7

81 7 12
                                        

"Taehyung!", rief er quer durch den langen Korridor in dem er sich befand. Die Sonne war fast wieder aufgegangen; Jeongguk wüsste er würde bald aufwachen.

Und doch wollte er diese wenigen Worten endlich loswerden. Alles was er mit dem Jungen seiner Träume erlebt war einfach zu schön- zu echt.

Das Licht aus den Fenstern schmückte die goldene Haut seines Gegenübers als dieser sich zu ihm umgedreht hatte. Die langen Locken fielen ihm ins Gesicht. Diese Bewegung war so einfach und doch erschien es Jeongguk als stände ein waschechter Engel vor ihm.

Diese Augen.

"Ich liebe dich", platze es ihm heraus. Und noch bevor er reagieren konnte hatte er es bereits bereut.

Taehyung hatte die Augen weit aufgerissen und stand kerzengerade da. Sein Adamsapfel hatte sich kräftig gehoben als Jeongguks Worte durch den Raum geflogen waren. Fast zeitgleich mit Jeongguk hatte er die Luft angehalten.

"Liebe?" Wäre es nicht so verdammt leise in dem Flur gewesen hätte Jeongguk ihn nicht verstanden. Doch er hatte ihn verstanden. Und das tat vermutlich noch mehr weh als Taehyungs vorherige Reaktion.

"Sag es nicht", bat er; fast so als wüsste er was jetzt kommen würde. Mit einem Mal war die Euphorie verschwunden. Es wurde Winter- Jeongguks Herz schmerzte.

Ich bin nicht seine Realität.

"Das hier ist nicht echt Jeongguk", er konnte nicht sehen ob Taehyung einen Schritt zurück oder auf ihn zu ging. Seine Sicht verschwamm mit Taehyungs erstem Wort. "Du kennst mich nicht. Das ist alles nur in deinem Kopf."

Die ersten Tränen liefen über seine blassen Wangen. Er hatte kurz das Gefühl jegliche Kontrolle über seinen Körper verloren zu haben. Es fühlte sich an als würde er in seinem Traum sterben.

"Es ist alles nur ein Traum Jeongguk. Wir können nicht zusammen sein." Er kniff seine Augen zusammen, hielt sich die Ohren zu, aber Taehyungs Stimme war so laut, dass er nicht mal sein eigenes Schluchzen hören konnte. "Bitte hör auf Tae."

"Jeongguk wach auf! Du musst mich loslassen."

Es war als würde man ihm mit einem Mal all seine Gründe zum leben nehmen. Dieser Schmerz; er war mit nichts vergleichbar. Sein Herz schmerzte so sehr, dass er am liebsten für immer ohne sein würde. Warum tut es nur so weh?

Wie soll ich dich loslassen wenn du meine ganze Wahrheit bist?

"Jeongguk wach auf!"

Wie soll ich dich loslassen wenn du alles bist was ich habe?

"Jeongguk!"

Wie soll ich dich loslassen wenn du der einzige Grund bist der mich festhält?

"Jeongguk wach jetzt endlich auf!"

Die helle Sonne schmerzte in seinen Augen als er zu sich kam. Die Wanduhr vor ihm zeigte, dass es bereits mittags war und doch hatte er bis jetzt geschlafen. Es dauerte einen kurzen Moment bis er sich an seinen vergangenen Traum erinnern konnte und bitterlich zu schluchzen begann.

Ich bin nicht seine Realität.

Es war das letzte Mal, dass er Taehyung in seinen Träumen gesehen hatte.

DO I KNOW YOU? taeggukWo Geschichten leben. Entdecke jetzt