Lena sieht in meinem Zimmer umher und setzt sich auf das Sofa. Sie sieht unsicher aus. "Wie alt ist dein Bruder Basti?" Ich grinse wissend. "Basti ist 26 Jahre alt." Sie wird rot. "So alt schon?", "Wieso so alt? Wie alt bist du denn?", "Ich bin 18.", murmelt sie. "Ach, dann sind das doch nur acht Jahre Unterschied. Das geht doch." Sie wird noch roter. "Ich könnte ihn ja mal rufen und ihr unterhaltet euch ein bisschen.", "Nein Nein.", sagt sie schnell, als ich schon zur Tür gehen will. Ich grinse und setze mich neben sie. "Ich muss aber gleich weg. Du kannst dich hier im Haus frei bewegen aber geh nicht ohne Begleitung nach draußen, ja? Ich erkläre dir später weshalb. Ich muss jetzt erstmal mit Henry los, um etwas zu erledigen. Bis später." Ich ziehe meine Lederjacke an und laufe nach unten, wo Henry bereits wartet. "Da bist du ja endlich. Los geht's.", seufzt er. Ich folge ihm nach draußen zum Range Rover. Tilo und George sitzen vorne, Henry und ich hinten. "Also, was machen wir?", "Wir fahren jetzt zu McKennedy." Ich sehe meinen Bruder entsetzt an. "Zu McKennedy? Ist das dein Ernst? Was soll ich da?", "Du wirst mein Geld holen. Ich möchte, dass du in Zukunft mehr und auch gefährlichere Aufträge erledigen kannst. Ich werde zu Beginn dabei sein, um einzugreifen, falls du es nicht hinbekommen solltest." Ich schnaube eingeschnappt und lehne mich mit verschränkten Armen zurück. "Nicht wollen, dass mir etwas passiert aber mich dann trotzdem solche Sachen machen lassen? Du bist bescheuert, Henry!", fahre ich ihn an. "Du weißt dich durchzusetzen und du wirst immer jemanden bei dir haben. Ich habe einfach zu wenig Leute." Als ob es das besser macht. "Okay, Vicky. Du wirst mit Kamera und Micro ausgestattet. Zieh die Jacke an." Ich schlüpfe artig in die Jacke. "Hier dein Headset." Ich runzle die Stirn. "Das sieht man doch.", "Das macht auch nichts. Bist ja nicht Under Cover dort." Na wenn das so ist. "Ich werde sehen und hören was los ist. Dir wird nichts passieren. Und jetzt fahr schön deine Krallen aus und verkauf das hier. Das Geld dafür will ich sofort haben." Er drückt mir einen Stoffsack in die Hand. Ich gehe davon aus, dass da Koks drin ist. "Gut. Dann mal los, kleine Schwester.", grinst er mich an. Ich schnaube erneut und steige aus dem Auto. Ich hasse Henry dafür. Aber ist nicht zu ändern. Showtime.
Mit erhobenem Kinn und viel Selbstbewusstsein gehe ich Richtung Gebäude. "Also, in dem Sack sind ein paar Gramm Kokain.", ertönt Henrys Stimme über saß Headset. "Ich bekomme 35000$. Kein Center weniger. Ich will, dass du das Geld vor Ort zählst." Ein paar Gramm? Sein Ernst? Wenn ich richtig rechne sind es um die 500 Gramm, wenn Henry 35000 bekommt. Ich schnaube. "Eure fucking Drogen kotzen mich an. Musst du mich immer in die scheiße mit reinziehen? Du hast meiner Meinung nach genug Leute, die diese Drecksarbeit machen können.", fluche ich vor mich hin. Henry lacht leise. "Richtig so, fahr deine süßen Krallen aus, Kätzchen.", "Arschloch.", murre ich leise. "Das habe ich gehört.", schmunzelt er. "Solltest du auch.", murre ich weiter vor mich hin und lasse Tilo die große Stahltür aufschieben. Dafür bin ich mir jetzt nämlich zu fein. "Überraschung.", rufe ich fröhlich in die Runde und lächle die vielen Männer an, die sich in der Halle befinden McKennedy sitzt an dem großen Tisch in der Mitte und sieht mich mit seinen hässlichen Augen an. "Schicken sie jetzt ihre kleine Schwester vor? Wie niedlich.", spottet er und steht auf. Ich seufze und betrachte meine Nägel. "Dein Gelaber langweilt mich. Gib mir die Kohle, ich gebe dir den Stoff und ich kann nach Hause und endlich schlafen." Er kommt mit ein paar seiner Männer auf mich zu und lacht laut. "Du hast ein vorlautes Mundwerk, du kleine Hure." Hure? Also bitte. "Wäre ich eine Hure würde ich für Geld mit dir bis zum Umfallen vögeln. Aber ich bin keine. Abgesehen davon besitzt du gar nicht so viel Geld wie du bezahlen müsstest, damit ich dich auch nur mit der Kneifzange anfasse." Sein Blick wird dunkel. "Pass mal auf, du kleine-", will er anfangen, während er auf mich zukommt, doch ich reagiere schneller. Mein Knie landet in seinen Weichteilen, woraufhin er in die Knie geht, anschließend schlage ich ihm meine Waffe in die Schläfe, sodass er keuchend zu Boden fällt. "Ich habe keine Lust lange zu reden. Geld her oder ich gehe wieder. Und zwar mit dem Stoff.", stelle ich klar. McKennedy will mir ans Fußgelenk packen, doch ich trete mit dem spitzen Absatz meiner Pumps auf seine Hand. Wofür Pumps doch alles gut sein können. "Ich habe nicht ewig Zeit.", seufze ich. "Holt den kleinen Koffer.", stöhnt McKennedy. Seine Hand blutet bereits. Hauptsache ist, dass ich meinen Absatz auch wieder aus seiner Hand herausbekomme. Ich mag die Schuhe nämlich eigentlich recht gerne. Einer seiner Männer bringt mir einen kleinen Koffer. Ich öffne ihn und finde Bündel mit 50 Dollar Scheinen. Ich zähle die Anzahl der Scheine in einem Bündel. Es sind 20. Also müssen es 35 Bündel sein. Auch diese zähle ich. "Alles klar. Es war schön mit euch ins Geschäft zu kommen.", strahle ich die Männer an und nehme den Koffer. Im Gegenzug gebe ich ihnen den Sack und verschwinde. War gar nicht schlimm. Hat irgendwie Spaß gemacht. Ich mag es mit solchen Arschlöchern zu spielen. Sie habe es nämlich verdient.
Henry lächelt stolz und nimmt den Koffer an sich, damit ich mich anschnallen kann. "Das hast du super gemacht.", lobt er mich. "Mag sein, aber ich will so was nicht ständig machen müssen." Henry seufzt. "Ich habe momentan zu wenig Männer." Ich verdrehe die Augen und sehe aus dem Fenster. "Kannst du Lena nicht gehen lassen? Ich fühle mich schlecht dabei, wenn wir sie bei uns zuhause einsperren." Mein großer Bruder schüttelt nachdenklich seinen Kopf. "Es ist für das Mädel zu gefährlich. Sie darf das Haus ja verlassen. Aber nur mit einem meiner Leute. Sie sollte bei uns bleiben, wenn sie an ihrem Leben hängt.", "Wieso sollte jemand sie umbringen wollen? Sie gehört ja eigentlich gar nicht zu uns.", "Aber sie wurde längst bei uns gesehen. Victoria, du weißt, dass du rund um die Uhr bewacht wirst, weil ich Angst um dich habe. Und wenn nun noch ein Mädchen in unserer Nähe gesichtet wird, dann wissen unsere Gegner sofort, dass sie einem von uns wichtig ist. Und somit könnte sie in Gefahr sein." Ich presse meine Lippen aufeinander. Das arme Mädchen. Sie hatte sicher ein schönes, freies Leben. Und jetzt? Alles für die Katz. "Sieh mich nicht so an, Victoria. Das Thema ist durch. Das Mädchen bleibt oder sie und geht und wird sterben." Ich frage mich, ob der Tod für sie nicht vielleicht die bessere Wahl wäre.
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Dangerous Love
Teen FictionEr kommt neu in die Stadt und ist ein typischer Badboy, der alle Blicke auf sich zieht, auf den alle Mädchen stehen. Sie ist kein Unschuldslamm. Aufgewachsen bei 6 Brüdern, die die Stadt beherrschen. Sie quält alles und jeden, der es verdient hat...
