Caden
„Bist du dir sicher ganz sicher, dass sie es genau so gesagt hat?", frage ich Cody angespannt. Meine Hand verkrampft sich zu einer Faust und mein Magen fährt eine ekelerregende Achterbahnfahrt. „Ganz sicher. Bitte sag mir, dass du auch die Parallelen erkennst, wir sind so verfickt am Arsch!" Cody ist ganz offensichtlich aufgebracht und in diesem Zustand kann ich mit ihm nichts anfangen. Ich habe keine Ahnung mehr, was ich hier mit irgendwem anfangen soll. Trevor ist seit heute Abend nicht zuhause, Dylan spielt Babysitter für unsere kleine Maus und Cody dreht am Rad. Na wunderbar. Hier läuft einfach alles aus dem Ruder. Seitdem Maddie gestern eine abgetrennte Hand im Briefkasten gefunden hat ist sie nicht ansprechbar, ohne in Tränen auszubrechen und es steht die Diskussion im Raum, ob wir ihr die Wahrheit sagen sollen oder nicht. Es steht unentschieden, ich und Trevor sind für nein, Dylan und Cody sind für ja. Sie wollen ihr alles erzählen, wirklich einfach alles und wenn Cody mit seiner Vermutung Recht behält, werden wir das wohl tun müssen. Sie wird uns abgrundtief dafür hassen und uns niemals verzeihen aber da wird kein Weg dran vorbei führen, denn ihre Sicherheit geht einfach vor. „Tu mir einen Gefallen, geh zu Alissa und lass dich ablenken, bevor du hier noch durchdrehst. Mach mit ihr rum oder was auch immer ihr sonst so macht aber du machst mich nervös. Ich werde in der Zeit mit Dylan darüber reden und Trevor...ja, keine Ahnung was mit dem schon wieder ist. Ihr macht mich alle wahnsinnig." Ohne auf meinen Gefühlsausbruch einzugehen, macht Cody sich davon, auf den Weg zu Alissa. Ihre Räumlichkeiten sind so versteckt, nicht mal ein ausgebildeter Cop würde sie finden können. Dylan tut wirklich alles um sie zu beschützen und genau deshalb frage ich mich, wieso zur Hölle er nicht sieht, dass er sie in Gefahr bringen würde, wenn er Maddie die Wahrheit erzählen würde.
Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch, klopfe ich an Dylans Tür und trete ein, ohne auf eine Antwort zu warten. Maddie sieht mich überrascht an und wird rot, als mein Blick an ihrem Körper entlang wandert. Gottverdammt, sie ist so wunderschön. „Hast du einen Grund, weshalb du uns störst?", brummt Dylan, der, genau wie Maddie, nichts trägt außer seine Boxershorts. Ich ignoriere ihn, setze mich neben Maddie auf Dylans Bett und ziehe sie in meine Arme. Es ist erst ein paar Stunden her, dass ich sie gesehen habe, aber ich habe sie so unglaublich vermisst, als wären es Tage gewesen. „Ich hab dich vermisst, Maddie Baby.", murmle ich in ihre Haare und drücke ihr einen Kuss an die selbe Stelle. Sie scheint sich langsam von dem Schock erholt zu haben. Ihre Haltung lockert sich sofort, sie schmiegt sich näher an meine Brust und atmet meinen Duft ein, den sie so liebt. „Ich dich auch. Kannst du auch hier bei uns bleiben?", fragt sie mit einem entschuldigenden Blick an Dylan, doch der rutscht nur noch näher an sie heran, sodass sie nun zwischen uns eingekesselt ist. „Sieh mich nicht so an, Liebling. Du liebst uns alle und das ist vollkommen okay, du musst dich nicht entschuldigen, wenn du mit einem von uns Zeit verbringen willst. Außerdem liebe ich den Idioten da" Er zeigt auf mich. „Genau so sehr, wie ich dich liebe...Na gut, vielleicht liebe ich dich ein bisschen mehr aber das ist ja jetzt nicht das Thema." Dylan grinst und auch ich kann es mir nicht verkneifen, vor allem nicht, als ihre Wangen sich schon wieder rot färben. Ich muss zugeben, seine Liebeserklärung hat auch mein Herz ein kleines Bisschen erwärmt. Statt zu antworten küsst sie erst Dylan und dann mich. Ich wünschte, es könnte für immer so bleiben und ich müsste mir nie wieder Gedanken um etwas anderes machen, als die Frage, in welcher Stellung ich sie heute nehme. Natürlich ist uns die Ruhe nicht gegönnt, sondern wird von schnellen lauten Schritten übertönt. Cody stürmt ins Zimmer, sein Gesicht kreidebleich. „Sie ist weg.", keucht er außer Atem. „Sie ist verdammt noch mal weg! Ich dachte dieses beschissene Haus wäre sicherer als Fort Knox!" Sein ganzer Körper zittert, er beginnt zu hyperventilieren und auch mir ist plötzlich verdammt schlecht. „Jetzt mach doch irgendwas!" Er sagt es nicht, er schreit es und zwar direkt in Dylans Gesicht. „Deine verdammte Schwester ist verschwunden und du sitzt hier rum und schaust Löcher in die Luft?" Dylan ist die Ruhe selbst, Maddie versteht die Welt nicht mehr und ich habe keine Ahnung, wie das hier gleich enden wird. „Beruhig dich, du machst ihr Angst.", knurrt Dylan jetzt und zieht Maddie an seine Brust, doch sie wehrt sich dagegen und starrt ihn wutentbrannt an. „Was zur Hölle ist hier los?", faucht sie. Oh, wie ich es liebe, wenn sie von der kleinen Maus zur wilden Raubkatze wird. „Ich sage dir was los ist. Während Dylan hier mit dir beschäftigt war, ist seine Schwester verschwunden und so wie es aussieht, interessiert es ihn einen feuchten Dreck, weil er nichts anderes mehr im Kopf hat als dich!" Als Reaktion auf seine Antwort zuckt Maddie ein wenig zurück, doch lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. „Moment mal. Du hast eine Schwester?" Dylan schafft es nur zu nicken, bis Cody wieder loslegt. „Ja, er hat eine Schwester, die jetzt verdammt nochmal verschwunden ist! Erinnerst du dich, an die Blondine, die du gesehen hast?" „Deine Cousine?" „Ja genau, meine Cousine. Das war seine Schwester. Sie wohnt hier mit uns in diesem Haus, zumindest hat sie das, bis sie verschwunden ist und..." Seine Stimme bricht, Tränen bilden sich in seinen Augen und er stoppt. Maddie denkt nicht lange nach. Sie springt auf und fällt ihm um den Hals. „Es tut mir leid, das ist bestimmt ein Missverständnis.", haucht sie so leise, dass ich es gerade noch verstehen kann. Es gibt Momente, da liebe ich meinen Schwanz aber in Momenten wie diesen, hasse ich ihn. Ich kann es ihm nicht verübeln, es sieht unfassbar erregend aus, wie Maddie nur in ihrer weißen Unterwäsche da steht und ihn tröstet. Wie ein Engel, der vom Weg abgekommen ist und sich jetzt um unsere eiskalten schwarzen Herzen kümmert.
„Ist sie deine...also...seine Schwester, wieso nimmt dich das so mit? Ist sie...deine Freundin?", stottert sie beschämt. „Sie ist meine beste Freundin, seit ich denken kann und wenn dieser Wichser mir nicht sofort erklärt, was das hier eigentlich soll, ist er der nächste der verschwindet!", erwidert Cody, der mit Sicherheit auf Dylan losgehen würde, wenn Maddie nicht vor ihm stehen und ihm den Weg versperren würde.
„So, wir beruhigen uns jetzt mal wieder. Maddie hat Recht, es ist ein Missverständnis.", beginnt Dylan, was Cody sofort einen Gang runterfahren lässt. „Ich denke, wir besprechen das Ganze besser draußen. Maddie Schatz, wartest du kurz hier?"
Mein verräterischer Schwanz zuckt bei dem Anblick, der sich mir bietet. Maddie verschränkt genervt ihre Arme vor der Brust und drückt ihre Brüste damit in die perfekte Position, um sie stundenlag anzusehen. „Ich werde sicherlich nicht hier warten, Dylan! Du hast mir gerade noch gesagt, wie sehr du mich liebst, also kannst du mir jetzt auch sagen, was es mit deiner Schwester auf sich hat." Dylan wirft mir einen fragenden Blick zu, den ich allerdings nicht beantworte. Es liegt jetzt an ihm, wie viel er ihr erzählen möchte und wie viel nicht. Wenn es die ganze Wahrheit sein soll, dann ist es eben so.
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𝐎𝐮𝐫 𝐆𝐢𝐫𝐥 - 𝘸𝘪𝘳 𝘣𝘳𝘢𝘶𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘥𝘪𝘤𝘩
Storie d'amore„Du glaubst uns zu kennen, Madelyn. Doch das tust du nicht. Das wirst du niemals." - Vier Männer. Ein Mädchen. Zu viele Fragen. Zu wenig Antworten.
