„Puh." Julia ließ sich auf ihr Bett fallen. „Drei Stunden, bis wahrscheinlich die größte Katastrophe unseres Lebens ihren Lauf nimmt. Keine Ahnung, warum ich gerade überhaupt damit einverstanden war." „Jetzt komm ich nicht mehr mit.", sagte Clara. „Wie meinst du das?" „Na ganz einfach. Wir kennen Maja seit wenigen Stunden. Wissen eigentlich gar nichts über sie und nehmen sie mit zu uns nach Hause, weil sie um die Ecke wohnt und ihren Schlüssel vergessen hat." Julia stoppte kurz. „Dann stellen wir aufgrund misslicher Umstände fest, dass wir irgendetwas gemeinsam haben. So. Bis hierhin ist ja alles noch einigermaßen ok. Aber jetzt treffen wir uns in wenigen Stunden nochmal um etwas zu machen, was wir seit weniger als 48 Stunden kennen und wovon wir keine Ahnung haben." „Also ein bisschen verstehe ich dich schon", gab Clara zu. „Allerdings finde ich das interessant und irgendwie aufregend. Es ist einfach nur etwas ungewohnt." „Irgendwie habe ich Angst, dass ich es wieder nicht hinbekomme.", war Julias letzter Satz bevor der Raum in Stille gehüllt würde, welche nur von Claras Schritten durchbrochen wurde, als diese durch die Tür und aus Julias Sichtweite in den Flur ging. Daraufhin schloss sie die Augen und dachte nach. Zu mindestens wollte sie das. Doch sie konnte keinen klaren Gedanken fassen. In ihrem Kopf schwirrten die verschiedensten Sachen herum. Und jedes Mal, wenn sie eine Sache erfolgreich verdrängt hatte, erschien eine Neue vor ihrem inneren Auge. Irgendwann gab sie es auf, einen klaren Gedanken fassen zu wollen und gab sich der Müdigkeit hin, die seit dem Nachhauseweg immer noch in ihren Gliedern steckte
Zu etwa der gleichen Zeit saß Clara im Wohnzimmer und trank Tee. Eigentlich hatte sie den ja für Julia gemacht, doch als sie ihn ihr bringen wollte, sah es so aus, als würde Julia schlafen. Und da sie ihre Schwester nicht stören wollte, war Clara wieder umgedreht und hatte sich ins Wohnzimmer gesetzt. Auch sie wollte nachdenken über das, was in den vergangenen Stunden geschehen war. Und letztendlich kam sie auf den gleichen Gedanken, den ihre Schwester hatte, nachdem sie wieder aufgewacht war: „Warum eigentlich sie und nicht irgendjemand anderes?" Doch auch eine weitere Sache beschäftigte Clara. Sie hatte sich noch einmal das mysteriöse Gespräch mit dem Drachen in dieser bizarren Fantasiewelt, oder was das auch immer war, durch den Kopf gehen lassen. Und seitdem krochen sich zwei Sätze immer und immer wieder in ihr Unterbewusstsein. „Da ihr eure Magie nicht in der Öffentlichkeit üben könnt, müsst ihr euch vor ein Fenster oder einen Spiegel stellen und euer Symbol darauf malen. Dann kommt ihr in eine Kuppel wo ihr ungehindert trainieren könnt." Genau das hatte der Drache gesagt. Doch was meinte er mit „eurer Symbol"?
Da sie selbst keine Antwort auf die Frage finden konnte, beschloss sie, es später anzusprechen, wenn sie zu dritt sein würden. So wie sie ihre Schwester kannte, würde das Julia zwar wahrscheinlich nicht gefallen, aber das würde sie riskieren müssen. Denn zu dritt wussten sie hoffentlich mehr. Und da irgendetwas ihr sagte, dass sie Maja vertrauen konnte, wollte sie diesen Gedanken einfach loswerden. Als Clara schließlich nach ihrer Tasse griff, um einen weiteren Schluck zu trinken, musste sie bestürzt feststellen, dass dieser bereits leer war. Also rappelte sie sich auf und ging in die Küche. Während sie sich dort Tee eingoss, schaute sie nebenbei auf die Uhr und bemerkte, dass nicht mehr viel Zeit übrig blieb, bis Maja wieder bei ihnen seien wollte. Vor Verwunderung, wie schnell die Zeit vergangen war, bemerkte sie jedoch erst, dass der Tee schon überlief, als das heiße Wasser über ihre Hand lief und der Schmerz sie aus ihren Gedanken wieder in die Realität zog. „Scheiße!", fluchte sie laut und hielt ihre Hand unter den naheliegenden Wasserhahn um kaltes Wasser über ihre rechte Hand laufen zu lassen.
Nach einigen Minuten hatte der Schmerz etwas nachgelassen und Clara schnappte sich den Küchenlappen, um den Tee aufzuwischen. Da sich die ganze Sache als etwas schwierig gestaltete, dauerte es einige Minuten, bis Clara alles aufgewischt hatte – sie hatte einfach kein Talent dafür, Sachen mit links zu machen.
Dieses kleine Dilemma hatte jedoch auch wieder seine Zeit beansprucht und so ging Clara in ihr Zimmer, um ihre Schwester zu wecken. Doch diese war bereits und saß mit verwuschelten Haaren auf der Bettkante und streckte sich gerade. „Na, sind wir auch mal endlich wach?", neckte Clara ihre Schwester. „Mmhh.", murmelte Julia, bevor sie aus dem Zimmer verschwand und dem Bad einen Besuch abstattete. „Denk dran, das Maja in 20 Minuten kommen wollte!", rief Clara noch, bevor die Badtür ins Schloss viel.
Als Julia das Bad wieder verließ, sah sie um einiges gepflegter aus und auch ihre Haare sahen nicht mehr aus wie ein Vogelnest. Wieder in ihrem Zimmer, sah sie ihre Schwester vor dem Laptop sitzen. „Was suchst 'n du?", fragte Julia. „Wir haben heute doch gar keine Hausaufgaben auf." „Naja, mir gehen so zwei Sätze des Drachen nicht mehr aus dem Kopf. Ich mein die, in denen er irgendwas mit Symbol und Kuppel gesagt hat.", antwortete Clara. „Eigentlich wollte ich das erst später ansprechen, aber es kam mir gerade eben wieder in den Sinn und ich will jetzt einfach scheuen, ob ich etwas darüber finde." „Jetzt wo du es sagst.", meinte Julia, stockte aber, als sie Claras rechte und mittlerweile ziemlich rote Hand sah. „Was hast du denn da gemacht?" „Also wenn du meine Hand meinst.", entgegnete Clara. „Das war Tee." Während sie einen Blick über die Schulter warf und Julias gleichzeitig fragenden und belustigten Blick sah, wollte sie schon den Mund öffnen, um etwas zu sagen, wurde jedoch von der Klingel unterbrochen.
Es ist jetzt fast ein halbes Jahr her, dass ich das letzte mal etwas an diesem Buch bearbeitet habe. Ich persönlich habe mich früher immer gefragt, wie man so lange nichts schreiben kann; aber siehe da - es ist passiert. Ich denke ich schulde euch was dafür, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe und versuche ab nächstem Jahr mal wieder öfter etwas upzuloaden.
Aber was war eigentlich das Problem. Man kann mein Problem weder als Zeitproblem noch als Motivationsproblem abstempeln. Ich wusste uns weiß auch jetzt, wie ich die Geschichte fortsetzten will. Mein Problem ist einfach, dass ich ein Problem damit habe die Übergänge zu schreiben. Ich sitze dann meistens da, schreibe was und am Ende gefällt es mir dann doch nicht und ich streiche das ganze wieder. Allerdings habe ich mir während dieser fünfeinhalb Monate Gedanken über die Geschichten und vor allem über die Übergänge gemacht und denke, dass ich zu einem guten Ergebnis gekommen bin.
Das war es mit der Erklärung. Ich hoffe ihr habt dafür Verständnis. Und da heute nun mal auch Weihnachten ist, wünsche ich euch Frohe Weihnachten und gleichzeitig auch noch einen guten Rutsch!
Novi
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Die Elemente des Drachen
FantasyClara und Julia sind Zwillingsschwestern. Unterschiedlich, aber doch gleich. Doch seit ihrem sechzehntem Geburtstag vereint nun mehr als der normale Mensch denkt. Aber vor allem wird ihr leben komplett umgekrempelt und die beiden finden sich in eine...
