Kapitel 6

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Ich trug sonst nie High Heels, nicht einmal für Nathan. Er hatte mich zwar ein paar Mal gebeten es für ihn zu tun, aber ich hatte immer gesagt wenn er mich wirklich liebte konnte ich auf eines unserer Dates Vans tragen. Zu größeren Veranstaltungen zog ich sie natürlich auch an, aber er meinte immer das es nicht zählte, da ich es ja nicht für ihn tat. Nun trug ich rote High Heels, für Louis Tomlinson. Das hatte er jetzt davon.  Dazu hatte ich mir ein enges Kleid angezogen, es war eigentlich recht schlicht. Das einzige was es ein wenig interessanter machte waren die Spitzenärmel und der Rücken der ebenfalls von Spitze überzogen war. Man sah also was ich für Unterwäsche trug. Kurz grinste ich mein Spiegelbild an, ich sah wirklich hübsch aus. Eigentlich fand ich mich selten hübsch, aber ohne jetzt eingebildet zu klingen war ich diesmal wirklich Sehenswert. Louis hatte gestern wirklich überrascht geklungen als ich ihn angerufen hatte, jedoch hatte er sich anscheint schnell gefasst denn er hatte sofort eingewilligt und mir angeboten mich zum Essen aus zu führen. Ich hatte natürlich angenommen, essen war perfekt. Vor allem konnte ich somit auch schickere Klamotten tragen, im Kino oder zum Eis essen wären sie, nun ja, nicht wirklich passend gewesen. Einen Moment überlegte ich, ob ich meine Haare offen tragen sollte, band sie mir dann aber doch zu einem Dutt zusammen. Damit man die kleinen Goldenen Ohrringe sah. So lief ich aus unserem Schlafzimmer raus, an Nathan vorbei und raus zur Garderobe. „Was geht denn jetzt?“ fragte er. Vom Wohnzimmer aus konnte er perfekt zu mir hier schauen. „Na ich gehe zu einem Date.“ Meinte ich kokett grinsend und zuckte mit den Schultern. Nate musterte mich von oben bis unten mit hochgezogenen Augenbrauen. „Entweder du steigerst dich zu sehr in deine Rolle hinein oder … was auch immer.“ Er stand kopfschüttelnd auf. „Das könntest du echt öfter auch mal auf unseren Dates tragen.“ Ich legte den Kopf schief und lachte.  Sein Blick war göttlich. „Du wolltest dass ich ihn um den Finger wickle und das mache ich jetzt auch.“

Unter seinen Blicken wurde ich so langsam rot. Wieso starrte er denn so? „Als du mich um den Finger wickeln wolltest hast du es auch in Vans geschafft, von dem her …“ er grinste und legte seine Hände auf meine Hüfte um mich zu sich zu ziehen. „Jetzt will ich gar nicht mehr dass du gehst.“ Nate küsste mich langsam und ich legte meine Hände um seinen Hals. „Das Ganze war eure, beziehungsweise deine Idee.“ – „Ich weiß.“ Er ließ seine Küsse meinen Hals hinunter wandern und ich genoss es. Doch nach kurzer Zeit erinnerte ich mich wieder daran wo ich hin musste.

„Ich muss los.“ Langsam machte ich mich von ihm los und er seufzte. „Beende das Date einfach so schnell wie möglich.“ Ich grinste nickend, gab ihm noch einen kurzen Kuss und öffnete die Türe. „Richte dem Grinch schöne Grüße von mir aus!“ rief er mir noch zu, doch ich hatte die Türe schon geschlossen. Der Grinch? Was war das jetzt schon wieder? Ich grinste in mich hinein und schüttelte den Kopf. Der kleine Spaßt. Mein kleiner Spaßt.

Das Restaurant in das wir gingen war eins der Sorte die ich gar nicht mochte. Überteuert und mit Sichtschutz an den Fenstern. Mit Nathan konnte ich noch in normale Restaurants gehen, mit Louis anscheinend nicht. Ich lief durch die Türe die mir von einem Angestellten aufgehalten wurde, bei dem ich mich lächelnd bedankte. Kurze blickte ich mich in dem Raum um, ehe ich Louis in der Nähe einer ziemlich bunt gekleideten alten Frau entdeckte. Grinsend lief ich auf ihn zu und als er mich entdeckte und aufblickte, vertiefte sich mein Grinsen nur noch mehr. Zugegebenermaßen war ich ziemlich aufgeregt. Immerhin war das ein normales Date mit einem Menschen den ich nicht einmal wirklich kannte, aber um den Finger wickeln sollte. Da hatte man allen Grund zur Panik. „Hi.“ Meinte ich. Louis stand auf, umarmte mich und gab mir erst auf die linke Backe einen Kuss, dann auf die rechte. Irgendwie fand ich es etwas übertrieben, aber na ja. Dann zog er meinen Stuhl raus und bedeutete mir, mich zu setzten. Als wir uns wieder gegenüber von einander befanden, fing Louis an zu reden: „Ich hätte echt nicht gedacht dass du dich meldest.“ Ich lächelte verlegen. „Eigentlich war die SMS auch gar nicht an dich gewesen.“ Er zuckte mit den Schultern. „Aber anscheinend musst du dir es doch anders überlegt haben, sonst säßen wir jetzt nicht hier.“ Was sollte ich darauf antworten? Dass Nathan mich gezwungen hatte und The Wanted sich wahrscheinlich gerade ein Spaß daraus macht, konnte ich ihn ja wohl kaum sagen. Irgendwie tat es mir leid dass ich Louis verarschte, immerhin hatte er mir nie etwas getan. „Was möchtest du essen?“ erkundigte sich Louis nun, wahrscheinlich um das peinliche Schweigen zu unterbrechen. Ich hatte mir noch nicht einmal die Mühe gemacht die Karte auf zu klappen und nach etwas essbaren zu suchen. Als ich die Karte aufschlug stutze ich kurz, sie war auf Französisch. Oh Gott, wo war ich hier nur? Ich hatte zwar bis zu meinen Abschluss vor wenigen Monaten Französisch gehabt, verstand jedoch nur wenige Wörter die auf der Speisekarte standen.

Louis P.O.V

Ich hatte mich wirklich gewundert dass sie sich gemeldet hatte. Harry hatte sofort gefragt wo ich hin wollte, als ich heute mit einen breiten Grinsen meine Wohnung verlassen hatte. Harry und ich lebten seit einigen Monaten nicht mehr zusammen, da dieser sich anscheinend verliebt hatte und uns breit grinsend erzählt das dieses Mädchen sicherlich bald bei ihm einzog – voraus gesetzt er hatte seine eigene Wohnung. Trotzdem hockten wir ständig aufeinander. Als ich ihm erzählte, dass ich mich mit Ruby treffen würde, hatte er sofort angefangen Argumente zu finden die mich davon abhalten sollten zu diesem Treffen zu gehen. Ich hatte von Anfang an gewusst, dass es kein Argument gab was mich hätte überzeugen können. Ich wusste nicht woran es lag, aber ich fand dieses Mädchen einfach anziehend. Die Tatsache dass sie vergeben war und das auch noch an Nathan machte das Ganze noch interessanter. Während ich sie beobachtete wie sie die Karte unsicher betrachtete, musste ich kurz lächeln. Bei meinem ersten Restaurantbesuch hatte ich genauso verzweifelt geschaut, bis mir der Kellner mir die Karte übersetzt hatte.  „Nathan führt dich anscheint nicht oft zum Essen aus.“ Stellte ich mit einen kleinen amüsierten lächeln fest. Sie hingegen schaute nun etwas beleidigt und zog eine Augenbraue in die Höhe. „Ich denke das geht dich nicht wirklich etwas an.“ Nuschelte sie ehe sie die Karte so aufstellte das ich sie nicht mehr ansehen konnte. Wenn sie das hier nicht wollte sondern lieber bei ihrem Freund geblieben wäre, warum war sie dann hier? Vielleicht hatte jemand sie überredet hier her zu kommen, eine Freundin die vielleicht nicht viel von Nathan hielt? Meine Gedanken wurden wie schon zu oft von dem Kellner unterbrochen der uns fragte was wir essen wollten. „Ich hätte gerne die 125.“ Sagte ich während ich zu Ruby rüber guckte, die irgendwie ein wenig überfordert Aussah. „Und du?“ – „Könnten sie mir die 208 bringen?“ verdutzt schaute ich sie an. Froschschenkel? Nun war ich die Person die eine Augenbraue hob und sie komisch anschaute. Als der Kellner weg war und sie endlich zu mir schaute bemerkte sie meinen Blick „ Hab ich etwas falsch gemacht?“ fragte sie sofort, jetzt etwas panisch. Sofort musste ich schmunzeln. Anscheint hatte sie Angst sich in der Öffentlichkeit zu blamieren. „Nein, ich wundere mich nur. Ich kenne niemanden der Froschschenkel isst.“

Ruby P.O.V

Was hatte er da gerade gesagt? Froschschenkel?! Sofort machte ich ein angeekeltes Gesicht. „Ich dachte ...“ sofort verstummte ich und blickte auf die Tischdecke, es war mir unheimlich peinlich. Bei Nathan wäre das etwas ganz anderes gewesen, er hätte sofort laut Hals los gelacht, er wusste dass ich so etwas nie anrühren würde. „Ist schon okay, so etwas in der Art ist mir beim ersten Mal auch passiert. Ich hatte am Ende einen ganzen Teller voller Schnecken vor mir stehen. Es war mir mehr als peinlich gewesen.“ Bei seiner Aussage hatte ich kurz meine Mundwinkel gehoben. Louis hatte mir absolut nichts getan. Er war freundlich, charmant, sah gut aus und war einfach perfekt. Wieso tat ich das hier überhaupt? Nur weil die Jungs sich wie Kinder benahmen und sich nicht aus dem Weg gehen konnten? Als ich nicht sprach, sondern weiterhin die Tischdecke betrachtete fuhr Louis fort. „Es muss dir wirklich nicht unangenehm sein.“ Ich nickte stumm vor mir hin. Am liebsten wäre ich auf gesprungen hätte diese Schuhe ausgezogen, mein Kleid gegen einen Pullover und eine Jogginghose getauscht und was ich gerade am meisten mochte war, normales essen mit einen normalen Typen bei Mc Donalds oder so etwas. „Ich glaub ich muss mal auf die Toilette, mir die Nase Pudern.“ murmelte ich etwas dümmlich vor mir her. Louis wollte gerade Antworten als ich auf stand und diesmal den Kellner erwischte, der voller schreck das Tablette mit den Froschschenkeln hoch warf und es direkt auf Louis zu flog. Bitte lieber Gott das konnte doch jetzt nicht Wahr sein!

Ruby Green (Louis Tomlinson FF)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt