Kapitel 13: "Manu..."

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Pov. Maudado

Ich kam von den Tests wieder und setzte mich auf meinen Platz. Manu saß verrenkt und angespannt auf seinen Platz. Er hatte eine Gänsehaut und zitterte am ganzen Körper. Er tut mir leid, wie er das so sitzt und sich den Kopf zerbricht. Er steigert sich zu viel in das, was passieren wird, rein. Wenn er nicht so viel drüber nachdenken würde, währe das keine so große Qual für ihn. Im nächsten Moment hörte ich wie Herr Bergmann 'Manuel' sagte und sah wie dieser zusammenzuckte. Er stand auf und lief raus. "Viel Glück Manu" flüsterte ich ihm zu, als er an mir vorbei lief. Dann war er weg.

Hoffentlich macht er nichts, ohne vorher darüber nachgedacht zu haben.

Ich wartete darauf, dass Manu endlich wiederkommt. Aber er kam nicht. Nicht nach einer halben Stunde, nicht nach einer und auch nicht nach zwei. Ich machte mir Sorgen um ihn, hatte Angst, dass ihm was passiert ist. Ich saß unruhig auf meinem Platz und Zombey sah mich von der Seite an. Dann nahm er mich in den Arm. "Keine Sorge... Ihm ist schon nichts passiert! Er kommt bestimmt gleich wieder" redete er leise auf mich ein. Als mein ehemaliger Freund, weiß er nur zu gut was ich denke. Aber auch in seiner Stimme konnte man die Sorge, die er um seinen 2. besten Freund hatte, hören. Er hat genau so Angst wie ich. Selbst Herr Bergmann schien unruhig zu werden, denn er lief während er erklärte immer wieder in der Klasse auf und ab. Das tat er sonst nie. Sonst sitzt er immer auf seinem Stuhl und stützt sich auf dem Pult ab, aber heute nicht. Eher gesagt nicht mehr seit 2 Stunden, als Manu verschwand. Ich hörte nicht gut zu aber scheinbar hatte Tim gerade Aufgaben an die Tafel geschrieben, denn alle holten ihre Bücher raus. Ich nicht und Zombey auch nicht. Herr Bergmann lief immernoch in der Klasse seine Runden, keiner sagte ein Wort, keiner konzentrierte sich auf die Aufgaben. Nach fünf Minuten kam Tim zu uns an den Tisch, holte einen Stuhl und setzte sich zu uns. "Macht euch keine Sorgen um Manu. Er ist ein sehr starker Junge. Er schafft das!" der Zweifel daran in seiner Stimme war nicht zu überhören. "D-das haben sie auch ge-gesagt, als N-Nebelniek bei den Tests ver-verblutet ist..." schniefte ich leise. Ich dachte erst niemand hätte es gehört aber Zombey sagte: "Nebelniek hat es nicht geschafft, das stimmt. Aber Manu ist sehr stark, er wird durchkommen"

Nach weiteren fünf Minuten stand Herr Bergmann ruckartig von unserem Tisch auf. Alle starrten ihn oder die immernoch leeren Zettel auf den Tischen an. Es war still. Zehn Sekunden... Zwanzig Sekunden... Dreißig Sekunden... Man konnte jedes ticken der Uhr mitzählen. Nach einer Minute brachte Tim dann einen Satz über die Lippen. "Macht euch keine Sorgen! Ich werde jetzt nach ihm sehen und werde mit ihm wiederkommen! Hoffentlich..." Das letzte Wort sagte er zwar ziemlich leise aber trotzdem so laut, dass es jeder hörte. Dann verließ er den Raum.

Pov. Herr Bergmann/ Tim

Ich lief die Treppen in den Keller runter und lief zu den Laboren. Was mich dort erwartete, stockte mir den Atem. Sicherheitsleute und Ärzte standen vor und im Raum. Ich wollte nicht reingucken, musste mich aber überwinden und blickte schließlich doch hinein. Die Liege, auf denen die Patienten liegen oder sitzen hatte sich blutrot gefärbt und auf dem Boden, sowohl unter der Liege als auch 1 Meter davor, war eine Blutlache. An der Wand hockte ein verängstigter Professor. Er hatte einen leichten dünnen Schnitt an seinem Hals. Ein Mordversuch. Ich muss damit rechnen, dass Manu nicht mehr der Manu ist der er vorhin noch in der Klasse war. Aber wo ist er jetzt? Ich ging auf eine Gruppe von Sicherheitsleuten zu und erkundigte mich nach Manuel. Bei seinem Namen verdunkelte sich der Blick des Mannes vor mir. "Wissen sie was dieser 'Manuel' hier für ein Chaos angerichtet hat? Er wollte Professor Nachtigall umbringen! Und er ha-" Ich unterbrach ihn. Sein Gefasel brauchte ich jetzt nicht. "VERDAMMT WO IST MANU?!" Brüllte ich ihn an. Er sah mich nur grimmig an. "In einem Sicherheitsraum" Ich rannte zurück zur Treppe, ging allerdings nicht hoch sondern rannte an ihr vorbei. Ich gelangte in den Flur mit den Sicherheitsräumen. Erst jetzt fiel mir ein dass ich einen Schlüssel brauche. Ich rannte zurück zur Treppe, lief hoch und rannte in einen Überwachungsraum. Ich platzte hinein. Die Sicherheitsleute sahen mich nicht fragend an, sondern grinnsten nur und hielten mir einen Schlüssel vor die Nase. Ich sah sie fragend an und wollte fragen woher sie das wussten aber mein Blick fiel auch so schon auf die Überwachungs- Fernseher,  die hinter den Leuten hangen. Sie waren auf die Kellerflure gerichtet. Auch auf den wo ich ohne Schlüssel stand. Die müssen sich echt schlapp gelacht haben wie ich da verzweifelt vor der Tür stehe und bemerke, dass ich keinen Schlüssel hab. Aber egal, ich muss jetzt zu Manu. Ich lief wieder runter zu Manu's 'Zelle' und schloss sie auf. Ich stürmte rein. Mein Herz erlitt einen kleinen Stillstand, und mein Kopf setzte kurz aus.

Warum er? Warum der Mensch den ich liebe? Ich weiß, dass Liebe zwischen Lehrern und Schülern verboten ist aber was kann ich denn dafür? Und ja ich weiß, er ist mit Maudado zusammen, und Maudado ist auch der einzige den er liebt... Leider. Aber warum genau er? Warum muss genau so einen wundervollen Menschen so viel Schmerz zukommen? Warum?

Ich ging langsam zu Manu, der auf einer klapprigen Liege lag. Um den Kopf hatte er einen Verband und um sein gesammtes Beim ebenfalls. Ich nahm vorsichtig seine Hand. Sie war eiskalt. Hier unten im Keller, wo es keine Heizungen gibt, kann man sich ja auch nur sehr schlecht aufwärmen. Ich verließ den Raum wieder, aber nur um eine Deckte zu besorgen. Mit einer dicken Decke kam ich zurück in den Raum und legte diese vorsichtig über Manu. Ich nahm wieder seine Hand und setzte mich zu ihm ins Bett. Vorsichtig zog ich seinen Kopf auf meinen Schoß und strich ihm ein paar dunkelbraune Strähnen aus seinem Gesicht.

Schade, dass er sich nicht zeigt, es würde ihm bestimmt viel Aufmerksamkeit zukommen lassen. Er sieht einfach zu perfekt aus. Gleichzeitig wäre aber sein ganzes Markenzeichen kaputt und dass, was er niemals wollte würde passieren... Er würde erkannt werden und hätte keine Privatsphäre. Für ihn wäre es eine Niederlage.

Nach ca. einer halben Stunde stand ich vorsichtig auf. Ich musste langsam  zurück, sonst würden Maudado, Zombey und die anderen nur unnötig Sorgen machen. Also verließ ich das Zimmer und schloss ab. Mein Kopf wehrte sich zwar gegen den Gedanken abzuschließen, aber ich wusste, dass ich muss. Mit einem seufzen verließ ich den Keller und ging zurück in die Klasse.

Pov. Maudado

Ich hatte lange gerwartet. Zu lange. Alles war still. Keiner redete. Und das seit 1. Stunde. Ich dachte nach. Über alles. Vor allem über Manu. Ich brauche ihn doch! Er darf jetzt nicht verschwinden. Ich könnte das Leben ohne ihn nicht mehr ertragen. Meine Gedanken wurden von einem Knall unterbrochen. Ich sah nach vorne. Herr Bergmann hatte den Raum wieder betreten. Ich sah ihn erwartungsvoll, hoffnungsvoll und bittend an. "Er... schläft." mir fiel ein Stein vom Herzen. Er lebt. "Er ist zur Zeit in den Sicherheitsräumen. Herr Nachtigall hat ihn wohl mit einem Messer sehr schwer am Bein verletzt, darauf hin hat ihn die Stimme in seinem Kopf wohl dazu überredet, ihn mal ein bisschen kontrollieren zu lassen. Aber keine Sorge es geht beiden gut! Manu's Bein wir in ein paar wochen wieder vollkommen verheilt sein. Allerdings bringt sein Verhalten einige Konsequenzen mit sich. Er wurde aufgestuft, von 7 auf 9." Ich war glücklich. Natürlich nicht über das was vorgefallen war, sondern darüber, dass es Manu gut geht. Zombey neben mir schien sich zu lockern, jedenfalls ließ er meine Hand los. Aus Angst um Manu hat er einfah meine Hand genommen. Aber es war freundschaftlich, da bin ich mir sicher.

Herr Bergmann kam wieder zu mir. Bevor er mit mir sprach sagte er noch laut: "Der Unterricht ist für heute vorbei, es könnte sich eh keiner konzentrieren. Dann kniete er sich neben mich. "Lass mich raten, du willst zu ihm!?" Ich nickte eifrig und wir standen auf und ich lief hinter ihm her zu den Sicherheitsräumen. Er schloss Manu's Tür auf und ließ mich in den dunklen Raum. Als ich Manu in diesem elenden Zustand sah, merkte ich wie sich Tränen in meinen Augen bildeten und sich einen Weg nach draußen bahnten. Ich ging langsam zu ihm und strich mit meiner Hand über seine warme, weiche Wange. Meine Tränen tropften auf seinen Arm, welcher außerhalb der Decke lag. Ich nahm seine Hand, legte mich dann zu ihm auf die Liege. Ich zog ihn an mich, achtete dabei natürlich darauf, ihm nicht weh zu tun. Tim sah mich kurz mitleidig an und verließ dann den Raum. Nach kurzer Zeit bewegte Manu sich leicht und öffnete seine Augen. "Manu..."

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