Kapitel VI: Gespräche

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"Der König ist wunderbar. Wahrlich wunderbar. Allgemein und auch im Bett. Besonders im Bett", begann Ren seine Erklärung und schlug elegant seine Beine übereinander, während ein leichtes Grinsen seine Lippen umspielte. Abdul musterte Ren und sein Blick wurde verträumt. "Erzähl mir mehr. Wie genau steht ihr zueinander? Wie lange kennt ihr euch schon? Und wie sieht der Eiskönig aus?" Abduls Blick war auf Ren gerichtet, während er sich beinahe verträumt eine blonde Strähne um den Finger wickelte. "Nun...ich bin seine persönliche Schlampe, wenn man es so sehen will", grinste Ren und knackte mit seinem Nacken. "Wir kennen uns schon...ziemlich lange. Einst war ich nur ein normaler, völlig unbedeutender Diener, doch mit der Zeit bin zu dem aufgestiegen was ich nun bin" Der Blauäugige leckte sich mit einer schnellen, unscheinbaren und doch irgendwie verführerischen Bewegung seiner Zunge über die Lippen. "Sein Aussehen...hmmm~ Er hat seidiges, langes, schwarzes Haar, ist recht groß, muskulös und...seine Augen sind in einem wunderbaren, hellen Blau gehalten. Irgendwie...erinnerst du mich ein bisschen an ihn" Die Stimme Rens klang nun beinahe schwärmend und hatte einen leicht rauchigen, dezent verführerischen Unterton. Der Blauäugige sehnte sich in diesem Moment nur nach einem. Nach dem, was er beinahe jede Nacht mit dem Eiskönig machte. Doch dies ging in diesem Moment ja nicht wirklich. Obwohl...sein dunkelblauer Blick heftete sich an Abdul und er rückte ein klein wenig nach vorne, stand halb auf und beugte sich so weit vor, dass sein Gesicht das von Abdul fast berührte. "Sag mal, Abdul...würdest du mir heute...sagen wir mal...als Ersatz für den König dienen?" Sein warmer Atem strich über das Gesicht des Harembesitzers und dieser lächelte leicht. "Hmm..." machte er nur und ließ Ren einen winzigen Moment zappeln. In diesem Moment strich Ren seinem Gegenüber erstaunlich sanft eine seidige Strähne aus dem Gesicht und leckte sich erneut über die Lippen. Plötzlich machte Abdul eine schnelle Bewegung nach vorne und drückte seine Lippen verlangend auf die von Ren.

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Ein ziemlich lautes Knurren weckte Shin aus seinem wohligen Schlaf. Zum ersten Mal seit sehr langer Zeit hatte er gut und ruhig geschlafen. Der Ursprung des Knurrens war anscheinend sein Magen. Kurz orientierte sich der kleine Albino. Die Erinnerungen stürzten zeitgleich mit den schon etwas abgeschwächten Schmerzen in seinem Unterleib auf ihn ein und er machte ein leises Geräusch, das man nicht wirklich zuordnen konnte. Es war eine Mischung aus einem Laut des Schmerzes und einem fast schon wohligen...Gähnen. Ahmadi sah zu dem Häschen und lächelte leicht. Türkis traf auf magenta-rot als der Rothaarige dem kleinen Albino tief in die Augen sah. "Na, gut geschlafen, mein Kleiner?" Shin nickte und seine Wangen färbten sich rosig als er merkte wie nah er und Ahmadi sich waren. Seine Nähe beruhigte ihn und er fühlte sich unglaublich wohl. Gleichzeitig machte er ihn etwas nervös und ließ seinen Körper seltsam kribbeln. Sein Herzschlag beschleunigte sich. Was das wohl für ein Gefühl war? "Kleiner?" Der Albino zuckte minimal  zusammen als Ahmadis warmer Atem seinen Hals streifte. "Ä-ähm...habe ich dich angestarrt?" Ahmadi grinste minimal und nickte. "Ja" Shins Wangen färbten sich nun unübersehbar in einem dunklen Rot und er sah verlegen zur Seite. "Ä-ähm...t-tut mir Leid, i-ich wollte dich n-nicht anstarren i-ich mag n-nur deine...Augen. S-sie sind wirklich schön..." Der Rothaarige lächelte und gab dem Albino einen Kuss auf die Stirn. "Danke. Du scheinst Hunger zu haben. Komm, lass uns was essen" schlug Ahmadi vor und sah den kleinen Albino an. Dieser nickte und lächelte ebenfalls leicht. Ahmadi nahm Shin bei der schmalen Hand und führte ihn aus dem Harem hinaus. Langsam liefen sie die Straße entlang, während Shin Ahmadis Hand etwas fester drückte als er die Blicke der Menschen in seinem Nacken deutlich spürte. Ahmadi strich mit dem Daumen beruhigend über Shins Hand und zog ihn nun etwas schneller weiter.

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Kingdom of Desire [Boy x Boy]Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt