Kapitel 3

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Am nächsten Morgen betrat ich sehr früh die Große Halle um meine Gedanken beim Frühstück etwas ordnen zu können. Am Tisch der Gryffindors waren nur vereinzelt Schüler bereits am Essen, weshalb ich mich alleine hinsetzte und Gedankenverloren an einer Waffel nagte. Mich ließen die Ereignisse nicht ruhen. Zumal meine Gedanken immer wieder an dieses merkwürdige Gefühl zurück schwenkten, was ich gespürt hatte als Professor Quirrell mich mit seinen Blicken durchbohrt hatte. Ich musste dem auf die Schliche kommen.
„Guten Morgen." Riss mich die Stimme von Fred aus den Gedanken. Ich blickte zu ihm auf und musste mir ein Lachen verkneifen als ich sah, wie er George vor sich her auf den Platz neben mir drückte. Dann schnickte er ihm gegen den Kopf, um diesem zu signalisieren mit mir zu reden. George blickte auf und ich konnte in seinem Blick den Anflug von Reue erkennen. Er drehte sich jedoch beschämt von mir weg und kratzte sich verlegen am Kopf.
„Ich wollte mich bei dir für gestern entschuldigen. Also, dass ich so schnippisch war und so. Ich weiß auch nicht was da über mich gekommen ist."
Ich grinste ihn schief an, fühlte mich bei seiner Entschuldigung aber schuldig. Ich war es doch gewesen, die sich dazu entschieden hatte zu Lügen oder zumindest ihm einen Teil der Wahrheit zu enthalten.
Sachte legte ich meine Hand auf seine Schulter weshalb er mich fragend anblickte.
„Eigentlich muss ich mich entschuldigen. Ich hätte mit dir reden sollen. Du bist mein bester Freund und verdienst nichts außer die Wahrheit von mir. Auch wenn ich dir nicht immer alles erzählen kann, sollte ich wenigstens mit allem anderen ehrlich zu dir sein."
Sein altbekanntes Lächeln kam wieder zum Vorschein und seine hellen Zähne blitzten mir entgegen. „Geht doch." Kam es nur gleichgültig von Fred der sich nun auf meiner anderen Seite niederließ. „Du hättest dir mal anhören müssen wie der gestern drauf war. Dieses Geheule konnte ich mir nicht länger anhören." Georges empörter Blick brachte mich nun endgültig zum Lachen. „Ihr seid genial. Deshalb mag ich euch so wisst ihr?", brachte ich unter Lachern hervor. Fred legte seinen Arm um meine Schulter und drückte mich brüderlich an sich. „Wir mögen dich doch auch Crouch."

-

Als ich an diesem Abend alleine vor meinen Freunden die große Halle verließ und mich auf den Weg zum Astronomieturm machte, um frische Luft zu schnappen, spürte ich abermals ein Kribbeln in meinen Fingern und dieses Rauschen in meinen Ohren kam zurück, es verfolgte mich, wurde immer lauter desto näher ich meinem Ziel kam.
Ich erklomm die Wendeltreppe und stemmte mich oben angekommen an das weite Geländer des Turms. Langsam atmete ich die kühle Abendluft ein und versuchte meinen Herzschlag zu regulieren. Das Rauschen hörte nicht auf.
Ich musste daran denken, dass es gestern geklungen hatte wie ein leises Flüstern, also versuchte ich mich gänzlich darauf zu fokussieren. Erst schien ich nichts dergleichen herausfiltern zu können, doch dann nahm ich eine Stimme war. Nein es waren zwei! Sie schienen miteinander zu sprechen.
„Jetzt oder nie Quirrell. Ich muss wissen ob sie diese Gabe besitzt." Hörte ich zunächst die erste Stimme in meinem Kopf, doch sie klang brüchig, verletzlich.
„Ja Meister. Sie wird danach jedoch noch mehr Verdacht schöpfen."
Ich konnte die Stimme Quirrells erkennen, doch mein Kopf begann zu schmerzen als ich dem Gespräch noch weiter folgen wollte. Ich öffnete meine Augen, die ich scheinbar unbewusst geschlossen hatte und atmete erneut tief durch. Was war da gerade passiert? Ich musste unbedingt mit Severus darüber sprechen. Es war nicht normal Stimmen im Kopf zu hören, selbst als Hexe, zumindest wusste ich nicht dass meine Freunde jemals etwas derartiges erlebt hatten. Ich wusste nicht einmal ob es wirklich echte Stimmen waren oder meine Gedanken sich etwas zusammengesponnen hatten.
Ich drehte mich um, um zu gehen, den Gedanken weshalb ich überhaupt hier hinauf gekommen war bereits aus meinem Gedächtnis erloschen. Doch meine Augen verengten sich als ich sah, wer da die Stufen des Turms hinaufstieg.
„Professor Quirrell?", fragte ich eher an mich selbst gerichtet als an ihn. Er kam einige Schritte auf mich zu, verlangsamte dann jedoch und schritt langsam am Geländer entlang.
„Ein wunderschöner Abend nicht wahr?", fragte er mich. Doch meine Augen weiteten sich, als ich merkte dass der sonst so unsichere Professor nicht ein einziges Mal gestottert hatte. Hatte ich also Recht? Spielte er allen etwas vor?
„Weißt du, ich habe bereits gehofft dich einmal alleine anzutreffen. Doch Snape war stets darauf bedacht mich aus deiner Nähe fernzuhalten. Schade. Zu meinem Vorteil kommt es nun, dass er gerade etwas wichtiges zu erledigen hat."
Ich folgte jedem seiner Schritte, nur um sicherzugehen ihn immer nah genug von mir entfernt zu haben. „Was wollen sie von mir Professor?"
„Mutig, mutig. Ich habe mich nur etwas gefragt als wir uns das letzte Mal begegnet sind und wollte mich versichern ob meine Vermutungen stimmen."
Ich verengte die Augen erneut und zog die Augenbrauen zusammen als ich fragte „Vermutungen zu was?"
Der Professor blieb abrupt stehen und fokussierte seine Augen auf meine, ein Kribbeln stieg in meinen Kopf und seine Haltung verriet mir, dass was auch immer er gerade versuchte ihn viel Anstrengung kostete. Doch ich konnte einfach nicht ausmachen, was gerade passierte. Verwirrt entgegnete ich seinem Blick.
Dann stoppte er, was auch immer er tat, aber das Kribbeln war sofort verschwunden. Wie unter Schmerzen griff er sich an den Kopf. „Ihr hattet also Recht Meister", sagte er und verließ schnellen Schrittes den Turm ohne noch ein weiteres Wort mit mir zu wechseln.
Verwirrt stand ich da, blickte mich um, als würde die Antwort irgendwo geschrieben stehen. Mein Kopf konnte sich nicht zusammenreimen, was hier gerade passiert war.
Ich fasste mir ein Herz und bahnte mir einen Weg durch die Schule und in den Gryffindor Gemeinschaftsraum, auf der Suche nach meinen Lieblingszwillingen.
Sie saßen etwas Abseits auf dem Boden vor dem Kamin und hatten die Köpfe über ein paar Süßigkeiten zusammengesteckt.
Ich ließ mich direkt zwischen ihnen nieder, was beide kurz aufschrecken ließ. Ihre Blicke wandelten sich jedoch sofort in Besorgnis als sie meinen ernsten Blick sahen.
„Ich muss euch etwas erzählen!"

-

George legte mir eine Hand auf mein Knie und schaute dann ganz aufgeregt zu seinem Bruder. „Fred, denkst du was ich denke?" Dieser nickte.
„Okay, dann klärt mich bitte auf. Ich habe nämlich keine Ahnung was ihr denkt", brachte ich bei einem Schmunzeln hervor. George sah mich daraufhin ernst an. „Bist du dir da sicher?"
Ich zog die Augenbrauen zusammen. „Was meinst du damit? Woher soll ich wissen was ihr denkt? Ich gehöre nicht zu eurem Zwillings-Ding dazu."
Die Zwillinge tauschten nochmal einen Blick aus, nickten und drehten sich dann wieder zu mir. Dabei steckten sie die Köpfe noch enger zusammen, was ich ihnen gleich tat.
„George und ich glauben, dass du ein Legilimentor bist."
Für einen kurzen Moment stockte mir der Atem. Dann prasselten alle Gedanken an jegliche Erlebnisse die ich zur Zeit erlebt hatte über mich ein bevor ich wieder zu Wort kam.
„Wieso finde ich das gerade mal so gar nicht abwegig?", fragte ich die zwei Zwillinge, die mich daraufhin breit angrinsten.
„Du solltest aufjedenfall mit Snape darüber sprechen. Ich habe von einer Slytherin aus dem 6. Jahr gehört, dass er Okklumentik und Legilimentik beherrscht", erklärte mir George. Ich nickte. Damit hatte er tatsächlich Recht. Ich hatte immer mal wieder mitbekommen, wie Severus zu Hause bei bestimmten Besuchern Legilimentik Unterricht gegeben hatte, auf Anweisung von Dumbledore. Wer diese Leute waren wusste ich zwar nicht, aber meine Haushälterin hatte mir erklärt sie seien Anhänger Dumbledores. Ich hatte mich damals nicht sehr dafür interessiert, aber jetzt da die Möglichkeit bestand, dass ich diese Gabe besaß und dass schon seit der Geburt, denn gelernt hatte ich es ja nie, wurde meine Neugierde geweckt.
Schelmisch grinste ich die Zwillinge an.
„Stellt euch mal vor was wir alles machen könnten, wenn ich das unter Kontrolle hätte." Fred und George schien die Idee zu gefallen. Was gab es schließlich besseres als die eigenen Fähigkeiten für Unfug in der Schule zu missbrauchen. Zumal wir durch die Karte des Rumtreibers, die Fred und George in ihrem ersten Jahr aus Filchs Büro geklaut hatten, immer unentdeckt durch jegliche Geheimgänge zogen. Wir wären bei unseren Späßen also nicht gefährdet.



Authors note:

Hello :)
Ganz viel Liebe an alle die sich in dieser Geschichte verirrt haben. Die Idee dazu ist mir schon eine lange Zeit im Kopf herumgeschwirrt, aber ich hatte nicht viel Zeit sie auszuformulieren. Jetzt habe ich Inspiration gefunden und baue nach und nach die Story auf.
Die ersten Kapitel sind jetzt erstmal hauptsächlich zum Aufbau der Hintergründe. Nach diesem folgt noch ein weiteres Chapter aus Teil 1 bevor wir mit einem großen Satz auch schon in Teil 4 übergehen, der dann auch tiefer in die Freundschaften und speziell in die Story von Celeste und George eintaucht, worauf ich mich schon sehr freue.
Bis dahin würde ich mich trotzdem sehr über Feedback und Abstimmungen freuen :)

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