A Change Part ll

41 7 0
                                        

... Als alles okay schien, meinte Rick, ich solle mit reinkommen. Dort stellte er mich den anderen vor. Er erklärte mir, dass sie auf Pater Gabriel gestoßen waren. Da war es schon fast Nachmittag. Ich beschloss, den Leuten erstmal - zumindest heute - zu vertrauen, setzte mich auf eine der Gebetsbänke und verhielt mich ruhig. Ich beobachtete alle und besonders Judith, Carl und Rick. Mir wurde schnell klar, sie waren eine Familie. Irgendwie versetzte mir dieses Bild einen Stich. Traurig ließ ich den Blick fallen, da es mich an früher erinnerte. So vergingen Stunden und ich merkte, wie sich jemand zu mir setzte. Also sah ich auf. Ich sah, wie Michonne sich zu mir setzte. ich rechnete nicht damit, dass sie mit mir reden würde, also dachte ich an meine kleine Ziehtochter Clara, die ich vor fünf Jahren an einen Beißer verlor.

An den blinden Engel, wie ich ihn nenne. Deshalb auch stimmte mich das Familienglück traurig. Ich wusste nicht, dass Michonne allzugut verstehend meinem Blick folgte. Erst als sich tröstend sanft eine Hand auf meine Schulter legte, riss sie mich in die Gegenwart. "Ich kenne diesen Blick. Alice, wenn du darüber reden kannst und willst, rede darüber. Egal mit wem." Sie sah mich sanft an. Ich erkannte in ihrem Blick mich selbst und schlussfolgerte: "Tut mir Leid, dass auch du dies kennst. Ich werde darauf zurückkommen. Danke." Das war erstmal - für eine gefühlte Stunde - alles, was wir uns sagten, ehe ich sprach.

"Sie war drei Jahre alt und hieß Clara. Ich habe sie in Atlanta gerettet. Da war sie zwei. Ich wurde ihre Mutter, doch eines Tages hatten wir ein kleines Lager, bestehend aus einer kleinen Holzhütte im Wald. Es war noch ein Mann da. Der war verrückt. Ich war damals zu naiv, um es zu erkennen. Es kamen ein Dutzend Beißer. Sie drohten unser..." Ich schluckte schwer und sammelte Mut, den Blick an die Decke gewandt. "Er wollte die Beißer von sich locken und schmiss Clara zu ihnen ins Gras. Er nutzte die Chance zur Flucht. Ich war wie erstarrt, als er mich packte. Ich tötete die Beißer und jagte den Mann. Ohne Erfolg. Rache trieb mich an." Tränen rannen über meine Wangen. Still und leise wischte ich sie weg. Michonne war erschüttert.

Ich konnte es ihr ansehen und umarmte sie. "Danke, dass du mir zugehört hast." Sie erwiderte meine Umarmung und ich hatte das Gefühl, in ihr eine Freundin zu finden, würde ich lange genug bleiben. Doch die Zeit würde dies zeigen und es ging auf den Abend zu. Zum Glück hatten wir ein paar Konserven. Ich wollte verzichten, um niemandem etwas wegzuessen, da tat Bob Folgendes: Er teilte sein Essen mit mir.

"So haben wir beide was und du kein schlechtes Gewissen. Du gehörst zu uns. Wir teilen und kümmern uns um einander. Also iss." Er grinste mich an. Ich konnte nicht anders, als lächelnd das Essen anzunehmen und aß. Das erste Mal seit langem fühlte ich mich durch die Freundlichkeit der Gruppe nicht einsam.

Last Girl Standing Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt