Kapitel 16

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Doch er wich vor mir zurück. „Ruby ich …“ setzte er an und schüttelte den Kopf. „Ich kann das so nicht mehr.“ Er blickte hoch zu mir und durchbohrte mich fast schon mit seinen eisblauen Augen. „Du bist mit Nathan zusammen, betrügst ihn aber nur noch.“ Er hatte Recht. Thailand war wundervoll mit Nate gewesen und ich hatte alles versucht, um die alten Gefühle für ihn wieder in mir hervor zu rufen, doch es hatte nicht geklappt. Jedes Mal wenn ich in seine Augen blickte, verwandelten sie sich in Louis und manchmal, wenn er mich im Arm hielt, stellte ich mir vor, wie das jetzt wohl mit Louis sein würde. „Und ich weiß nicht … so langsam, vor allem jetzt nach Thailand, bekomme ich … Angst, das Harry vielleicht doch Recht haben könnte.“ Ich zog die Augenbrauen zusammen. „Was hat Harry denn gesagt?“ Louis holte tief Luft. „Dass du mich nur benutzt um The Wanted populärer zu machen.“ Also dasselbe, was er mir vorgeworfen hatte. Ich wollte Harry am liebsten umbringen! Er tat Louis weh und redete ihm sowas ein, obwohl er sein bester Freund war! „Louis das ist Quatsch.“ Sagte ich wie aus der Pistole geschossen. Aber war es nicht die Wahrheit? Natürlich war es das, aber sie brachte es nicht über sich, ihm das zu sagen. Es würde doch nur alles zerstören und sie würde ihn ganz verlieren. Louis fuhr sich durch die Haare und seufzte. „Ich kann das ganze einfach nicht mehr. Du bist vergeben und entweder du entscheidest dich oder-“ er stockte. „Ok, ich bin mir hundertprozentig sicher dass es dann nicht aus wäre zwischen uns. Immerhin kämpft man für das, was man liebt.“ Hatte ich mich da gerade verhört oder hatte Louis gerade gesagt, er würde mich lieben? Meine Augen weiteten sich und ein kleines Lächeln, was da absolut nicht hin gehörte, stahl sich auf meine Lippen. „D-Du, du liebst mich?“ fragte ich hoffnungsvoll. Er blickte auf den staubigen Boden des Feldes und scharrte mit dem Fuß hin und her, ehe er auf sie zu trat. Er nahm mein Gesicht in seine Hände und strich mir zärtlich mit dem Daumen über die Wange.

„Ich liebe dich, Ruby.“ Es war nicht mehr als ein flüstern. Ich strahlte ihn an und zog ihn an mich, um ihn zu küssen. Das war definitiv die falsche Reaktion darauf. Ich hätte jetzt Abstand nehmen sollen und nach Hause gehen, aber seine Worte lösten ein solches Glücksgefühl in mir aus, das ich nicht anders konnte. Er vergrub seine Hände in meinem Haar und ich schlang meine Arme um seine Mitte. Dieser Junge faszinierte mich einfach. Wenn er mich anschaute, musste ich lächeln, wenn er mich berührte klopfte mein Herz tausendmal schneller und wenn er mich küsste, war es, als wäre ich in einer anderen Welt. Seine Tattoos ließen mich jedes Mal aufs neue Staunen und seine Stimme war, wenn er sang, einfach unbeschreiblich schön und außergewöhnlich. Im kurzen: Ich fühlte alles was ich bei Nathan fühlte, nur viel intensiver wenn es Louis war, der bei mir war. Ich wusste wie ich fühlte, war es mir nun mehr als deutlich bewusst. „Ich brauche Zeit, Lou.“ Murmelte ich zwischen zwei Küssen. „Wir haben kaum mehr Zeit.“ Antwortete er. Stirnrunzelnd und irritiert löste ich mich von ihm. „Also so alt sind wir nun auch wieder nicht.“ Er lachte und zog mich wieder zu sich. „Nein, das ist es nicht … Aber bald startet unsere Tour.“ Ich schluckte und küsste ihn wieder, konnte nicht genug von ihm bekommen. „Geh nicht.“ Flüsterte ich. „Würde ich zu gerne.“ Nuschelte er und presste mich fast schon verzweifelt an sich. Das war nicht Fair. Erstens brauchte ich die fehlende Zeit und zweitens wollte ich Nate nicht verlassen. Er war mein Ein und Alles mein Fels in der Brandung, mein bester Freund. Wenn ich mit ihm Schluss machen würde, würde ich ihn für immer verlieren. Und außerdem: Mit Louis würde alles unnötig kompliziert werden, er war ein Mitglied der größten Boyband des Planeten! Tränen rannen mir die Wange herab, die Louis aber falsch interpretierte. „Nicht weinen, ich komme doch wieder! Und du kannst doch auch mit kommen, so schwer ist das nicht-“ Ich schüttelte den Kopf, was ihn verstummen ließ und drückte mich von ihm weg. „Ich kann nicht. Ich kann das nicht machen, es tut mir so leid Louis.“ Ich schaute ihm in die Augen, während immer mehr Tränen flossen. Und dann sagte ich die Worte, vor denen Louis wohl am meisten Angst gehabt hatte: „Ich kann Nathan nicht verlassen.“

Louis P.O.V.

„Ich kann Nathan nicht verlassen.“

Die Worte trafen mich härter als erwartet. Ich liebte dieses Mädchen, verdammt nochmal! Sie konnte mir so etwas doch nicht antun! Ich starrte sie stumm an und versuchte zu kapieren, was das bedeutete. „Ich … ich mache nicht Schluss mit ihm.“ Fügte sie noch hinzu. Ganz eindeutig dachte sie, dass ich es nicht kapieren würde. „Wieso bist du dann jetzt hier bei mir und nicht bei ihm?“ fragte ich sie und meine Stimme war härter als geplant. „Wieso küsst du mich auf die Art wie du es tust, wenn du Nathan liebst?“ Ich trat nicht näher zu ihr, sondern blieb einfach so stehen, die Hände abwechselnd gestreckt und dann wieder zu Fäusten geballt. Wieso tat sie mir so weh …

„I-Ich weiß nicht. Ich mag dich, aber ich kann einfach nicht mit Nate Schluss machen. Er … er bedeutet mir zu viel.“ Das war zu viel für mich. „Dann solltest du mich ab sofort nicht mehr küssen, oder? Oder gibst du indirekt damit Harry Recht, dass das Ganze nur inszeniert war und jetzt wo du es geschafft hast, dass ich mich in dich verliebe, machst du einen Rückzieher?“ Ich wurde wütend und meine Stimme schneidend kalt, was Ruby zurückschrecken ließ. „Nein, ich – ich hab nicht – ich geh nicht-“ sie holte tief Luft um sich zu beruhigen. „Das ist immer noch Quatsch. Ich bin nur verwirrt und liebe Nathan und mag dich und brauche Zeit, die ich aber offensichtlich nicht habe, und-“ sie ließ ihren Satz in den Luft hängen und rang um Worte. Ich sagte mir selber, dass ich mich beruhigen sollte. Ich wollte sie zu nichts drängen. „Dann … dann nehm dir eben die Zeit.“ Murmelte ich, kaum zu glauben dass ich so etwas jemals sagen würde! Sie blickte mich überrascht an.

„Nehm dir die Zeit die du brauchst und denke drüber nach. Aber – aber versprich mir was.“ Sie nickte und spielte unruhig mit ihren Fingern. „Spiel nicht mit meinen Gefühlen, wenn sie dir scheiß egal sein sollten.“

Ruby Green (Louis Tomlinson FF)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt