Drei Jahre hatte ich nun bereits in Hogwarts verbracht. Eines spannender als das andere.
Nachdem sich im ersten Jahr herausgestellt hatte, dass unser Professor Quirrell ein Wirt Voledmorts war und dieser nicht nur an Harry sondern auch an mich herankommen wollte, verbot Severus mir jegliche Abenteuer mit Harry, Hermine und Ron. Sie seien zu gefährlich, solange ich meine Gabe nicht richtig im Griff hatte.
Meine Abenteuer reduzierten sich also auf Unfug mit den Weasley Zwillingen, was Severus zwar nicht gefiel, er sich aber nach einer Weile damit abfinden konnte, solange ich ernsthaften Gefahren fern blieb.
Die Sommerferien neigten sich allmählich dem Ende zu. Die meiste Zeit hatte ich diese im Malfoy Manor mit Draco verbracht. Ebenso wie heute.Ich strich die grüne Bettdecke über meinem Oberkörper glatt und genoss dabei das Gefühl des Samtstoffes auf meiner Haut. „Nox", entrinn es mir und die Kerzen, die das Gästezimmer in einem leichten Schein erhellt hatten erloschen. Ich schloss die Augen und versuchte mich nur auf meinen ruhigen Atem zu konzentrieren, woraufhin ich in meinen Schlaf versank.
~
Der alte Gärtner ergriff die Petroleumlampe und erklomm, nachdem er den dunklen Vorgarten durchquert hatte, die knorrige Treppe des alten Riddle Hauses.
Als er dem erhellten Raum immer näher kam wurden auch die Stimmen, die er vorher bereits vernommen hatte für ihn klarer, doch aus den Worten konnte er sich keinen Zusammenhang reimen und auch die Stimmen waren für Jugendliche, wie er es vermutet hatte, zu tief und rau.
Langsam trat er weitere Stufen hinauf, bis er die Silhouetten einiger Männer erkennen konnte. Zwei um genau zu sein und eine dritte Silhouette schien auf einem Stuhl zu sitzen, eingehüllt in einen dunkeln Umhang, doch ein Gesicht oder gar einen Körper konnte er nicht erkennen.
Einer der Männer kniete vor dem Stuhl und leckte sich immer wieder, wie durch einen Tick, über die Lippen.
Merkwürdige Erscheinungen, dachte sich der alte Gärtner.
Noch merkwürdiger wurde es, als eine riesige Schlange sich den Weg um die Füße des Mannes bahnte. Direkt an ihm vorbei, die letzten Stufen hinauf in das erhellte Zimmer. Sie stoppte an dem hölzernen Stuhl, windete sich und begannen zu wispern.
Ein Schauer lief dem Alten über den Rücken. Hatte er heute einmal zu tief in sein Glas geschaut? Diese Szene vor sich bildete er sich sicherlich nur ein.
Doch die Person auf dem Stuhl meldete sich plötzlich zu Wort und bat ihn herein. Zögerlich erklomm er die letzten Stufen, aus Neugierde, was sich seinem Auge dort bot.
Doch seine Neugierde sollte nicht von langer Dauer sein, als der Mann vor dem Stuhl sich erhob und einen Stab auf ihn richtete aus dem ihm ein grüner stechender Blitz entgegen jagte.
~Schweißgebadet schreckte ich aus meinem Schlaf auf. Mein Herz hämmerte mir gegen die Brust und meine Hände zitterten.
Ohne weiter darüber nachzudenken schlug ich die Decke zurück und sprang aus dem Bett. Schnellen Schrittes verließ ich das Gästezimmer, lief den dunklen Gang des Malfoy Manors entlang, bis ich vor einer der Holztüren stehen blieb. Ohne zu klopfen öffnete ich diese und trat in das leicht erhellte Zimmer ein.
Draco, der bis eben in einem Buch geblättert hatte drehte sich verwirrt zu mir um, doch sein Blick wechselte sofort zu Besorgnis, als er mich dort an der Tür stehen sah. Er stand auf, setzte sich auf den Rand seines Bettes und klopfte neben sich auf den freien Platz, um mir zu signalisieren, dass ich mich setzen sollte, was ich tat.
„Celeste, was ist passiert?"
Ich blickte in seine stahlgrauen Augen. Er schien meine Ernsthaftigkeit zu verstehen.
„Ich habe ihn gesehen", setzte ich dann ein.
Der blonde zog fragend eine Augenbraue nach oben, denn er verstand nicht wen ich meinte.
Ich begann meine feuchten Hände in meinem Schoß zu kneten und blickte hinab.
„Ich hab ihn gesehen Draco, meinen Vater."
Ich blickte wieder auf, um seine Reaktion zu erhaschen, doch diese blieb aus. Weiterhin schaute er mich fragend an, weshalb ich genervt aufseufzte.
„Ich habe von ihm geträumt. Er war in einem alten Anwesen, mit zwei weiteren Personen. Einer der beiden war Wurmschwanz, dieser Kerl, der sich als Rons Ratte ausgegeben hat. Sie haben dort einen alten Muggel umgebracht."
Nun zeigte Draco endlich eine Regung, aber schien noch verwirrter als zuvor.
„Celeste, das war ein Traum. Dein Vater sitzt in Askaban seit du auf der Welt bist. Er kann unmöglich in irgendwelchen Häusern herumirren und Muggel töten."
Ich schüttelte leicht mit dem Kopf.
„Draco, das war nicht nur ein Traum. Ich glaube es ist wirklich passiert. Vielleicht haben wir eine Verbindung. Ich kann mir nur nicht erklären, wie er aus Askaban entkommen konnte."
Unsicher biss ich auf meiner Unterlippe herum und auch Draco schien nach Antworten zu suchen, bis seine Augen aufleuchteten.
„Es gibt nur eine einzige Person, die mehr wissen könnte. Bartemius. Du gehst doch morgen sowieso wieder zurück nach Hause. Statte ihm einen unangekündigten Besuch ab und konfrontiere ihn damit. Der Kerl lässt sich doch sowieso leicht einschüchtern."
Ich lächelte meinen besten Freund dankend an.
„Du hast Recht. Ich denke nicht das jemand etwas Wissen könnte außer er. Er ist die letzte Person, die ihn gesehen hat bevor er nach Askaban gebracht wurde."
Mein Zittern ließ langsam nach. Vielleicht hatte ich mir das wirklich nur unterbewusst eingeredet. Morgen sollte ich meine Antworten bekommen.
„Du kannst ruhig hier schlafen, wenn du nicht allein sein möchtest. Ich bin nicht müde und wollte noch etwas lesen. Ich passe auf dich auf."
Dankend drückte ich seine Hände und setzte mich dann etwas aufrechter hin. Er nahm dies als Antwort und stand auf, um sich erneut an seinem Schreibtisch nieder zu lassen und weiter durch eines seiner Bücher zu Blättern.
Mit einem mulmigen Gefühl schlüpfte ich unter seine Bettdecke und schloss die Augen, in der Hoffnung nun einen ruhigen Schlaf bekommen zu können.
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How many secrets can you keep?
FanfictionCeleste Crouch, Tochter von Barty Crouch Junior, wird nach dem Fall Voldemorts in die Obhut von Severus Snape gegeben, nachdem ihr Vater zu lebenslanger Haft in Askaban verurteilt wurde. Ihr Leben beginnt sich aus Lügen zusammen zu flechten, bis die...