Ich sitze auf dem Rücksitz und seufze. Mein rechtes Bein zittert, wie immer, wenn ich unglaublich nervös oder mir einfach nur langweilig ist. Ich fahre mir mit einer Hand durch mein volles Haar. Es ist knapp eine Woche vergangen, seitdem ich Elena das letzte Mal gesehen habe. Und das war nicht das schönste Treffen. Ich schnaube und lege meine Stirn in die kalten Hände.
-"Hey, alles okay?"
Ich schaue Damon genervt an und hebe die Brauen. Ist das sein Ernst. Er grinst mich auf seine besondere und unangenehme Weise an und fixiert seinen Blick wieder auf die Straße.
-"Wir sind da", murmelt Stefan und zieht den Schlüssel raus. Ich atme tief aus und fahre mir mit der Zunge über meine trockenen Lippen.
-"Na dann wollen wir mal",meint Damon und steigt aus dem Wagen, Stefan ebenfalls.
'Okay, Irina', murmel ich vor mir hin und hole ein Haargummi aus meiner Hosentasche. Meine Hände zittern als ich probiere meine Wellen zu einem gescheiten Pferdeschwanz zu binden. Die Strähnen fallen mir ins Gesicht als ich nach der Türklinke greife doch der junge Vampir kommt mir zuvor. Ich schaue überrascht nach oben, in seine blauen Augen und schenke ihm ein kleines Lächeln. Ich halte mich an der Autotür fest und ziehe mich nach oben. Ich spüre wie wackelig ich auf den Beinen bin und brauche eine kleine Pause bevor ich die ersten Schritte mache. Die Tür fällt hinter mir ins Schloss. Ich spüre einen sanften Druck an meinem Rücken und nicke. Ich weiss, dass ich und Elena uns endlich aussprechen müssen und ja, sie ist eine nette junge Frau, aber .... Ich zucke zusammen als ich das Klingeln höre und stelle mich zwischen Damon und Stefan vor die Tür.
-"Stefan, Damon was-", der junge Mann scheint mich bemerkt zu haben.
-"Hey Jeremy, wir müssen reden. Dürfen wir rein kommen?", frägt Stefan nervös. "Ehm, ist Elena da?"
Der junge Mann runzelt die Stirn und mustert mich bevor er sich wieder an den Vampir wendet.
-"Jaja klar, kommt rein", meint er gelassen und schlendert in die Küche.
-"Elena, Stefan und Damon sind hier und-", bevor Jeremy ein weiteres Wort raus bringen kann, kommt Elena in großen Schritten auf uns zu, als sie plötzlich stehen bleibt. Ich höre wie sie scharf die Luft einzieht.
Einen kurzen Moment schaut sie verwundert zwischen Stefan und Damon her, bevor sie mir dann zunickt und frägt: "Was gibts?"
* * * *
Elena runzelt die Stirn und wiederholt: "Er wurde ... gerettet?"
Ich sehe wie sie ihren Kopf schüttelt und nachdenklich in die Runde schaut: "Und ihr denkt diese Typen, die Irina angegriffen haben..."
-"Haben sich diesen Mistkerl geschnappt und sind abgehauen, ja", antwortet Damon und läuft in die Küche um sich ein Glas zu holen. Ich schaue ihm nach und blicke dann wieder zu Elena. Meine Mundwinkel zucken und ich schaue auf meine Hände, die ich vor meiner Brust verschränkt habe. Ich weiss nicht, was ich hier- nein, ich will nicht hier sein. Ich kenne dieses Mädchen überhaupt nicht und ganz ehrlich, ich will sie auch gar nicht kennenlernen. Ich habe mein Leben damit verbracht für meine Familie und Freunde da zu sein, zur High School zu gehen, süße Typen zu daten und jetzt ... Ich seufze und schließe für einen kurzen Moment die Augen. Ich ignoriere Stefan und Elenas Gerede über irgendwelche Behauptungen und Thesen.
"Okay, stop-", meine ich und ziehe mich schnell hoch. Ich fahre mir durch meine Haare und laufe durchs Zimmer. Genervt meine ich: "Diese Typen wollten meine Familie, so wie aussieht, tot sehen, naja de- denke ich .. es läuft im Moment nähmlich alles darauf hinaus-" Ich habe es tatsächlich ausgesprochen. Ich schüttel den Kopf und probiere mich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
"Diese, diese Menschen, Vampire, was auch immer da draussen wollen mich tot sehen, oder mich ihrem Gott", ich fuchtel mit den Armen in der Luft herum, "oder wem auch immer vorstellen. Connors ist weg. Wir haben die Dokumente kommen, aber nicht weiter. Vielleicht sollten wir uns auf die Suche nach diesen Mistkerlen machen."
Ich range nach Luft und stemme meine Hände in die Hüfte. Ich habe zu schnell geredet, aber bei dem Gedanke daran hier rum zu sitzen und irgendwelchen Spekulationen hinterher zu rennen... nein danke. Ich habe wichtigeres zu tun.
"Ich werde noch verrückt, wenn ich nicht endlich raus komme und- und-" ich lege meinen Kopf in den Nacken. Keiner wollte was dazu sagen, nicht einmal der überaus charmante Damon, natürlich ironisch gemeint. Eine sanfte Stimme löst mich aus meinen Gedanken und lässt mich herunter schauen. Elena hat ihre Arme um ihren Körper geschlungen und ist inzwischen aufgestanden.
-"Irina, es tut mir leid, aber das ist zu gefährlich. Wir wissen nicht wie viele und we-"
"Lass es bitte gut sein-", meine ich mit ernster Miene und sehe wie sie mir zunickt und mich ansieht. Ich wollte kein Mitgefühl oder irgendwelche Ausreden hören.
"Vielleicht habt ihr alle eine Menge durchgemacht und seit erfahrener in dieser .. Sache, aber ich werde mir totzdem nicht sagen lassen, was ich zu tun haben oder machen soll. Ich bin die letzten Monate gut alleine klar gekommen", ich schnaube und laufe in großen Schritten aus dem Zimmer.
Er steht mir im Weg. Ich bemerke erst jetzt, dass Damon die ganze Zeit im Türrahmen stand, neben mir. Ich schaue ihn an. Mein Blick wirkt ernst, kalt, stark. Ich will nicht, wie das junge, unerfahrene Mädchen darstehen, dass alles verloren hatte. Ich probiere so gut wie möglich damit klar zu kommen und bin davon auch überzeugt. Ausserdem, was da heute passiert ist zwischen uns ... ich bin mir ziemlich sicher, es hatte nichts zu bedeuten. Gut für mich, im Moment kann ich das alles sowieso nicht gebrauchen. Ich wende mich von ihm ab und laufe in ein Badezimmer. Auch wenn ich kein Vampir bin, sondern nur ein einfacher Mensch, spüre ich, wie sein Blick an mir hängt. Erst als ich die Tür hinter mir schließe und- nein, immernoch spüre ich, wie der kalte und doch so einfühlsame Blick an meinem Rücken klebt. Ich drehe das Wasser auf.
DU LIEST GERADE
The Vampire Diaries - "Schwester eines Doppelgängers"
FanfictionEine Geschichte basiert auf 'The Vampire Diaries'. Irina ist 18 Jahre alt, als ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben kommen. Noch dazu kommt, dass auf der Geburtsurkunde ein anderer Name, als der ihrer Mutter drauf steht. Isobel Flemming. Mit...
