Prolog

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Und wieder einmal saß ich im Bus. Alleine. Umgeben von leeren Sitzplätzen. Ich zückte meine Kopfhörer und mein Handy aus der Tasche um mich mit Musik abzulenken als eine rennede, mir bekannte Person auffiel. Er wollte anscheined in den Bus einstiegen, weshalb ich mich dazu entschied auf den Knopf zu drücken um eine Tür des Buses zu öffnen, damit er ihn noch erwischen konnte. Und er schaffte es. Mein Mitschüler bemerkte wohl nicht, dass ich  den Fahrer davon abhielt abzufahren denn er bedankte sich nicht bei mir. Nicht einmal begrüßen tat er mich. Wann tat er das überhaupt? Es war sicherlich nicht das erste Mal. Oder hat er mich wirklich nicht gesehen ? Ich empfand trotzdem ein Gefühl von Erleichterung, da er doch einsteigen konnte. Wieder einmal blendete ich die Musik durch meine Gedanken aus.
Bin ich wirklich so unbeliebt? Oder fühle ich mich einfach einsam ? Vielleicht bilde ich mir das alles nur ein ? Oder bin ich anders als andere Menschen? Denke ich zu viel? Oder geht es jeder Person auf dieser Erde so? Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich jeder in einem Punkt seines Lebens einsam fühlt und mit inneren Spaltungen auseinandersetzt. Wo würde denn der Sinn des Lebens liegen, wenn jeder Mensch problemlos und sorgenfrei durch das Leben gleiten würde? Ich bin fest davon überzeugt, dass das Leben nicht außschließlich aus positiven Gedanken erfüllt sein kann aber auch nicht aus schlechten. Es kann nicht immer alles schön und nett sein aber auch nicht hässlich und schrecklich. In jeder guten Sache steckt etwas Schlechtes und in jeder Schlechten Sache findet man etwas Gutes. Das ist das Leben, auch wenn viele das oft nicht einsehen wollen. Und erneut, viele unausgeprochene Fragen und intensive Gedanken, die in meinem Kopf wirrten. Es war eindeutig nicht das erste Mal, denn mein ganzer Alltag bestand aus Gedanken, Selbstzweifel, Lebensweisheiten, Sorgen, Monologen und unbeantworteten Fragen.

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