal unterhalten können, damit hätte ich nie gerechnet." spreche ich meine Gedanken aus. ,,Vielleicht musste dies alles erst passieren." sagt er nachdenklich.
Die Minuten verstreifen und Stille kehrt wieder ein. So habe ich ihn nich nie erlebt, noch nie so...menschlich. Vielleicht hat er ja doch einen guten Kern...nachdenklich wandert mein Blick zu der neben mir sitzenden Person. Und sofort streifen sich unsere Blicke.
Sofort wende ich mich wieder ab und auf meinen Wangen entsteht eine leichte Röte. Warum ist mur das jetzt unangenehm gewesen? Sonst stört mich sowas auch nicht. Langsam drehe ich mich wieder zu Valtor und sehe, dass sein Blick noch immer auf mir liegt. Doch dieses Mal kann ich mich nicht abwenden, ich bin gefangen in diesen eisblauen Tiefen. Wie gebannt starre ich in seine Augen. Alles um mich herum verliert seine Bedeutung und meine volle Konzentration liegt einzig und alleine auf seinen Augen. Es fühlt sich an, als würde ich immer tiefer in seine Seele blicken.
Eine halbe Ewigkeit schauen wir uns an, bis er den Blickkontakt abbricht und zum Boden schaut. Etwas enttäuscht sehe auch ich weg von ihm. Wie ich mich doch selber hasse. Kaum ist er wieder da, spielt mein Verstand wieder verrückt, sowie damals. Ich habe schon damals mich zu sehr in seinen Augen verloren, habe mir immer wieder wie ein Mantra aufgesagt, dass er böse ist und ich ihn vernichten muss. Es fiel mir verdammt schwer...doch ich musste es tun. Wo ich wieder bei dem eigentlichen Thema bin, diese eine Frage, die mir, seitdem ich ihn das erste Mal im Museum wiedergesehen habe, nicht mehr aus den Kopf gehen will: Wieso ist er wieder da? Wie kann es sein? Ich habe ihn dich vernichtet, oder etwa nicht?
Entschlossen schaue ich auf und suche seinen Blick. Sofort erwidert er meinen Blick. Entschlossen und auch eine Spur ängstlich schaue ich ihn an, doch er sieht mich erst verwirrt an, bis sich seine Züge wieder erweichen und er abwartend mich anschaut. ,,Ich muss dich was fragen." kündige ich mich an und könnte mit dafür selber eine Ohrfeige verpassen. Wie blöd klingt das bitte? Ich muss dich was fragen? Wie alt bin ich? ,,Die Ankündigung war doch nicht schlimm." Peinlich berührt schaue ich ihn an. ,,Ernsthaft? Musst du wirklich immer meine Gedanken lesen?" frage ich mit leicht wütenden Unterton. ,,Ich kann nichts dafür, es ist die Verbindung." ,,Ich lese deine auch nicht, also hör auf meine zu lesen." ,,Du liest sie nur nicht, weil du die Türen für die Verbindung krampfhaft versuchst verschlossen zu halten. Du könntest es auch, aber du wehrst dich selber dabei und deshalb funktioniert es nicht." ,,Weil ich nicht in deine Privatsphäre eindringen will, das hat was mit Anstand zu tun." ,,Tut nur leid, ich mache es nicht mit Absicht, es ist nur..." ,,Was?!" frage ich genervt. ,,Du bist für mich ein offenes Buch, du lässt jeden dich lesen und doch kann dich keiner lesen. Es steht alles vor einem, doch es ist verschlüsselt, nur du selbst, weißt, wie du zu lesen bist. Wenn ich nicht weiter weiß, dann höre ich in deine Gedanken, einfach um dich besser zu verstehen, um die Rätsel, die dich umgeben zu lösen und zwischen den Zeilen zu lesen." erklärt er leise. Gespannt und mit geweiteten Augen schaue ich ihn an. Damit habe ich nicht gerechnet.
,,Valtor, wieso bist du wieder da? Also nein, ich dachte ich hätte dich vernichtet. Versteh mich bitte nicht falsch, aber man hat Monatelang nichts von dir gehört und dann tauchst du hier auf, ich frage mich nur wie?" sage ich kleinlaut. ,,Ich verstehe, du hast mich also vermisst." ein schelmisches Grinsen ziert sein Gesicht und sofort werde ich knallrot. ,,In deinen Träumen!" ,,Ach komm Bloom, wir hatten doch immer ein ganz besonderes Verhältnis. Ohne mich war es doch langweilig." ,,Langweilig? Etwas, es hat mir Freude bereitet dich fertig zu machen." Ich muss schmunzeln und auch er lächelt wieder. ,,Aber jetzt im Ernst, wie?" ,,Du wolltest mich nicht vernichten. Du hattest Gewissenbisse. Im letzten Moment hast du mein Leben gerettet, ich war geschwächt, sehr geschwächt und musste mich verstecken, doch ich habe mir geschworen, dich zu besuchen." ,,Um mich zu vernichten?" frage ich skeptisch. ,,Um dir zu danken, du hast mich endlich von dem Fluch der Urhexen befreit." ,,Und wie wolltest du mir danken?" ,,Nun, ich wollte dich zum Essen einladen." ,,Doch so romantisch?" ,,In mir steckt mehr, als du denkst." ,,Und, wirst du mir diese Seiten zeigen?" ,,Nur dir, meine Liebe." ,,Klingt verlockend, doch wir sitzen hier fest." sage ich und werde wieder ernst. Auch er macht wieder ein ernstes Gesicht. ,,Wir werden schon einen Weg finden und hier rauskommen." Nickend stimme ich ihm zu. ,,Du solltest noch etwas schlafen." ,,Ich kann nicht schlafen." ,,Ich passe auf dich auf. Vertrau mir, hier wird niemandem etwas passieren, die haben alle Angst vor dir, ruh dich aus." ,,Ich weiß nicht..." ,,Bloom, habe keine Angst, du wirst nie mehr böse werden, das ist Vergangenheit, Schlaf jetzt, ich werde dich beschützen." ,,Vielleicht macht mich das ja nervös." ,,Kann ich verstehen." ,,Ich glaube ich bleibe lieber noch wach, ich bin gerade nicht müde."
So vergehen die dunklen Stunden, zusammen. Wir sitzen auf meinem Bett und reden über Gott und die Welt. Ich hätte nie damit gerechnet, dass ich mal mit Valtor so gut reden würde.
Fortsetzung folgt...
Tut mir leid, ich versuche für die Geschichten schneller Updates zu machen.
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Gefangen
FanfictionJa das ist mal eine etwas andere Story, die etwas lockerer sein soll. Wie ihr seht, sind alle da, bis auf Dakar. Es wird hoffentlich eine lustige Story, die nicht so ernst sein wird und deshalb auch kürzer werden wird. Inhalt: Was passiert, wenn u...
