CHAPTER 3

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Nach etwa einer Woche wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen. Die haben mir noch ein Attest mitgegeben das besagt das ich beim Sport nicht mitmachen darf. Kam mir ganz recht.
Als ich damals nach Hause gegangen bin stand Damon vor meiner Tür. "Ich hab Hunger." Hat er gesagt. "Ich hab seit einer Woche nichts mehr gegessen." Hat er gesagt.
"...Und?" Habe ich dann geantwortet. Er seufzte.
Er wiederholte sich: "Ich hab Hunger." Und kam direkt auf mich zu. Ich wich ihm aus und hielt meine Hand vor ihn um ihn davon abzuhalten mir näher zu kommen.
"Whoa whoa whoa. Komm mal runter. Ich bin gerade aus dem Krankenhaus raus, da möchte ich nicht nochmal rein. Außerdem kommt Maria gleich." Er seufzte wieder. Ich musste lächeln als mir das auffiel.
"Komm schon, ich hab mich extra zurück gehalten." Er kam wieder auf mich zu, sodass er diesmal auch meine Hand berührte. Ich versuchte dagegen zu halten. Doch dann gab ich nach und lies meine Hand fallen.
"Na gut. Komm mit rein." Etwas besorgt war ich ja schon. Er sah wirklich fertig aus – ich meine er sieht immer mies aus, nur jetzt noch schlimmer – und brauchte etwas Blut. Obwohl ich das, also das er ein Vampir ist und alles was dazu gehört, immer noch nicht wirklich realisiert hatte, das ist jetzt natürlich anders. Was ich mir dabei gedacht hatte verstehe ich bis jetzt noch nicht. Ich öffnete also die Tür und bat ihn herein. Woher er wusste wo ich wohne wollte ich erst gar nicht wissen. Ich streifte mir meine Schuhe ab, schmiss meinen Toni in eine Ecke und ging ins Wohnzimmer.
"Wo sind deine Eltern?" Fragte er mich, während er mir folgte. Diese Frage versetzte mich einen Stich.
"Weg." Sagte ich bloß. Aber das schien ihm schon zu reichen. Er packte mich am Handgelenk und schmiss mich auf die Couch. "Hey...!" Sagte ich schwach. Meine Gehirnerschütterung oder die Kopfschmerzen setzten mir immer noch ziemlich zu. Damon leckte sich die Lippen und sah mich gierig an. Er kam mir immer näher. Aber immerhin hat er was an seiner Zahnpflege geändert. Wie sehr ich mich doch gerne gewehrt hätte. Aber irgendwie schuf Damon es immer mich in meinen schwächsten Momenten zu erwischen. Ich sah ihn etwas hilflos und bittend an, dann wurde alles schwarz.
Als ich aufwachte lag ich in meinem Bett und neben mir stand ein abgekühlter Tee und auf meiner Stirn lag ein feuchtes Tuch das schon halb runter gerutscht war. An der Seite meines Bettes stand mein leerer Schreibtischstuhl – auf mich gerichtet. Ich sah auf mein Handy und es war sechs Uhr nachmittags. Ich fragte mich wie ich damals in mein Bett gekommen war, und wer das alles gemacht hat. Letztendlich war er mir auch egal. Oh, und ich hatte einige Benachrichtigungen. Johnny hatte mir geschrieben: Er hat lediglich gefragt ob es mir gut ging. Ich schnaubte lächelnd und leicht genervt als ich das las. Schließlich war mein Fieber zwar gesunken, aber es gab trotzdem einen Vampiren der süchtig nach meinem Blut war (... Und ich lasse sowas zu). Und Maria machte mir klar dass sie an dem Tag nicht mehr kommen würde weil Damon sie über meine Situation aufgeklärt hatte. Sie würde am nächsten Tag kommen. Damon... Wo war er eigentlich? Ich streifte mir das Tuch vom Kopf und setzte mich an die Bettkante. Es erinnerte mich an die Nacht im Krankenhaus in der Damon mir gesagt hat ich hätte ja so ein besonderes Blut und lies mich zusammenfahren. Ich stand auf und wankte zur Tür hinaus. Mir war schwindelig und ich hatte keine wirklich gute Sicht. Ich stützte mich am Rahmen ab und fiel beinahe um. Aber Damon fing mich rechtzeitig auf. Komisch... Dabei hatte ich ihn gar nicht bemerkt.
"Ich habe Essen besorgt. Hoffe du magst Burger und Pommes und so." Ich sah zu ihm auf. Wahrscheinlich muss ich echt schrecklich ausgesehen haben, denn er gab sofort einen großen Seufzer von sich, legte das Essen zur Seite und hob mich ins Bett. "Du bist echt armselig."
Ich grub mich in meine Decke, sodass nur die obere Hälfte meines Gesichts raus guckte. "Ich weiß. Das hast du mir schon mal gesagt." Ich lächelte, "Und ich bin stolz drauf." Damon lächelte jetzt auch. Glaube ich zumindest, ich konnte es nicht sehen weil er gerade das Essen auspackte.
"McDonalds?" Fragte ich.
"Ja." Antwortete er.
"Uff."
"Was dagegen?"
"Nö, wieso?"
"Ja wer 'ufft' denn hier so rum?"
Ich grinste und nahm ihm die Pommes entgegen. Er lächelte. Das war das erste Mal, dass ich ihn habe lächeln sehen. Ich meine, ich kannte ihn nicht lange aber ich war der Meinung ihn lang genug zu kennen um so etwas zu behaupten. Doch ich behielt diese Information für mich (Wieso auch nicht.) und aß meine Pommes, während sich Damon an der Cola bediente. Oder was auch immer da drin war. Ich hätte sie gleich wieder ausspucken können; ich hatte die ganze Woche Pommes essen müssen. Aber ich tat es um Damons Willen. Irgendwie schien es ihm gut zu tun wenn er sich kümmern konnte. Ich konnte es in seinem Blick sehen. Und plötzlich trafen sich unsere Blicke und ich war weg. Also ich habe ihn einfach nur angesehen als wäre er irgendwas Besonderes. Und er sah mich genauso an. Ich war verwirrt. Ich konnte es einfach nicht. Aber dann fiel sein Blick auf meine Pommes. "Die werden noch kalt. Iss lieber schnell auf." Ich nickte und aß weiter, und dann war er auch wieder ruhig.
Es verwunderte mich als ich bemerkte, dass es mich freute wenn es ihm gut ging. Aber das lag wahrscheinlich an den Medikamenten. Denn eigentlich ist er nerviger als eine Nervensäge.

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