Der unendliche Kampf

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Ich weiß nicht, wie lange ich dort lag.
Ich weiß nur noch, dass ich da lag, Wie ein Häufchen Elend. Ein Nichts. Ein Nichts, das nur noch sterben wollte.
Ich glaube sogar, dass ich zwischendurch eingeschlafen war.
Tief in meinen Gedanken war ich wieder auf der Insel. Nur ich. Das Rauschen. Der Strand und das Wasser. Ich konnte stundenlang nur sitzen und den Wellen zu sehen,wie sie kleine Muscheln anschwemmten. Ich atmete die Luft ein und fühlte den Sand, der sich an meinen Körper geklebt hatte. Könnte ich doch bloß für immer dort bleiben. Frei. Niemand da. Absolut niemand. Nur ich. Für immer.
Ich war fertig. Ich war fertig mit allem. Warum sollte man sich hier auf dieser Welt herumtreiben, wenn man es doch anderswo besser hatte?
Ich verstand den Sinn hinter dem ganzen Konzept nicht. Das Leben ist die Hölle. Zu sterben ist leicht, aber zu leben ist der reinste Kampf. Wir klammern uns wie kleine Zecken an das Leben, wobei der Tod viel einfacher ist. Seine Seele dem jenseits überlassen. An einem bessern Ort. Alles ist besser, als diese beschissene Welt.
Alles muss nach der Gesellschaft ablaufen. Wenn man anders ist, wird es nicht akzeptiert. Du musst so sein, wie alle anderen.
Sag nichts falsches. Mach nichts falsches. Schau anders. Iss weniger. Mach das nicht. Mach dies nicht. Und warum? Nur damit ich bin, wie sie.
Warum darf ich nicht so sein, wie ich bin? Nicht das machen,was ich will? Es muss alles so sein, wie dich die Gesellschaft haben will. Sie will dich einhüllen in ihren qualvollen Kampf.
"Du musst dir ein Ruf erarbeiten", sagen sie. Aber wofür. Nur damit ich letztendlich so bin, wie sie es sehen wollen.
Du wirst geschlagen und getreten, wenn du ihnen nicht gehörst. Sagst du was falsches, wirst du ausgelacht. Warum? Nur weil ich besonders bin? Nur weil ich so sein will, wie ich es will. Ich bin ich und du bist du. Keiner sagt etwas. Es wird so gemacht oder gar nicht. Jeder denkt es, aber sagt es nicht laut, weil man Angst hat in die Ecke gedrängt zu werden.
Jeder passt sich dem Druck an. Keiner tut etwas dagegen. Jeder schaut weg. Keiner will darüber reden, weil es die Wahrheit ist. Niemand verträgt die Wahrheit. Statt der Wahrheit gibt es Lügen. Kleine Lügen, die jedem gefallen. Kleine Lügen schaden nicht. Kleine Lügen sind Ordnung. Aber was ist noch in Ordnung, wenn man so verkorkst ist, die Menschen die man liebt an zu lügen?
Es ist respektlos. 

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