Er zog sich etwas über und wir stiegen in sein Auto. Die Musik wurde laut gedreht und die Party fing an. Ich schrieb Claire das ich erst abends zurückkommen würde und ihr später alles erkläre. Ich liebe an ihr das sie nie nachfragt, denn diese Geschichte will ich ihr nicht schreiben sondern erzählen. Wir fahren in die Innenstadt und ich merke wie es wärmer wird und ziehe mein Sweatshirt aus. Ich hab natürlich was drunter. Ich merke sein Blick der auf mir liegt.
"Auf die Straße gucken."
"Aber warum denn? Du bist viel lustiger wenn du dich versuchst im Sitzen auszuziehen."
Ich boxe ihn in die Schulter und er sagt sehr übertrieben "Aua". Als wir in der Stadt sind bin ich echt beeindruckt. Alles ist so riesig. Carter nimmt meine Hand und zieht mich durch die Menge zu einem Haus. Eine riesen Schlange steht davor und ich will schon gerade sagen das ich wirklich kein Bock auf warten habe als er mich einfach an der Schlange vorbeizieht. Er geht zum Türsteher und nickt ihm zu.
"Oh Mr Jonsen komme sie dich rein." Was hat er gesagt? Mr Jonsen? Ich gucke ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an.
"Mein Vater und ich waren oft hier essen und er kennt uns durch die Firma meines vaters."
Hier kann man also essen."Ich mag es eigendlich nicht den Ruhm meines Vaters auszunutzen, aber manchmal muss ich das einfach." Fügt er hinzu. Er ist mir ganz schön ähnlich. Ich nutze meine Krankheit auch nur manchmal aus. Wir gehen weiter und direkt auf einen Fahrstuhl zu. Nein. Stopp. Das will ich nicht.
"Nein Carter!"
"Was ist denn?"
"Ich hab Klaustrophobie. Ich gehe nicht in dieses Teil."
"Oh, vertrau mir ich bin für dich da." Er drückt auf den Knopf und ich höre den Fahrstuhl kommen. Oder ist das mein ende was gerade auf mich zugeraßt kommt?
Die Tür geht auf und ich sehe diesen beengten Raum.
"Gut schließ die Augen." Warum auch immer aber ich schließe meine augen. Er nimmt meine Hände und führt mich in den Fahrtstuhl. Ich spüre wie ich den Fahrstuhl mit meinen Fuß berühre und schrecke zurück.
"Noch einen Schritt." Sagt er zu mir.
Ich tue diesen Schritt und stelle mich in den Fahrstuhl. Mein Herz rast und ich packe sein Hand fester. Ich höre wie sich die Tür schließt. Es ruckelt und der Fahrstuhl fährt los.
"Mach die Augen auf." Ich öffne meine Augen und bin ziemlich entspannt für die Situation. Er hält meine Hand immer noch fest.
"Und jetzt entspann dich." Und dann fängt er an zu tanzen wenn man das so nennen kann. Ich mach ein bisschen mit, aber so wirklich kann ich nicht tanzen. Meine Beine zittern einfach noch zu sehr. Mitten in Carter's wunderbaren Tanz öffnet sich die tür. Ein Mann kommt rein und stellt sich vor uns. Wir waren noch nicht in unseren Stockwerk und mussten so mit ihm noch ein paar Stockwerke fahren. Ich halte mir meine Hand vor den Mund um nicht loszulachen. Als wir endlich angekommen sind kann ich nicht mehr und muss anfangen zu lachen aber auch Carter fängt an zu lachen. Ich hatte ganz vergessen da ich in der letzten Minute in einem Fahrstuhl war. Ich setzte mich mit ihm an einen Tisch am fenster und es kommt mir so vor als könnten wir die ganze Stadt sehen.
"Was hast du schon gemacht in deinem leben? Was ist deine Geschichte?"
Das hätte er nicht fragen sollen. Ich finde das dies ein schlechter Zeitpunkt ist um von meiner Krankheit zu erzählen, aber gibt es einen richtigen Zeitpunkt?
"Nichts spannendes. Erzähl lieber etwas über dich."
"Ich bin in einer reichen Familie aufgewachsen. Ich hatte ein langweiliges leben und das einfachste der Welt und jetzt wurde mein Vater getötet und ich weiß nicht ob das einen Grund hatte oder nicht?"
Ich würde ihm so gerne sagen das sein Vater unschuldig ist, aber dann müsste ich alles erzählen. Ich überlege was ich ihm über mein leben erzählen soll, am besten gar nichts.
"Ich hab hier ein Buch, ein notizbuch. Hier steht alles drin und ich werde es vollschreiben alles was wichtig ist und wenn der richtige Zeitpunkt da ist gebe ich es dir und du weißt alles über mein leben."
"Und wann ist dieser Zeitpunkt?"
"Vielleicht morgen aber vielleicht auch in ein paar monaten."
Ich bin so dumm. Ich kenne ihn seit gestern und was mache ich? Ich lege ihm mein leben in die hand. Ich hole das buch raus und schreibe mir auf das ich viel nachtragen muss.
Seit einer halben Stunde sitzen wir jetzt hier und haben nichts bestellt.
"Wollen wir nichts bestellen?"
"Das Essen ist scheußlich hier."
"Und warum sind wir hier?"
"Weil die Aussicht schön ist."
"Sagt denn keiner was das wir hier nur so sitzen?"
"Mein Vater ist gestern gestorben jeder weiß das. Keiner würde mich ansprechen."
Wieder dieses Thema. Es zerstört mich innerlich, aber nein er muss warten.
"Komm steh auf! Wir fahren weiter."
Wir steigen wieder in sein Auto und fahren zu ihm nach Hause. Wir gehen durch das Haus nach hinten in den Garten. Ich glaube ich bin lange nicht mehr so viel gelaufen.
"Hast du deinen Bikini drunter?"
"Ja, ich wollt heute eigendlich zum Strand."
"Zum Strand fahren wir zwar nicht, aber du darfst in den Privat-Pool der Jonsen Familie."
"Das ist natürlich noch besser."
Ich ziehe meine Sachen aus und er auch. Ich bin auf den Weg zur treppe die in den Pool herreinführt. Ich muss mich immer erst ans Wasser gewöhnen, aber nein als wenn ich es nicht schon gedacht hätte packt Carter mich und hällt mich in seinen Arm. Aber anstatt das er mich rein schmeißt, springt er mitrein. Mein erster Gedanke: sitzt noch alles an seinen Platz? Ja gut. Wir müssen beide lachen, weil er auch meinen Blick auf meinen Körper gesehen hat. Nach einer Stunde gehen wir aus dem Wasser und trocknen uns ab. Er gibt mir was von sich zum anziehen und wir legen uns auf deren Couch. Wir gucken ein paar Sendungen und schalten dann den Fernseher aus.
"Ich glaub ich muss nach hause."
"Klar ich fahr dich."
Wir steigen in sein Auto und ich kann nicht anders als ihn anzustarren. Meine Augen sind zu müde um sie zu bewegen. Er lächelt und ich lächel und das macht mich traurig. Zu hause angekommen steigt er mit aus.
"Sehen wir uns?"
"Ja sicher."
"Gut, ich hoffe nämlich schon morgen."
Ich muss lächeln. Er kommt mir näher und nein stopp, das darf nicht passieren. Er küsst mich und ich erwiedere den kuss. Warum? Ich gehe nach oben. Meine Gedanken spielen verrückt. Am besten ich sollte ihn nie wieder sehen, denn das hätte nicht passieren dürfen.
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Die Zeit läuft
Novela Juvenil"Wie lange noch?" Fragte ich mit einem Hauch Hoffnung in der stimme. "3 Monate." Antwortete der Arzt nach kurzen zögern. Drei Monate? Dann werde ich die Erde verlassen. Ich zählte die Tage. Höchstens 91 Tage hatte ich noch. Wie sollte ich diese Zeit...
