Der Unterricht in der dritten und vierten Stunde verging für alle Anwesenden zähfließend. Denn ihr Kunstlehrer war der Meinung er müsse seiner Klasse erst einmal alles Mögliche an Kunsttheorie beibringen, was er aus dem Stehgreif aufsagen konnte. Viele, unter ihnen auch Clara, fingen schon nach den ersten Minuten an zu zeichnen, da sie sich das Gelaber über Kunst nicht anhören, sondern lieber etwas Produktiveres machen wollten. Am Ende der Stunde entließ sie der Kunstlehrer mit der Hausaufgabe ein Din A3 Blatt zu gestalten, welches er anschließend benoten würde. Damit hatte er es sich bei den meisten schon versaut.
Nachdem sie als letztes den Klassensaal verlassen hatten, beschlossen Clara, Julia und Maja noch einen kurzen Abstecher in die Cafeteria zu machen um zu schauen ob ihre Freunde sich noch dort aufhielten. Allerdings waren Sophie und die Jungs nicht mehr in der Cafeteria, weshalb die drei Mädchen zu ihren Fahrrädern gingen, um nach Hause zu fahren. „Wohnst du eigentlich schon länger hier in London, oder seid ihr erst vor kurzem hergezogen?", fragte Clara Maja. „Also in London wohne ich schon mein ganzes Leben.", antwortete Maja. „Ich habe nur ziemlich weit im Norden Londons gelebt und bin vor einem halben Jahr dann umgezogen." „Achso.", meinte Julia. „Ich habe mich nämlich schon gewundert, warum wir dich noch nie zuvor gesehen haben."
Dann setzten sich alle auf ihre Fahrräder und radelten gemütlich in Richtung zu Hause. Auf Grund ihres langsamen Tempos, brauchten die drei etwas länger für die knappe halbe Meile als sonst. Nach etwa 5 Minuten standen sie dann vor Majas Haus. Dort kramte diese leicht verzweifelt in ihrer Schultasche herum. „Was ist los?", fragte Julia mit hochrotem Kopf. „Ich habe meinen Schlüssel vergessen.", beichtete diese, als wäre das ein Weltuntergang. „Kein Problem.", sagte Clara zuversichtlich. „Dann komm doch einfach mit zu uns. Wir wohnen ja quasi nebenan." „Und dann musst du nicht den ganzen Tag in der Sonne hocken.", fügte sie hinzu und schaute dann ihre Schwester an. „Ich denke einige von uns müssten sowie mal in den Schatten." „Schau mich nicht so an.", antwortete Julia auf diesen Kommentar. „Ich weiß selber nicht, wieso ich mich so schlapp fühle." „Wahrscheinlich einfach ein bisschen zu viel Sonne.", vermutete daraufhin ihre Schwester. „Ähm.", unterbrach Maja sie mit leiser Stimme, woraufhin beide Geschwister sich wieder ihr zuwendeten. „Ich weiß nicht, ob ich das Angebot annehmen kann. Wir kennen uns doch erst seit heute." „Na und.", erwiderte Julia. „Ein Tag ist für uns genug. Du bleibst ja nicht ewig." „Aber...", versuchte Maja einzuwerfen, wurde von Julia aber unterbrochen: „Komm einfach mit. Sonst endest du noch so wie ich gerade als hochrote Ofenkartoffel." Darauf wusste Maja nichts zu erwidern und ging deshalb breitwillig hinter Clara und Julia her, nachdem sie ihr Fahrrad abgeschlossen hatte. Auch Julia und Clara stellten ihre Fahrräder an die Fahrradständer und nicht wie sonst in den Fahrradkeller. Die vier Stockwerke zu ihrer Wohnung bewältigten sie zu Fuß. Den Fahrstuhl benutzten sie nur äußerst selten. Oben angekommen lehnte sich Julia gegen die Wand. „Scheiße ist mir schlecht.", keuchte sie. Besorgt schaute ihre Schwester sie an. „Besser, du legst dich erstmal hin.", meinte sie anschließend und schloss die Tür auf. Maja folgte ihnen in die Wohnung. Irgendwie fühlte sie sich fehl am Platz.
Schließlich standen die drei in Julias und Claras Zimmer. Julia setzte sich auf ihr Bett und massierte sich ihre Schläfe. „Kannst du vielleicht kurz hierbleiben, ich gehe schnell in die Küche Teekochen.", fragte Clara Maja. „Ja, kann ich.", antwortete diese, sich sichtlich unwohlfühlend. Clara verschwand schnell aus dem Zimmer und schmiss den Wasserkocher an, als sie plötzlich einen lauten Knall hörte. Schnell eilte sie zurück in die ihr Zimmer, stieß jedoch mit ihrem Arm an die Küchenplatte. „Verdammt!", fluchte sie und ärgerte sich, warum sie angehalten hatte um ihre Wunde zu begutachten. Als sie dann in ihrer Zimmertür stand.
Dort saß Julia an ihr Bett gelehnt. Es war nicht schwer zu erkennen, dass sie ohnmächtig geworden war. Eigentlich hätte sie schon längst auf dem Boden liegen müssen. Doch Maja hockte neben ihr und eine blaue Aura hüllte sie und Julia ein. Ihre Hände hatte Maja auf Julias Stirn gelegt. Eine leuchtende, sich bewegende Masse bewegte sich dort. Clara wollte zu ihrer Schwester rennen, doch irgendetwas hielt sie davon ab. Irgendwas sagte ihr, dass sie Maja das zu Ende bringen sollte, was sie gerade angefangen hatte. Also setzte sich Clara leise auf ihren Schreibtischstuhl und wartete. Es dauerte nicht lange, da verschwand die Aura um Julia und Maja wieder und Maja ließ sich neben Julia an das Bett fallen. Clara eilte zu ihr und sah gerade noch, wie ihre Augen ihre Farbe von blau zu grün änderten und zwei blaue Male an ihrem Hals verschwanden. „Du auch?", fragte Maja sie, bevor sie sich erschöpft zur Seite drehte um sich hinzulegen.
Bääm...
So und endlich wieder ein neues Kapitel. Ich wollte es eigentlich morgen hochladen, aber ich habe eine Aufheiterung gebraucht. Die Schule kann einen so deprimieren. Na ja. Und deswegen ist es schon heute gekommen.
Und könnt ihr euch denken was im nächsten Kapitel kommt?
Wenn ihr denkt zu wissen was kommt, dann schreibt es doch mal in die Kommentare.
So.
Und dann möchte ich mich noch einmal bei den ganzen Lesern bedanken, die es durchgezogen haben, das Buch bis hierhin durchzulesen. Vielen Dank an euch, die es geschafft haben, diesem Buch über 100 Reads zu geben.
Vielen Dank an euch...
Und das nächste Kapitel ist gerade schon in Vorbereitung.
Novi
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Die Elemente des Drachen
FantasíaClara und Julia sind Zwillingsschwestern. Unterschiedlich, aber doch gleich. Doch seit ihrem sechzehntem Geburtstag vereint nun mehr als der normale Mensch denkt. Aber vor allem wird ihr leben komplett umgekrempelt und die beiden finden sich in eine...
