Und es tut dir trotzdem weh

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Nur ein Gedanke.... Gehört nicht zu der Gesichte....

Julias POV:

Der Regen draußen, plätscherte ununterbrochen vor sich hin. Schon im Halbschlaf saß ich am Tisch im Ärztezimmer des Johannes- Thal Klinikums. Es war 8:00 Uhr morgens. Bald hatte ich es geschafft. Noch ein paar Stunden und meine Schicht würde zu Ende sein. Moreaus krakelige Handschrift schien vor meinen Augen auf und anzutanzen Mein Kopf war schwer wie Blei und ich hatte das Gefühl, dass wenn ich ihn nicht bald irgendwo ablegte, er mir von den Schultern fallen würde. "Frau Berger?", eine Stimme erreichte mich aus weiter Ferne. Es dauerte einen Moment bis ich begriff, das sie nicht einem Traum entsprach, sondern der Realität. Innerhalb weniger Sekunden saß ich kerzengerade da und blinzelte verschlafen. Hinter meinem Stuhl stand Niklas, die Hände vor der Brust verschränkt. "Arbeiten sieht anders aus!", meinte er gereizt. Ich sah zu ihm auf und strich mir ein paar lose Haarsträhnen hinter das Ohr. "Entschuldigung." Eigentlich hatte ich eine kecke Antwort geben wollen, Niklas schien heute mit dem falschen Fuß aufgestanden zu sein und ich wollte ungern mit ihm aneinander geraten. Mit einem letzten strafenden Blick verließ er das Zimmer.

Am nächsten Tag regnete es immer noch. Nein, es schüttete. Missmutig setzte ich mir die Kapuze meiner Jack auf den Kopf und rannte zu meinem Auto, das gute zehn Meter von der Haustür stand. Trockene Luft schlug mir entgegen, als ich die Autotür öffnete. Ich war nur ein paar Meter durch den regen gerannt und schon war ich klatsch nass. Der Tag begann ja gut! Als mein Blick dann auch noch auf die Uhr fiel und diese zehn Minuten vor Sieben zeigte, wurde mir regelrecht übel. Nicht, dass das was besonderes wäre. Im Moment war mir oft übel. Hätte ich noch mehr Zeit gehabt, hätte ich mich sicherlich gefragt, warum das so war, doch so blieb mir keine Zeit.

Leider sollte ich recht behalten, denn als ich fertig umgezogen im Ärztezimmer ankam, waren alle schon weg und die Uhr zeigte Viertel nach. "Mist!", entfuhr es mir. "Gut, dass ich nicht Doktor Moreau meinte. Sonst währen sie jetzt verbal einen Kopf kürzer." Unbemerkt war Dr. Sherbaz eingetreten. "Kommt nicht wieder vor.", murmelte ich. Sie stellte sich vor mich und musterte mich. "Sie sehen blass aus, Frau Berger. Ist ihnen nicht gut?" "Doch, doch.", hörte ich mich sagen. Sie warf mir noch einen zweifelnden Blick zu und verließ dann mit einem Wink, dass ich ihr folgen sollte das Zimmer.

Ich ertränkte meine Schmerzen und Gedanken in Arbeit. Das macht es auf Dauer zwar nicht besser, aber bis zum Nachmittag klappte es ganz gut, bis ich ganz plötzlich das Gefühl hatte, mich wirklich übergeben zu müssen. Ich hielt mir die Hand vor den Mund und rannte zur Toilette. Als ich mich über die Toilette beugte war dir Übelkeit schon wieder verflogen. Erschöpft lehnte ich mich gegen die Wand, als mir ein schrecklicher Gedanke kam. Wann hatte ich das letzte Mal meine Monatsblutung gehabt. Geschockt dachte ich nach. Vor lauter Stress hatte ich gar nicht darauf geachtet. Vor etwa drei Monaten, wurde es ,mir klar. Meine Hände fingen an zu zittern. Obwohl es ziemlich eindeutig war, redete ich mir ein, dass es auch einfach durch den Stress sein konnte. Je mehr ich darüber nachdachtet, desto verzweifelter wurde ich. Ich musste Theresa finden, wenn ich mich jemandem anvertrauen konnte, dann ihr!

Da ich gerade Pause hatte, lief ich durch das halbe Klinikum und fand sie schließlich draußen. Schwer atmend ließ ich mich neben sie auf die Bank fallen. Ihr Blick, der erst spöttisch war, wurde immer entgeisterter, je mehr ich erzählte. Ein kurzes Schweigen breitete sich zwischen uns aus, bis sie entschlossen aufstand. "Du gehst jetzt auf die Toilette und wartest da auf mich, ich besorgt dir einen Test, und schon war sie weg. Möglichst unauffällig befolgte ich ihre Anweisung Keine fünf Minuten später war sie bei mir mit etwas in der Hand. Es war ein simpler Test, denn man in jeder Apotheke bekam. Ich hätte das Ding vermutlich Stunden angestarrt, doch sie schob mich in eine Kabine und drückte es mir in die Hand.

"Jetzt sag schon!", ich konnte meinen Blick nicht von dem Test abwenden Theresa ging unruhig vor meiner Kabine auf und ab. "Julia..." Wortlos schloss ich die Tür auf und zeigte es ihr. Sie starrte es an. "Scheiße!" murmelte sie. Ich nickte nicht. Stumm starrte ich an die Wand. Als brach über mir zusammen. Ich konnte noch nicht einmal weinen. Theresa nahm mich in den Arm. Wie betäubt ließ ich es geschehen. "Ist Eric der Vater?", fragte sie schließlich. Ich schluckte. Jetzt kam der schlimmste Teil. "Nein!"

Lange konnten wir nicht auf der Toilette bleiben, und auch wenn es noch keinesfalls richtig verdaut hatte, mussten wir weite arbeiten. Wie sich herausstellte, wurde schon nach uns gesucht.

"Können sie das bitte zu Doktor Ahrend bringen? Er ist bei Frau Körner." Dr.Sherbaz hielt mir etwas hin. Ich sah sie perplex an. Nein, ich konnte ihm jetzt nicht unter dir Augen treten.

"Natürlich!", hörte ich mich sagen und schon war ich auf dem Weg zu ihm. Alles verstrich wie in Zeitlupe. Langsam klopfte ich an die Tür und kam rein. Auf das, was mich dort drinnen erwartete war ich nicht vorbereitet. Ich erstarrte. Niklas und Frau Körner umarmten sich. Ich starrte die Beiden an. "Entschuldigung..." flüsterte ich. So schnell ich gekommen war, verließ ich das Zimmer auch wieder. Tränen stiegen mir in die Augen. Bloß weg hier!

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Ich musste das einfach mal aufschreibenund wo sollte ich es machen? Natürlich hier, also micht wundern!

In aller Freundschaft -die jungen ÄrzteWo Geschichten leben. Entdecke jetzt