4. Von Gerüchten, Schulschlampen und grünen Augen

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Heyy Leute!

Ich bin nicht so wirklich zufrieden mit dem Kapitel, aber ich hoffe, dass es euch trotzdem gefällt.

Bald werden viele Geheimnisse aufgedeckt. ;)

Vielen vielen Danke an elli_love1 für das wunderschöne Cover. schaut doch mal bei ihr vorbei.

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„Mel, ich bin zu Hause!", schrie ich durch unser Haus, während ich zeitgleich unsere Eingangstür zuschlug. Ja, ich weiß, dass es eine schlechte Angewohnheit ist, aber diese Türen kann man einfach zu gut zu schlagen.

„War kaum zu überhören. Es wissen jetzt wahrscheinlich sogar die Nachbarn, dass du da bist. Die werden sich bestimmt freuen.", rief sie mir entgegen,"Die Polizei hat sich heute Nachmittag bei mir gemeldet."

Sofort wurde ich hellhörig und Hoffnung flammte in mir auf. Ich wünschte mir von ganzem Herzen, dass sie meine Mutter gefunden hatten

„Sie haben gemeint, dass sie das ganze Gebiet um die Stadt zusätzlich abgesucht haben. Doch sie haben auch dort noch nichts gefunden. Sie werden höchstwahrscheinlich bald die Suche nach deiner Mutter stoppen, da sie keine Hoffnung mehr haben, sie zu finden."

Es war als ob alles um mich herum stehenblieb. Ich nahm nicht mehr wahr, was Mel von sich gab. Ich merkte nicht, wie ich auf den Boden sank. Ich merkte nicht, wie die erste Träne über meine Wange floss. Ich merkte auch die nächsten nicht. Ich fühlte mich wie in Watte gepackt. Der Schock, dass die Polizei die Suche einstellen wollte, lies meine letzte Hoffnung, dass es ihr gut ging, verpuffen. Sie wollten meiner Mum sich selbst überlassen. Wer weiß, wo sie war. Wer sie entführt hatte. Was die Entführer ihr antaten. Und alles, was die Polizei tat, war die Suche abzublasen. Ich konnte es nicht fassen. Ich merkte auch nicht, wie sich Mel zu mir auf den Boden setzte und mich in den Arm nahm. Ich merkte auch nicht, dass sie anfing mir beruhigend über den Arm fuhr. 

„Also muss ich es selbst in die Hand nehmen.", hörte ich am Rande Mel murmeln. Doch ich verstand nicht, was sie damit meinte. Auf der einen Seite war ich zu erschöpft, um darüber nachzudenken, aber auf der anderen Seite verstärkte sich das Gefühl in mir, dass sie mir irgendetwas verheimlicht. Denn was sollte sie ausrichten können, wenn es nicht einmal die Polizei schafft?

„ Lucie geh mal bitte kurz auf dein Zimmer. Ich muss noch etwas erledigen."

Unbewusst läuteten die Alarmglocken in mir. Meine Tante nannte mich nie bei meinem vollen Namen, nur wenn ich etwas ausgeheckt hatte oder wenn es um etwas sehr wichtig ging. Da ich nichts verbrochen hatte, ging ich von letzterem aus. Ohne Widerrede trottete ich mit hängendem Kopf die Stiegen hoch und begab mich in mein Zimmer.

Erschöpft und verzweifelt setzte ich mich aufs Bett. Ich ließ den ganzen Tag noch einmal Revue passieren.

Zusammenfassend kann man sagen, dass mein erster Schultag eigentlich gar nicht so schlimm war, wie ich anfangs angenommen hatte. Zwar kam ich fast zu spät und blamierte mich vor der ganzen Klasse, weil ich mich von einem Paar wunderschöner Augen nicht losreißen konnte, aber ansonsten lief alles wie am Schnürchen. 
Nach dem Unterricht, der unglücklicherweise bis 14:00 dauerte, konnte man Seli und mich, wie ich Selina nennen sollte, nicht mehr trennen. Wir redeten über Gott und die Welt und ich konnte sagen, dass ich noch nie erlebt habe, dass ich eine Person zum ersten Mal sah und mich dann so fühlte als würde ich sie schon mein ganzes Leben lang kennen.

Natürlich kamen wir auch nicht an dem Thema „der Jungen mit den wunderschönen grünen Augen" vorbei.

Flashback

„Okay, ich denke, dass du unbedingt etwas über Ryan erfahren möchtest.", gab Seli grinsend von sich. „ Ryan?", erwiderte ich verwirrt. „Ja, den Jungen, den du vorher fast mit deinen Blicken ausgezogen hast." Fragend blickte ich sie an. „Grüne Augen, braunes Haar? Klingelst bei dir?"

„Ahhhh, der! Ich habe ihn doch nicht mit meinen Blicken ausgezogen. Was denkst du denn von mir! Aber, wenn du unbedingt willst, könntest du mir schon etwas über ihn erzählen. Aber denke daran, du hast den Vorschlag gemacht, nicht ich!", antwortete ich unschuldig. 

Seli begann voller Euphorie zu erzählen: "Okay, er heißt, wie schon erwähnt, Ryan Connor und ist 18 Jahre alt. Er hat keine Geschwister soweit ich weiß. Alle Mädchen aus unserer Schulstufe probieren seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Viel mehr kann ich dir leider auch noch nicht erzählen, da er erst vor 2 Wochen an unsere Schule gewechselt ist... Doch eins kann ich dir noch sagen. Er gilt als unantastbar, da er normalerweise niemanden außer seinen Freunden Finn und Stefan einen Blick würdigt. In den Pausen sind sie immer draußen in der hintersten Ecke des Schulhofes.

Also fühle dich geehrt, dass er dich so lange angeschaut hat. Ich denke, dass alle euren innigen Augenkontakt mitbekommen haben. Die Schulschlampe Clarissa, sorry es gibt kein besseres Wort, das sie beschreibt, hat dich schon förmlich mit ihren Blicken erdolcht. Gratuliere, du bist die erste, der er länger als 10 Sekunde seinen Blick gewürdigt hat."

Ich kriegte mich vor lachen gar nicht mehr ein, als ich das hörte. Ich und Blicke auf mich ziehen? Niemals.

Flashback Ende

Danach erzählte sie mir noch, dass es so ein Gerücht gab, in dem es um Ryan, seine Freunde und Clarissa geht. Das ist auch der Grund, weshalb sich keiner traut, zu ihnen zu gehen.
Dieses besagt nämlich, dass Clarissa eines Nachmittages zu ihnen gegangen ist, um einen von ihnen rumzukriegen.
Keiner hatte gesehen, was vorgefallen war, doch sie kam angeblich mit schreckgeweiteten Augen und bleichem Gesicht zu ihrer Clique zurück. Sie verlor nie ein Wort über diesen „Vorfall", doch sie mied sichtlich die Jungs und hielt Sicherheitsabstand zu ihnen. Trotzdem hielt sie es nicht davon ab, Ryan mit ihren Blicken zu verfolgen. 

Ich weiß nicht ganz, was ich von dieser Geschichte halten sollte. Ich meine, was sollte er ihr getan haben? Hatte er ihr gedroht, ihr Make-Up wegzunehmen?

Laut Seli war es ja eine große Ehre, dass er mich so lange angesehen hatte. Doch ich denke eher, dass er nur neugierig auf „die Neue" war. Also kann Clarissa beruhigt ihre Krallen wieder einfahren. Und überhaupt, bezweifelte ich, dass jemand wie Ryan je etwas von mir wollen würde.

Doch ein viel größeres Problem als Clarissa, stellte das komische Verhalten meiner Tante dar. Ich hoffte wirklich, dass sie mir nichts wichtiges verheimlichte und ich mich nur irrte.


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