Kapitel 2

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Ich stürmte aus dem Haus und schließlich, ohne nachzudenken über die leere Straße. Zumindest dachte ich sie wäre leer, denn genau als ich sie überquerte, fuhr ein unkontrollierter LKW auf mich zu. Ich hatte nicht die Zeit um auszuweichen, weshalb ich wie der letzte Idiot dort stand und wartete bis ich endlich sterbe. Ganz ehrlich, es war mir ziemlich egal ob ich jetzt sterbe. Es würde sowieso niemanden jucken und Kenma würde sich sicherlich sehr freuen, mich tot zu sehen. Alles um mich bewegte sich plötzlich in Zeitlupe und ich flüsterte nochmal leise: „Für dich, Kenma". Jedoch schubste mich jemand im richtigen Moment, woraufhin ich ein gedämpftes Geräusch hörte. Als ich mich geschockt umdrehte, war es tatsächlich niemand anderes als Bokuto. Aber nicht Kōtarō, sondern Kaori. „KAORI!", schrie ich mit einer schmerzerfüllten Stimme und brach in Tränen aus. Der LKW war schon weg und sie lag da wie in Blut gebadet auf dem Boden. „Kaori, hörst du mich? Scheiße.", fragte ich leise und hektisch, als ich gleichzeitig versuchte ihre Blutungen zu stoppen. Leider vergeblich, es waren viel zu viele. „HILFE, ICH BRAUCHE HILFE!". Ein paar die am Rand standen und alles beobachteten holten ihr Handy raus und riefen den Notarzt an. „Halte durch, gleich kommt Hilfe.", flüsterte ich und legte meinen Kopf auf ihre Brust. Ihr Herz schlägt noch. Was danach passierte, weiß ich garnicht mehr so genau. Ich weiß nur, dass ich mit ins Krankenhaus durfte und durchgehend heulte. als wir dort ankamen musste ich die ganze Zeit im Warteraum sitzen und später erschienen auch Akaashi und Bokuto. „Sie haben mich angerufen! Wo ist sie?", fragte Bokuto total besorgt und schaute sich hektisch um. „Da", meinte ich nur und zeigte langsam auf die Tür vor mir. „Aber wir dürfen nicht zu ihr". „Was ist denn eigentlich passiert, du warst doch dabei, oder Kuroo?", erkundigte sich dann, der ziemlich ruhig gewordene, Akaashi. „Also naja ich bin über die Straße gerannt und hab gehofft ein Auto würde mich umfahren, dann kam ein LKW und ich blieb stehen. Alles war wie in Zeitlupe, doch plötzlich...". Weiter wollte ich nicht reden. „Plötzlich, was?", fragte Akaashi genervt und schaute mich an. Mein Blick klebte die ganze Zeit an der Tür vor mir und ich sprach im Monoton weiter: „Sie hat mich gerettet.". Die beiden sagten dann noch irgendwas aber ich ignorierte es und kümmerte mich um den Fakt, wie es ihr gerade ging. Tage und Nächte verblieben Bokuto und ich im Wartezimmer, Akaashi wurde das alles nämlich zu blöd. Nach etwa 3 Tagen dann, kam der Arzt zu uns uns bat um ein Gespräch. „Guten Tag Bokuto, guten Tag Kuroo. Ihr wisst ja von dem Unfall, welchen Bokuto Kaori erlitten hat, nicht?", begann er und wir nickten aufmerksam. „Naja also...", setzte er fort und schaute professionell in seine Unterlagen. „Machen wir es kurz, sie hat es nicht geschafft. Bei der Operation ist uns etwas nicht gelungen. Wir bitten um ein Gespräch mit ihren Eltern.". Was? Ich konnte nicht fassen was ich dort hörte. Genau genommen war alles meine Schuld, weshalb ich mir dann unbewusst richtig fest ins Gesicht boxte. Danach bekam ich mal wieder nichts mit, denn mir wurde langsam schwarz vor Augen. Meine Nase pochte vor Schmerz und ich würde gerne heulen, so sehr tat es weh.

Als ich aufwachte, lag ich, wie erwartet, in einem Krankenbett. Meine Nase schmerzte höllisch, als ich sie anfassen wollte. Zwar hatte ich dieses Nasending an was man nach einer Nasen OP bekommt, dennoch tat es verdammt weh. Ich nahm mein Handy, welches in meiner Tasche lag, und öffnete Whatsapp. Ich schrieb meiner Mutter eine schnelle Nachricht, dass ich meine Nase gebrochen hatte, und schaute mir dann aus Langeweile alte Chatverläufe an. Irgendwann stieß ich dann auf Kenmas Kontakt und begann alles von Anfang an zu lesen. Ich musste kichern, denn als ich mein erstes Handy bekam, habe ich hauptsächlich Sprachnachrichten versendet. Natürlich nur an Kenma, ihm vertraute ich schließlich... Naja bis zu dem Tag als er ein Meme aus einer meiner Sprachnachrichten machte und es auf Spotify rausstellte. Wir hatten damals einen großen Streit deswegen, bis er sich auf die süßeste Weise entschuldigt hatte.

Er lief zu mir nachhause und meine Mutter machte ihm selbstverständlich auf. „Wirst du meine Entschuldigung annehmen, wenn du mit meinen Haaren spielen darfst? Für immer darfst du das dann, und ich trete, wenn du willst, auch dem Volleyballclub bei.", murmelte er schüchtern und starrte dabei auf den Boden. Das fand ich so süß, da konnte ich nicht Nein sagen.

Eine Träne lief mir über die Wange als ich mir die Szene bildlich vorstellte und plötzlich wurden es immer mehr Tränen. Als ich mich so richtig ausgeheult hatte, beschloss ich zu schlafen, da ich nichts besonderes zu tun hatte. Dies tat ich dann auch, ziemlich lange.

Als ich schließlich irgendwann wieder aufwachte, sah ich wie Bokuto bei mir war und telefonierte. „Och bitte, er würde alles geben um dich zu sehen.", sagte Bokuto gespielt deprimiert, legte jedoch auf als er sah, dass ich wach war. „Heyy Kumpel!", strahlte er dann und kam auf mich zu. „Hi. Sag mal, wer war das gerade am Telefon?", erkundigte ich mich mit einem fragendem Blick und sein vorheriges Strahlen verschwand ziemlich schnell. „Ach ähm.. Das.. Das war nur Akaashi!", log er und natürlich kaufte ich es ihm nicht ab. „Bokuto. Wer war es?", ohne nachzulassen blickte ich ihm ernst in die Augen. „Nagut es war dein Team.", log er weiter und ich beschloss einfach nicht weiter auf der Sache rumzuhacken. Ich bin schon ziemlich lange mit ihm befreundet und weiß somit auch, wie schlecht er lügen kann. Wir redeten viel und man merkte total, dass er noch sehr deprimiert wegen seiner Schwester war.

Irgendwann ging er dann nachhause und mir wurde sehr langweilig, weshalb ich beschloss ein bisschen das Krankenhaus zu erkunden. Als ich dann das Zimmer verließ, stürmte ein frischer Windstoß in mein Zimmer hinein, und mir wurde bewusst, dass in meinem Zimmer kaum Sauerstoff war. Müde schaute ich nach rechts und links und nahm eine Arztversammlung im Raum neben mir wahr. Ein paar von ihnen standen sogar vor der Tür und schauten durch das kleine Glas in den Raum. Irgendwas spannendes musste da wohl passiert sein, aber ich ignorierte es stupide und bewegte mich langsam zur Mensa.

„1 oder 2?", fragte mich eine Kantinenfrau sehr unhöflich und schenkte mir einen abwertenden Blick. Ich schaute mir die beiden Optionen an und entschied mich dann für die komischen Kartoffeln mit weißer Soße, die nach Medizin schmeckt, und Krautsalat oder so. Sie nickte nur und klatschte mir mein Essen unfreundlich auf das dreckige Tablett. „Sagen Sie mal, denken Sie ich bin gerne hier? Nein. Und wenn Sie schon hier arbeiten, könnten Sie vielleicht wenigstens die Verletzten oder Kranken besser behandeln, anstatt sie abweisend anzuschauen und mit dem Blick einem sagen: ‚Hau bloß ab du Bazille'. Die Leute hier haben schon genug gelitten.", fauchte ich sie an und drehte mich rechthaberisch um, um mir einen Platz zu suchen. „So ein freches Kind...", murmelte sie und ich drehte mich ruckartig zurück. „Was?", knurrte ich und langsam stieg die Wut in mir auf. „Ich sagte, du seist frech.", gab sie wieder was sie vorhin murmelte und schaute mir total ernst ins Gesicht. „Wer ist hier frech? Ich oder du?", provozierte ich sie und sie rollte daraufhin ungläubig mit den Augen. „Ja da sagste nichts mehr, nh?", meinte ich triumphierend und drehte mich wieder um. „Idiot.", murmelte sie wieder und ohne nachzudenken drehte ich mich schnell um und boxte ihr ins Gesicht. Sofort danach bereute ich was ich dort tat, und weil niemand anderes in dem Moment in der Mensa war, sagte ich hektisch und unter Zeitdruck: „Wehe du sagst jemandem ich war das, sonst bist du dran.". Sie nickte verängstigt und stand langsam vom Boden auf. Ich machte mich aus dem Staub, auf dem Flur schlenderte ich aber lässig zurück zu meinem Zimmer. Es sollte doch niemand was ahnen. Und seit das mit der Kantinenfrau passierte war klar: Ich will hier weg.

Lost Puzzle Piece || KurokenGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt