Leise Stimmen weckten Schatten und sie rollte sich müde noch fester zusammen, aber als die Gespräche nicht verstummten richtete sie sich auf und streckte sich.
Ihre Müdigkeit war verflogen und es dämmerte bereits ein kühler Abend, obgleich der Himmel noch recht hell und ein leichter Wind aufgekommen war.
Nicht weit entfernt von ihr saß Blume mit ihren Jungen und blickte diese besorgt an.
Schatten lief zu ihr.
"Was ist los?", fragte sie.
Ihre Schwester blickte sie an und ihre Augen wirkten in dem trüben Licht viel dunkler als sonst."
"Ich habe gerade Bony getroffen.", begann sie.
Bony war eine kleine Katze die bei ihren Zweibeinern lebte, nicht weit entfernt von dem großen Garten in dem sich Blumes Gefährte Streif meistens aufhielt.
"Er sagt die Zweibeiner in dem Nest neben ihm haben jetzt einen Hund. Er soll groß und sehr brutal sein, vor allem wenn es darum geht Jagd auf Katzen zu machen."
Blume schauderte während sie sprach und zog ihre Jungen mit dem Schwanz näher an sich heran.
"Und du machst dir Sorgen um deine Jungen.", schlussfolgerte Schatten.
Blume nickte.
"Ich mache mir Sorgen um alle. Könntest du nicht nachschauen ob mit Streif alles in Ordnung ist? Du weißt er ist sehr waghalsig und ich würde ja gerne selbst nach ihm sehen aber ich muss bei meinen Jungen bleiben."
Schatten nickte.
"In Ordnung, ich gehe kurz zu ihm rüber, aber ihr müsst auch woanders hin. Nicht dass der Hund euch hier findet."
Blume schnippte mit dem Schwanz und drehte sich um, wobei sie die drei Geschwister auf die Pfoten scheuchte und lief quer über den Garten in Richtung der Scheune die hinter dem Zaun stand.
Schatten drehte sich ebenfalls um und schlüpfte durch eine lose Zaunlatte auf die verlassenen Zweibeinerwege.
In einem schnellen Trab lief sie um Ecken und an schlafenden Zweibeinergefährten vorbei, bis sie schließlich vor der dicken Mauer stand die Streifs Garten einschloss.
Schon bevor sie auf die Mauer sprang wusste sie, dass etwas nicht stimmte.
Zu ihr drang deutlich der Geruch nach Hund durch und ganz leicht der einer ihr sehr gut bekannten Katze.
Ohne groß nachzudenken stürzte sie den Stein nach oben, zog sich mit den Pfoten das letzte Stück
hoch und sprang auf der anderen Seite wieder runter.
Sie landete auf dem weichen Gras und erstarrte, während sie zu begreifen versuchte was vor ihren Augen geschah.
Mitten auf der Wiese stürzte sich gerade ein riesiger, schwarzer Hund knurrend auf Streif, der geschockt und bewegungslos dastand.
Blitzartig warf sich Schatten nach vorne um den Gefährten ihrer Schwester zu retten.
Doch es war schon längst zu spät.
Mit Entsetzten sah sie wie der Hund seine Krallen in Streifs Hals schlug, während sie selber auf dem Rücken des Tieres landete.
Sofort ergriff sie die Chance und biss den Hund in den Nacken.
Er fuhr überrascht herum und ließ von dem Kater ab der gleich darauf zu Boden fiel.
Jetzt knurrte der Hund noch viel lauter und schüttelte sich, worauf Schatten abspringen musste.
Der Hund stürzte sich nun auch auf sie, doch sie wich geschickt aus und fuhr ihm mit den Krallen über die Seite.
Sie drehte sich, sprang hoch und schlug nach dem Hund, der nun rasend vor Wut war und plötzlich nach ihrem Schwanz schnappte.
Sie keuchte auf als sie ein heftiger Schmerz durchfuhr und riss sich los, wobei große Fellfetzen in den Zähnen ihres Gegners hängen blieben.
Sie sprang erneut auf ihn zu, erwischte ihn mit den Krallen an der Kehle und biss ihn gleich darauf ins Bein.
Der Hund versuchte noch einmal erfolglos ihr seine Zähne in den Körper zu schlagen, heulte laut auf und rannte so schnell er mit seinem verletzten Bein konnte davon.
Schatten blickte ihm noch kurz hinterher, doch dann wurde ihr der verletzten Katze hinter ihr wieder bewusst und sie kauerte sich sofort neben sie.
Doch Streif war schon tot.
Eine Blutspur sickerte aus seiner Halswunde und seine bernsteinfarbenen Augen blickten sie ausdruckslos an.
Schatten senkte den Kopf und berührte sein Ohr mit der Nase während sie eine Pfote an seine Kehle legte um das Blut zu stoppen.
Sie blickte zum Himmel auf an dem schon die ersten Sterne zu sehen waren und sprach ein stummes Gebet zum Geiste ihres Freundes.
Schweigend verharrte sie so und ignorierte die leichten Regentropfen die auf ihren Pelz fielen.
Plötzlich hörte sie wie jemand scharf die Luft einsog.
Sie drehte den Kopf und blickte in die entsetzten Gesichter von Kiesel, Moos und Wurzel die vor einer Reihe grüner Büsche standen.
Auf einmal wurde ihr bewusst, dass ihre eine Pfote immernoch auf Streifs Hals ruhte und sie zog sie schnell zurück.
Die geschockten Minen der drei Jungen verschwanden nicht und sie begann sich schon zu fragen ob sie sich in einem Zustand befanden in dem sie nichts anderes mehr mitbekamen als den Tod ihres Vaters, als Moos schließlich mit dünner Stimme hervorstieß: "Du hast ihn getötet!"
Schatten stieß entsetzt die Luft aus.
Sie sollte Streif getötet haben?
"N - Nein!", stotterte sie. "Ich habe ihn nicht getötet! Der Hund hat ihm die Kehle aufgeschlitzt und ich kam zu spät!"
Doch es war als hätten die Geschwister sie gar nicht gehört.
"Getötet! Unseren Vater!", flüsterte nun auch Kiesel.
"Nein! Hört zu ich habe nicht..."
Auf einmal wurde Kiesels Blick wieder klar.
Er legte die Ohren an und schrie: "Natürlich hast du ihn getötet! Du hattest deine Krallen an seinem Hals! Wie konntest du nur? Wie konntest du nur unseren Vater ermorden?"
Wie in Trance blickte Schatten den Sohn ihrer Schwester an und reagierte auch nicht als er sie laut anfauchte und dann mit den anderen Beiden zurück zum Garteneingang stürzte.
Sie stand nur stumm da und wusste nicht was sie tun sollte.
Was würde ihre Schwester sagen?
Würde sie ihr glauben oder ihren Jungen die sie gesehen hatten als sie ihre Pfote auf Streifs Hals gesetzt hatte.
So oder so musste sie wieder zur Scheune zurück, sonst würde Blume ihr niemals glauben.
Sonst würde es auf ewig heißen, sie habe jemanden umgebracht!
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Warrior Cats Entstehung der Clans
RandomKeiner kennt die Vorgeschichte der sechs Clans wirklich, doch hier könnt ihr alles erfahren... Als Schatten wegen eines nicht begangenen Verrates von ihrer Familie vertrieben wird, flüchtet sie in die Wälder um ein neues Leben zu beginnen. Nach und...
